BAD KISSINGEN

Caritas-Pflegedienst kommt jetzt auch nachts

Eine neue Herausforderung wartet auf die beiden Pflegefachkräfte Doris Krauss und Alexander Fetzer. Seit 1. September sind sie nicht nur tagsüber mit ihrem weißen Citroen unterwegs, sondern auch nachts.
CIMG3112
Seit 1. September sind Alexander Fetzer und Doris Krauss nicht nur tagsüber mit ihrem weißen Citroen unterwegs, sondern ... Foto: FOTO Federlein

Die Caritas Sozialstation St. Marien bietet ab sofort einen mobilen Nachtdienst für ihre Patienten im Stadtgebiet Bad Kissingen und Ortsteilen an. Mit dem neuen Projekt könnte in vielen Familien der Gang ins Altenheim erspart bleiben, hoffen die Initiatoren.

Bisher hat sich die Pflege lediglich von früh morgens bis spät abends und einer nächtlichen Rufbereitschaft für Notfälle erstreckt. Das soll sich nun ändern.

Angehörige können die Dienste der Sozialstation nun rund um die Uhr in Anspruch nehmen. In Zukunft werden sich Krauss und Fetzer auch nachts um drei um Pflegebedürftige kümmern, sie auf die Toilette begleiten oder einfach nur Nachtwache halten. Ihre Schichten sind von 22 bis 7 Uhr und wechseln wochenweise. „Bei großer Nachfrage können wir das Personal aber auch noch ausbauen“, erklärt die Geschäftsführerin Claudia Rößner.

Angehörige werden entlastet

Die Angehörigen würden sich tagsüber um die Pflegebedürftigen kümmern und nachts durch den mobilen Pflegedienst entlastet werden. Außerdem könne man den Dienst regelmäßig anfordern, aber auch einmalig oder nur am Wochenende. „Die Kosten würden gleich bleiben“, so Rößner, „nur käme noch ein Kostenaufschlag für die Anfahrt in der Nacht hinzu“. Weiter erläutert Rößner, dass die Idee dieses Projektes schon länger existiert. Leider sei sie bis jetzt nicht zu realisieren gewesen, da die finanziellen Mitteln fehlten.

Nun aber konnte das Vorhaben mit Hilfe der Theresienspitalstiftung angegangen werden. Die Stiftung, die sich laut Vorsitzendem Pfarrer Thomas Keßler in der letzten Zeit in einem Selbstfindungsprozess befand, greift dem Caritasverband unter die Arme. Nach dem das Theresienspital von der Diakonie übernommen wurde, fehlte der Stiftung ein neues Aufgabenfeld. „Neben mehreren Jugendprojekten, wollen wir uns nun in Richtung Pflege und alten Menschen orientieren“, erklärt der Vorsitzende Pfarrer Thomas Keßler.

Ebenso übernimmt der Verein auch die Weiterbildung zweier Mitarbeiterinnen im Bereich Palliativpflege. Diese beschäftigt sich mit der Pflege von schwer- und demenzkranken sowie sterbenden Menschen. Um die geht es nämlich besonders im Nachtdienst. Ziel ist es, die Kranken in ihrer gewohnten Umgebung zu lassen, den Angehörigen fachliche Hilfe zukommen zu lassen und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und zu verkürzen.

Hilfe auch bei Krankheit

Auch Menschen, die nicht die ganze Nacht alleine bleiben können, eine akute Krankheit haben oder gehbehindert sind, können den mobilen Nachtdienst jederzeit in Anspruch nehmen. „Dieser Nachtdienst ist einmalig unter den Sozialdiensten und braucht eine gewisse Anlaufzeit bis er sich etablieren wird. Aber wir sind positiv gestimmt“, so die Geschäftsführerin. Auch über die Zusammenarbeit der Theresienspitalstiftung und dem Caritasverband ist Rößner sehr zufrieden: „Einen besseren Partner hätten wir nicht finden können“.

Schlagworte

Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!