BAD KISSINGEN

Da waren's nur noch elf

Festakt       -  _

Das große Ziel hat Bad Kissingen zwar noch lange nicht erreicht, aber ein wichtiger Schritt dahin ist nun getan. Das einstige Weltbad gehört weiterhin zur internationalen Bewerbergruppe historischer Badeorte, die sich gemeinsam als Great Spas of Europe um Aufnahme auf die Unesco-Liste des Weltkulturerbes bemühen. Fünf Städte sind jetzt ausgeschieden, darunter so bekannte Namen wie etwa Wiesbaden.

Wer zum finalen Kreis der Bewerber gehören darf und wer nicht, darüber haben nach Angaben der Stadt die beteiligten Staaten entschieden. Wie Kulturreferent Peter Weidisch berichtet, war die Empfehlung der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe Grundlage der Auswahl. Ob Bad Kissingen sicher dabei war oder knapp, und ob es ein Ranking gegeben habe, das sei nicht bekannt, ergänzte Weidisch.

Angesichts der Namen, die ausgeschieden sind, wertet die Stadt den Umstand, dass Kissingen im Rennen bleibt, aber durchaus als Auszeichnung. „Wir spielen in der Oberliga mit“, sagte Weidisch. Oberbürgermeister Kay Blankenburg wertete die Entscheidung als „Bestätigung für das hervorragende Potenzial unserer Stadt“.

Internationale Vergleichsstudie

Die Information über die Entscheidung erhielten Blankenburg und Weidisch sowie die Vertreter der anderen beteiligten Städte am Donnerstag in Prag. Basis der Auswahl sei eine internationale Vergleichsstudie „über die Substanz und das Potenzial von Kurstädten weltweit“ gewesen, schreibt das Rathaus.

Dass Bad Kissingen dabei überzeugt habe, liegt nach Weidischs Einschätzung an der weitgehend erhaltenen und gepflegten historischen Bausubstanz, die vielfach noch in der historischen Konzeption verwendet werde. „Wir sind in der Bewerbergruppe das Musterbad für die Zeitstellung des beginnenden 20. Jahrhunderts“, erläutert er. Wichtig sei auch die internationale Ausstrahlung der Stadt zur Weltbadzeit, die man unter anderem an den prominenten Gästen auch aus dem Ausland ablesen könne.

Nicht mehr zur Nominierungsliste gehören aus Deutschland Wiesbaden, Bad Homburg und Bad Pyrmont. Aus den Reihen der tschechischen Bäder nicht mehr dabei ist Luhaèovice, auch das österreichische Bad Ischl fehlt auf der Liste. Die verbliebenen elf Badeorte sind Karlsbad, Marienbad und Franzensbad (alle Tschechien), Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen (Deutschland), Bath (England), Vichy (Frankreich), Spa (Belgien), Montecatini Terme (Italien) und Baden bei Wien (Österreich). Die Federführung für die Bewerbung liegt nach wie vor bei der Republik Tschechien.

Die in der Gruppe verbliebenen Städte hätten in nächster Zeit noch ziemlich viel zu tun, erklärte Weidisch. Der Bewerbungsantrag an das Unesco-Hauptquartier in Paris müsse fertig gemacht werden. Es sei geplant, ihn im Frühjahr 2018 einzureichen. Er sei zuversichtlich, „dass wir auch auf dem weiteren Weg erfolgreich sind,“ sagte Blankenburg dazu. Der Titel Weltkulturerbe sei „eine große Chance“ für die Stadt.

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