REITERSWIESEN

Das Mittelalter kehrt zurück nach Reiterswiesen

Otto und Beatrix
Werner Vogel (im Bild mit seiner Frau Doris als Beatrix von Courtenay) war viele Jahre der Otto von Botenlauben des Burgfests. Als Organisator der anspruchsvollen Veranstaltung und als Vorsitzender des Heimatvereins wirkt er im Hintergrund nach wie vor entscheidend mit. Foto: Farkas Siegfried

Die Reiterswiesener gehören nicht zu jenen Menschen, die das Mittelalter für ein dunkles Zeitalter halten. Sie lassen es regelmäßig am dritten Septemberwochenende aufleben.

Zusammen mit Otto von Botenlauben und seiner Gemahlin Beatrix von Courtenay zieht der Heimatverein Reiterswiesen samt Helfern und Gästen in gut vier Wochen wieder „hinan zur Burg“. Am Samstag, 15. September, und am Sonntag, 16. September, ist die Ruine Botenlauben bereits zum 30. Mal seit den Anfängen Mitte der 1980er Jahre Schauplatz für das Mittelalterspektakel um Minnesang und Schwerterklang.

„Eine Riesenherausforderung“

Für den Heimatverein ist das Burgfest nach den Worten von Werner Vogel „jedes Mal eine Riesenherausforderung“. Die Vorbereitungen laufen seit Wochen, berichtet der Vorsitzende des Heimatvereins und Organisator des Fests. Der Aufbau beginne zwei Wochen vor dem Fest. Und am Mittelalterwochenende selbst seien allein für den Dienst am Eingang, an der Kasse und in der Bewirtung an die 100 Personen in Kostümen notwendig.

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Vogel ist sich aber sicher, dass es den zahlreichen Beteiligten gelingen wird, die aufwendige Expedition in die Vergangenheit erneut ohne Abstriche bei der Qualität in die Tat umzusetzen. Eigentlich wolle der Verein zur 30. Ausgabe des Fests sogar „einen kleinen Lorbeerkranz außen rum winden“.

Minnelieder im Rüsthof

Die Annäherung an das Zeitalter, in dem der Minnesänger, Kreuzritter und Klostergründer Otto von Botenlauben lebte, geschieht beim Reiterswiesener Burgfest auf vielfältige Weise. Knud Seckel, der Darsteller des Grafen und künstlerische Leiter des Fests, interpretiert am Samstag ab 15 Uhr Ottos Minnelieder in der besonderen Atmosphäre des Rüsthofs im Reiterswiesener Turm der Ruine. Das historische Schauspiel rund um den hartherzigen Vogt von Botenlauben führt ab 16.30 Uhr auf der Naturbühne die Not der mittelalterlichen Fronbauern vor Augen. Und das Nachtmysterium auf der hohen Zinne sorgt ab 20 Uhr mit Feuer und Musik für mittelalterliche Atmosphäre.

Der Sonntag beginnt auf Burg Botenlauben mit dem festlichen Einzug des Grafen Otto, seiner Gemahlin Beatrix von Courtenay und ihres Hofstaats um 11 Uhr. Nach einer um 12.30 Uhr beginnenden Tafelrunde treten Otto und seine Gäste um 15 Uhr zum Minnesängerwettstreit an. Beteiligt sind neben Otto von Botenlauben Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach, Reinmar von Zweter, Dietrich und Jutta von Meissen sowie Neidhart von Reuenthal. Dessen Rolle wurde nach Vogels Angaben mit einem professionellen Sänger heuer neu besetzt.

Magische Momente

Die Schleiersage der Gräfin Beatrix rund um die Gründung des Klosters Frauenroth ist Gegenstand eines Erzähltheaters im Rüsthof ab 16.30 Uhr. Magische Momente des Mittelalters bietet der Abschluss des Burgfests am Sonntagabend, wenn es ab 20 Uhr zu gregorianischen Gesängen im Feuerschein heißt: Die Burg brennt.

Den Rahmen für das beschriebene Programm setzt der Heimatverein an beiden Veranstaltungstagen mit seiner gewohnten Mischung aus mittelalterlicher Musik, der Darstellung des Burglebens, Darbietungen von Gauklern, Ritterkämpfen und Turnieren für Kinder.

Zukunft für die Vergangenheit

Die Generation der Reiterswiesener Mittelalterfreunde, die das Burgfest zum Leben erweckt und danach getragen haben, ist in den vergangenen gut 30 Jahren zwar auch nicht jünger geworden. Um die Zukunft des Fests der Vergangenheit ist Werner Vogel aber trotzdem „nicht bange“. „Die Begeisterung, die unsere Generation geprägt hat, trägt weiter“, sagt er mit Zuversicht. Die nächste Generation übernehme Schritt für Schritt Verantwortung.

Das Burgfrest ist immer auch ein Ereignis für Kinder. Foto: Siegfried Farkas
Knud Seckel stellt beim Burgfest Otto von Botenlauben dar und ist zugleich künstlerischer Leiter. Foto: Siegfried Farkas

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