BAD BRÜCKENAU

Der Glaube an eine Reaktivierung fehlt

Die Natur holt sich die Sinntalbahn zurück. Foto: ArchivPia Nietsch

Das Interesse der Bürger an der Reaktivierung der Bahnstrecke Jossa – Wildflecken – Arnsberg scheint nicht gerade groß zu sein. Denn bei der Vorstellung zu einer möglichen Reaktivierung der Sinntalbahn am vergangenen Donnerstag waren es nicht einmal 30 Leute, die zum Informationsabend in die Georgi-Halle gekommen waren. Diskutiert wurde das Thema dagegen umso ausgiebiger.

Nach allgemeinen Informationen über die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs stieg der Bad Brückenauer Hermann Bulheller konkret in das Thema Sinntalbahn-Kreuzbergbahn ein (wir berichteten).

Dass die Wiederbelebung einer Bahnstrecke möglich ist, zeigte Thomas Schempf von der Iltztalbahn (Passau-Waldkirchen-Freyung) auf. Die Bürger dort haben mit viel größerem Aufwand, als im Sinntal zu erwarten sei, ihre Bahn gerettet und freuten sich jetzt über großen Zuspruch.

Der Brückenauer Anton Kiefer äußerte Zweifel, dass hier so viel ehrenamtliche Arbeit bei der Herstellung der Bahnstrecke geleistet werde wie im Iltztal, wo Bürger über 10 000 Stunden geleistet hatten.

Seine Intension gehe in Richtung Radweg. Er sprach topografische Probleme an, wenn der nicht verkehrssichere Radweg zwischen Zeitlofs und Eckarts nicht auf die Bahnstrecke komme. Dazu sagte Franz Zang vom Bund Naturschutz, dass die Bahn nicht fahrlässig aufgegeben werden sollte. Die paar Kilometer Radweg zwischen Zeitlofs und Eckarts könnten anders gelöst werden.

Auch Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks bezweifelte, dass so viel Engagement hier und heute auf die Beine gestellt würde. Sie verwies auf das städtebauliche Konzept, bei dem gerade die Bahn wichtig gewesen wäre. „So toll es wäre und so gerne ich es hätte“, befürchtet Meyerdierks, dass dann andere Entwicklungen für Jahre stillgelegt würden. „Außerdem „haben wir doch gar nicht zu entscheiden“, das liege beim Eisenbahnbundesamt, meinte sie.

Hans-Joachim Langeworth sagte, dass der gewünschte Effekt, Touristen durch die Bahn in die Rhön zu bekommen, auch mit zwei Bussen gelöst werden könnte.

Herbert Stamm zeigte sich sehr skeptisch angesichts der Einwohnerzahlen. Passau mit etwa 50 000 Einwohnern sei nicht mit den 7000 von Bad Brückenau zu vergleichen, führte er an.

Andere fragten, wer denn mit der Eisenbahn fahren soll. Wer von Brückenau aus auf die Arbeit nach Schweinfurt oder Fulda müsse, wäre einfach zweieinhalb Stunden unterwegs.

Gundula Langeworth hätte sich gewünscht, dass Leute von Vereinen zur Veranstaltung gekommen wären, die sich und Finanzmittel mit eingebracht hätten.

Der Wildfleckener Bürgermeister Alfons Schrenk brachte die Sache schließlich auf den Punkt. „Wir diskutieren über wichtige Nebensächlichkeiten“, sagte er. Hurra schreien sei heute nicht, denn es sei erst der Anfang. Er sei genauso skeptisch wie seine Kollegin Meyerdierks. Doch Menschen zu gewinnen, dauere eine Zeit. Zu viel sei in Scherben gegangen mit Bahnlinie und -fläche, erinnerte Schrenk. Kern sei, dass Leute motiviert werden sollen, denn der Vortrag sei überzeugend gewesen.

Dieses Argument unterstützte auch der Wächtersbacher Christian Behrendt. Eine Trasse wegen ein paar Hundert Metern aufzugeben, wäre fatal. Denn mit der Reaktivierung der Sinntal-Strecke erhalte man Infrastruktur für die nachfolgenden Generationen.

Bulheller bezeichnete den Informationsabend als Fortschritt. Möglich sei beides - Bahn und Rad. Die Frage sei die, was getan werden könne, um mehr Leute für die Unterstützung der Reaktivierung der Sinntal-Kreuzbergbahn zu gewinnen.

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