OBERTHULBA

Der Stifter und das Bier

Peter Romeis hat einen Riecher für den ausgewogenen Biergeschmack mal traditionell, mal modern und exotisch. Foto: Wolfgang Dünnebier

Am Arbeitsplatz mal Bierchen verkosten: Im Institut Romeis ist das gerne gesehen. Zumindest im Findungsprozess für ultimativen Biergeschmack. Mit 300 Brauerein arbeitet das Labor zusammen. Jetzt ist es nach 2012 noch einmal um 600 Quadratmeter Betriebsfläche gewachsen.

Romeis-Forum nennt sich der repräsentative Bau mit einen großen Schulungsraum und einem modernen Gastro-Bereich samt Sensorikraum zur Verkostung. Rund eine Million Euro hat das Unternehmen für den zweiten Bauabschnitt zur Besiedlung des Firmengeländes investiert. Er soll der Forschung am Gerstensaft der Zukunft einen repräsentativen Rahmen geben. Und dabei an die Kunst der Vorfahren anknüpfen. Oberste Richtschnur bleibt das Reinheitsgebot, das in diesem Jahr 500 Jahre alt wird. Die Zahl der Mitarbeiter ist dank des Wachstums in allen Bereichen seit 2013 von 30 auf 40 angewachsen.

Doch es gibt noch mehr Neuigkeiten. Peter Romeis hat die Institut Romeis Bad Kissingen GmbH mit dem ganzen Betrieb in die Romeis-Stiftung überführt. Sie soll sich nach dem Wunsch des 70-jährigen der Ausbildung, Bildung, Forschung, Entwicklung sowie mildtätigen Zecken dienen. Dabei konzentriert sich die Stiftung unter Kuratoriums-Vorsitz von Romeis auf Analysen im Bereich Lebensmittel, Erfrischungsgetränke und Brauereiwesen. Unter anderem denkt Romeis an die Herausgabe von Publikationen zu den angesprochenen Themen.

Schon länger ist Oberthulba in der Brauer-Fachwelt ein Begriff. Romeis zählt sich zu den Bierquerdenkern, die der Vereinheitlichung des Biergeschmackes unter anderem durch die Wiederbelebung früher Sorten entgegen wirken wollen. 2005 hat er seine eigene Versuchsbrauerei ins Leben gerufen. Damit bietet er samt seiner Mitarbeiter unter anderem ein mehrmoduliges Qualitätsprogramm für kleine Brauereien und Gasthausbrauereien an. Rund 1000 Teilnehmer haben inzwischen die Seminare im Romeis-Forum besucht.

Jetzt erst fanden die 19. Bad Kissinger Brauertage statt, zu denen Fachleute aus dem ganzen Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland kamen. Dabei ging es zunächst um so trockene Themen wie die Rohstoffsituation 2016, die Energieversorgung mittelständischer Brauerein oder Sensorische Qualitätsüberwachung im Betrieb.

Weit anschaulicher war das folgende Bierkulinarum, bei dem Romeis den Gästen zu den Brauertagen im neuen Gastroraum fünf eigene Kreationen präsentierte. Die Getränkekarte lässt aufhorchen. Gibt es dort ein Mahoni Marina Imperial Soked Ale, Bayerisch Nizza Wheat Pale Ale, einen bourbonfassgereifter doppelten Bock, und einen Black Nizza Motor Imperial Stout. Von malzigen Aromen nach Kakao und Zartbitterschokolade ist da die Rede, oder nach Holz und dunkelroten Früchten. Sogar eigene Etiketten hat das Institut.

Von ihm profitiert die ganze Region. „Rund zwei Drittel der Seminarteilnehmer bleiben über Nacht“, sagt Romeis zu den Auswirkungen auf Hotellerie. Was natürlich nicht alleine an der möglichen Bettschwere durch den verkosteten Alkohol liegt. Denn es gibt beim Institut ja noch die ganzen anderen expandierenden Analysefelder, die vom Hähnchenfleisch über Vitaminsäfte bis zur heilsamen Wirkung von Kresse reichen. Sie geraten im bayerischen Bewusstsein gegenüber dem Bier schon mal völlig unverdient ins Hintertreffen.

 

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