WILDFLECKEN

Der letzte Tag der Amerikaner

(hl) In das Jahr 2009 fallen viele historische Jahrestage: Die Bundesrepublik wird 60, der Mauerfall liegt 20 Jahre zurück und in der Normandie feiern die Alliierten 65 Jahre Invasion. Auch in der Rhön gibt es einen Jahrestag, der an ein dramatisches Ereignis erinnert, dessen wirtschaftliche Auswirkungen heute noch immer nicht ganz überwunden sind. Gemeint ist der Abzug der US-Armee im Juni 1994 aus Wildflecken vor nun 15 Jahren.
Auch 15 Jahre nach dem Ende der US-Garnison sind die Amerikaner in Wildflecken unvergessen. Anlässlich des „Wilden Sommers“ ist bei Ford Beck am Sonntag, 19. Juli, eine Erinnerungsausstellung und Filme zu sehen, die an die fast 50 Jahre des Zusammenlebens mit den Amerikanern erinnern. Foto: FOTO Archiv Heinz Leitsch

Geht man heute durch Wildflecken, erinnert allerdings kaum noch etwas an die jahrzehntelange Präsenz mehrerer Tausend Amerikaner in und um den kleinen Rhönort. Das Thema hat sich verständlicherweise für Wildflecken erledigt und wenn man es überhaupt noch erwähnt, dann bestenfalls unter der Prämisse der schmerzhaften Beseitigung der Nachwehen.

Und doch war diese Epoche für Wildflecken und die gesamte Region zu wichtig, um einfach vergessen zu werden. „Die Stationierung der US Armee Anfang der 50er Jahre folgte ja einem bestimmten Zweck. Dieser Stationierung verdanken wir heute, dass die Wiedervereinigung nicht etwa von Ost nach West, sondern tatsächlich so von statten ging, wie wir es vor zwanzig Jahren erlebt haben“ meint dazu der Wildfleckener Christoph Beck, und ergänzt „dem Einsatz der Amerikaner verdanken wir, dass wir heute hier in Freiheit leben können“.

Grund genug für den Geschäftsführer der Firma Ford-Beck, in der Bischofsheimer Straße in Wildflecken, anlässlich des „Wilden Sommer 2009“, der am 18. und 19. Juli gefeiert wird, an die „Amis“ in Wildflecken mit einer kleinen Ausstellung und zeitgenössischen Filmen auf dem Firmengelände zu erinnern.

Als Partner für diesen Beitrag zum „Wilden Sommer“ hat Beck die Macher des Filmes „Ein Wilder Flecken“, Norbert Rückel und Heinz Leitsch gewonnen. Der Film hatte bei seiner Premiere im März dieses Jahres große Aufmerksamkeit erhalten und gezeigt, dass die Erinnerungen an die Zeit mit den Amerikanern bei vielen noch lebendig sind.

„Viele Menschen haben uns damals gesagt, dass sie gerne viel mehr von der amerikanischen Zeit im Film gesehen hätten“, bestätigt Heinz Leitsch, der nicht nur das Drehbuch für den „Wilden Flecken“ geschrieben, sondern auch die Ausstellung für Ford-Beck konzipiert hat.

Er hat für den „Wilden Sommer“ noch eine Überraschung parat: „Nachdem wir immer wieder nach der Abschiedsveranstaltung der Amerikaner am 15. April 1994 gefragt wurden und auch entsprechende Anfragen in die USA gestellt hatten, wurden wir schließlich bei einem Freund im Bundesstaat Tennessee fündig.

Er hatte fast die gesamte Veranstaltung damals gefilmt, berichtet Leitsch. Was noch viel wichtiger sei, er war bereit, dieses Material auch zur Verfügung zu stellen. „Wir freuen uns daher außerordentlich, den Besuchern des ,Wilden Sommers‘ nun einen rund 20-minütigen Zusammenschnitt mit deutschen Untertiteln dieses für Wildflecken und die Region folgenreichen Ereignisses exklusiv zeigen zu können“, so Leitsch. Darüber hinaus werde man eine rund 15-minütige Diaschau mit Fotos aus 49 Jahren US-Armee in Wildflecken sehen.

Auch der Film „Ein Wilder Flecken“ wird gezeigt, so Leitsch. Eröffnet werden die Ausstellung sowie das Werkstattkino bei Ford-Beck am Sonntag, 19. Juli, um 13 Uhr.

Online-Tipp

Weitere Informationen im Internet unter www.fit-history.com und www.camp-wildflecken.de oder unter www.fordbeck.de

Erinnerungen: US-Flaggenappell.

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