Rothhausen

Die Bürgerinitiative kämpft weiter

In Rothhausen sind die Windkraftgegner weiterhin agil. Sie erwägen den Klageweg gegen Windkraftanlagen und hofft außerdem, dass geforderte Gutachten die Errichtung weiterer Windräder unattraktiv machen.
Zusätzlich zu den bereits im Bau befindlichen fünf Windrädern auf Volkershäuser Seite wurden vor kurzem drei weitere auf Rothhäuser Seite genehmigt. Für die Bürgerinitiative Gegenwind aber kein Grund den Kampf dagegen aufzugeben. Dass die Lage nicht aussichtslos sei, betonten die Vertreter der Initiative vor rund 60 Bürgern bei einer Info-Veranstaltung. .

Die Hoffnung ruht jetzt auf der Unattraktivität des Standortes, denn ein 30-seitiges Schreiben mit Auflagen sei dem Projektierer Juwi mit auf den Weg gegeben worden. Aus Sicht von Gegenwind seien viele Punkte aufgegriffen worden, welche die Gegner schon im Vorfeld betont hatten. So werde erwähnt, dass das "Landschaftsbild erheblich geschädigt wird", zitierte Klaus Beck. Für 8550 Quadratmeter Ausgleichs- und Ersatzflächen müsse Juwi sorgen. Wegen des belasteten Landschaftsbildes sei eine Ersatzzahlung von 257 000 Euro an den Naturschutzfonds zu leisten. An Rückbaukosten sei pro Windrad 90 000 Euro beim Landratsamt als Kaution zu hinterlegen. Wegen Schattenwurfs müssten die Anlagen an insgesamt 107 Stunden im Jahr abgestellt werden.
Weil nicht unerhebliche Fledermausbestände im abzurodenden Wald bestätigt werden, müsse zwei Jahre lang auf Kosten von Juwi ein Fledermausmonitoring durchgeführt werden. Die Bevölkerung wurde aufgerufen Streife zu laufen, weil in anderen Gebieten schon Reste von Knallkörpern an Nestern gefunden und auch vor Vergiftungen nicht zurück geschreckt worden sei.

Unabhängig davon dürfen die Rotoren aus immissionsrechtlichen Gründen von 22 bis 6 Uhr nur leistungsreduziert laufen. Aufgeworfen wurde die Frage, ob sich Juwi wirtschaftlich dieses Risiko noch leisten könne.
Weiteren Druck möchte die Bürgerinitiative durch eine Absenkung des schallreduzierenden Niveaus für den Schalksberg in Maßbach erreichen. Dort war durch eine Umwandlung des Erholungsgebietes in ein allgemeines Wohngebiet überhaupt erst der Weg frei gemacht worden, dass Green City auf Volkershausener Seite fünf Windräder errichtet hat.Nun sei aber die Stimmung am Schalksberg gekippt.Eine Bewohnerin hatte mit Unterstützung der Bürgerinitiative aus Rothhausen auf Wiederherstellung des alten Status Quo geklagt. Entweder der Markt Maßbach wandle den Schalksberg mit allen Rechten und Pflichten in ein allgemeines Wohngebiet um oder es müssten die immissionsrechtlichen Werte für ein Erholungsgebiet eingehalten werden. Diese Auffassung vertritt auch eine Hanauer Rechtsanwaltskanzlei, die eine entsprechende Klage angestrengt hat.Weil die Rechtsgrundlage für den Schalksberg sich auch auf die drei Rothhäuser Windräder auswirken würde, hat inzwischen eine weitere Anliegerin des Schalksberg mit Unterstützung der Bürgerinitiative eine Klage auf weitere Schallreduzierung gegen Juwi angestrengt.

Ronald Beck hat die immissionsrechtlichen Werte aufgearbeitet. Er ist überzeugt, dass diese theoretisch ermittelten Werte in einigen Fällen auf die gesetzlich zulässigen Höchstwerte, wie er es ausdrückte, "zurechtgerechnet" wurden. Er schlug vor ein amtlich anerkanntes Messinstitut zu beauftragen, das den Schall vor Inbetriebnahme und danach misst.
Doch Rechtsanwälte, Klagen und Gutachten kosten Geld. Auf rund 20 000 Euro summieren sich die Gesamtkosten, hat Schatzmeisterin Petra Wiener ausgerechnet. Ein Internet-Aufruf hatte bislang 45 Personen zu Spenden bewogen, die sich in ihrer Gesamtsumme auf knapp über 9 000 Euro summieren.
Da sich viele Gegner des Projektes noch nicht beteiligt haben, ist Gegenwind zuversichtlich die Gesamtsumme erreichen zu können.Zudem soll an die Gemeinde Thundorf ein Antrag auf Übernahme des unabhängigen Schallgutachtens gestellt werden. Einen ähnlich gelagerten Fall zur Strahlenbelastung hatte die Gemeinde 2005 im Zusammenhang mit Handymasten in Thundorf auch bezahlt, wurde argumentiert. Des weiteren wird überlegt, in welcher Form Überschüsse aus Festen und Verkaufsveranstaltungen in den Fonds fließen können.
Einer zieht bereits die Konsequenzen aus der Situation in der Region .Gerald Meyer will weg. Sein erst vor zwei Jahren erworbenes Anwesen an der Rothhäuser Mühle steht in Internet-Portalen zum Verkauf. Er verkauft es wegen den Windrädern, auch wenn er mit finanziellen Einbußen rechnen muss. Als Berufsmusiker sei er eng mit dem Thema Infraschall verbunden und er wisse um die Gefahren, hat er mehrmals in Gesprächen betont.




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