BAD BRÜCKENAU

Die Kugel rollt in Bad Brückenau vorerst weiter

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Vereinsvorsitzender Bernd Hörmann freut sich über die vorläufige Weiternutzung im Keller der Therme Sinnflut. Foto: Julia Raab

Im Juni beschäftigte sich der Stadtrat mit der Raumsuche des Sport Kegler Vereins Bad Brückenau. Damals bat dessen Vorsitzender Bernd Hörmann die Stadt um Unterstützung. Einen Neubau könne sich der Verein nicht leisten, hieß es da. Nur einen Monat später – im Juli – ließ eine Pressemeldung des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV) die Kegler aufhorchen: Die Voraussetzungen für eine Förderung haben sich geändert. „Wir freuen uns, dass die Förderquote für einen Neubau viel höher ausfällt als erwartet“, sagt Hörmann erleichtert.

Die Pläne für die Zukunft des Vereins mit 104 Mitgliedern haben sich daraufhin konkretisiert. Denn es gehe um einen Zuschuss von 55 Prozent und ein Darlehen von zusätzlich 20 Prozent. Der Grund für die hohe Förderquote: „Bad Brückenau zählt im Sonderförderprogramm Sportstättenbau zu einer besonders strukturschwachen Region“, erklärt Hörmann.

Damit sei ein Neubau nicht mehr ausgeschlossen. Insgesamt habe der Verein ein Vorhaben von einer Million Euro eingereicht. „Das sind Kosten für ein Gebäude und für die neue Kegelbahn“, fasst er zusammen. Auch wenn die Einzelheiten noch nicht geklärt sind, ist sich Hörmann sicher: „Diese Belastung können wir stemmen.“

Wenig Spenden

Mit dem Aufschub des Umbaus der Therme Sinnflut kommt ein weiterer Faktor dazu, der den Keglern in die Karten spielt: „Wir haben jetzt etwas mehr Zeit, um die Planungen voranzutreiben“, sagt Hörmann. Den Stadtwerken sei er sehr dankbar, dass es einen unbürokratischen Weg für eine verlängerte Nutzung der Kellerräume über die Kündigung hinaus gibt. Auf Nachfrage bestätigt Michael Garhamer, Geschäftsführer der Stadtwerke, die Zusage: „Wir bieten dem Verein eine weitere Nutzung von voraussichtlich einem Jahr an, bestimmt aber, solange es möglich ist“, bestätigt er.

Drei Kostenvoranschläge für einen Neubau liegen aktuell vor. „Die Rückmeldung aus München, dass wir förderwürdig sind, haben wir gerade erhalten“, sagt der Vorsitzende erfreut. In den kommenden Tagen gehe der Hauptantrag raus. Ab dann müsse der Verein noch einmal bis zu acht Monate auf das Ergebnis aus München warten. Einen konkreten Ort für das geplante Vereinsheim gibt es noch nicht: „Da sind wir immer noch sehr offen“, sagt Hörmann.

Die Vorschläge, die auch in der damaligen Stadtratssitzung vorgetragen wurden, seien alle noch relevant. Dazu zählen das Gelände neben dem Sportplatz in Römershag, das Bad Brückenauer Gewerbegebiet am Buchrasen und eine Zusammenarbeit mit dem 1. FC Bad Brückenau. Letztere Möglichkeit wurde in der Stadtratssitzung vertieft diskutiert. Auf aktueller Nachfrage allerdings dementiert Stefan Richter, Vereinsvorsitzender des 1. FC Bad Brückenau, die Möglichkeit der Zusammenarbeit: „Für uns hat sich das Thema wegen eigener Planungen, die anstehen, erledigt.“

Ein Spendenaufruf der Kegler zu Beginn des Jahres verlief wenig erfolgreich. Die Rückmeldung darauf hielt sich in Grenzen. Lediglich 100 Euro seien gespendet worden, sagt Hörmann. Eine Erklärung für die geringe Resonanz hat er auch: „Wahrscheinlich war alles noch zu unkonkret“, sagt er. Das solle sich jetzt aber ändern. „Wenn wir einen Plan haben, dann starten wir einen neuen Aufruf.“

Zahlen und Daten zum Sport Kegler Verein

Die Therme Sinnflut kündigte dem Sport Kegler Verein zum Ende des Jahres den Pachtvertrag wegen Eigenbedarf durch die anstehende Sanierung. So verliert der Verein nicht nur die Vereinsräume, sondern auch die große Vier-Bahnen-Anlage. Diese ist fest verbaut und kann nicht abtransportiert werden. Der Stadtrat forderte im Juni konkrete Pläne vom Sport Kegler Verein für eine erneute Auseinandersetzung mit dem Thema.

Verein Vereinsvorsitzender Bernd Hörmann ist Landestrainer der männlichen U18-Spieler. Die Damenmannschaft des Vereins spielt in der Landesliga Nord. Zwei Jugendspielerinnen aus dem Brückenauer Verein erreichten kürzlich die Bezirkskader-Auswahl.

Förderung Der Freistaat fördert ab dem Doppelhaushalt '19/20 den Sportstättenbau in finanzschwächeren Gemeinden Bayerns mit zusätzlich zehn Millionen Euro jährlich. Damit erhöht sich das Volumen für den vereinseigenen Bau von Sportanlagen auf rund 25 Millionen Euro im Jahr über ein Sonderprogramm Sportstättenbau des Bayerischen Landessportverbandes.

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