HAMMELBURG

„Die Planeten“ sorgen für Hörfreude

Ohren-Schmaus des Bruckner-Orchesters. Foto: FOTO Peter Miecke

(pm) Das Bruckner-Orchester zu Gast in der Bayerischen Musikakademie: Mit einer öffentlichen Generalprobe in Hammelburg zwischen Weihnachten und Neujahr bereiteten sich die Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters unter ihrem Dirigenten Reinmar Neuner auf ein Konzert in Würzburg vor. Die siebensätzige Orchestersuite „Die Planeten“ des englischen Komponisten Gustav Holst (1874 bis 1934) bildete den Hauptteil des Programms.

Im Gegensatz zum angelsächsischen Raum in Deutschland eher selten zu hören, weist die etwa eine Stunde dauernde Suite mit den Satzbezeichnungen Mars, Venus, Merkur, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun eindeutige spätromantische Züge auf, mit allem, was diese Musikepoche kennzeichnet. Der heutige Zuhörer fühlt sich an effektvolle Filmmusik erinnert, war doch diese Suite nicht nur eine der Vorgängerinnen dieses Genres, sondern einzelne Phrasen und Teile des Werkes waren oft Grundlage für Kompositionen in neuerer Zeit.

Mit der Astrologie befasst

Nachdem sich Holst ausgiebig mit der Astrologie befasst hatte, kam ihm die Idee, seine mystischen Erkenntnisse musikalisch zu verarbeiten. Beeinflusst von der Musik Igor Strawinskis und Arnold Schönbergs stattete er die 1920 uraufgeführte Suite mit monumentalen Klangeffekten aus.

Beeindruckend, wie das Bruckner-Orchester dieses Werk nach nur kurzer Zeit des Einstudierens meisterte. Wenn auch höchst motiviert, so sitzen doch zumeist Laienmusiker an den Pulten, die aus allen Teilen Deutschlands kommen und sich einmal im Jahr zum gemeinsamen Orchesterspiel versammeln. In allen Registergruppen stark besetzt, lotete das Orchester die unterschiedlichen Stimmungen aus und bereitete – dank höchster Konzentration und sorgfältigem Zusammenspiel – uneingeschränkte Hörfreude.

Weihevoller Richard Wagner

Das galt auch für die zunächst zu Gehör gebrachten Vorspiele aus der Oper Lohengrin von Richard Wagner. Während im Vorspiel zum ersten Akt das Gralsthema zunächst zart durch die Streicher vorbereitet und dann in weihevollen Klängen von den Blechbläsern entfaltet wurde, leitete das Vorspiel zum dritten Akt mit temporeichem Jubel und herrlicher Prachtentfaltung über zu dem bevorstehenden Hochzeitsfest.

Reinmar Neuner, den sich das Orchester zum zweiten Mal als Dirigenten geholt hat, führte die Musikerinnen und Musiker – darunter auch viele Jugendliche – mit sicherer Hand durch die anspruchsvollen Partituren. Starker anerkennender Applaus im voll besetzten Großen Saal der Akademie.

Schlagworte

Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!