BAD KISSINGEN

Digitalisierung in der Medizin: Deutschland auf dem drittletzten Platz

In der Deegenbergklinik wurde schon 2015 die mobile Herzkontrolle in einer Studie an Patienten angewendet (Stichwort Cardio Secur Active). Im Bild zeigt Prof. Peter Deeg das Kontrollgerät. Foto: Archiv Isolde Krapf

Das Thema „Digitalisierung in der Medizin“ wird am Mittwoch, 22. Januar, bei der Tagung in der Deegenbergklinik ganz groß geschrieben. Auf dem Podium referieren Ärzte und Fachleute, die sich mit diesem Thema beruflich auseinandersetzen. Jeder Arzt, aber auch jeder Bürger, den die neusten Entwicklungen auf diesem Gebiet interessieren, kann zu der Veranstaltung in die Turnhalle der Klinik kommen, sagt Klinikchef Prof. Peter Deeg, der die Tagung moderieren wird.

Die Veranstaltung ist also nicht nur an ein Fachpublikum gerichtet. Denn schließlich gehe das Thema ja jeden vielleicht irgendwann und irgendwie an, sagt der Ärztliche Direktor der Klinik auf Anfrage. „Heute kann sich ja jeder, der Diabetes oder Herzprobleme hat, per Smartphone ständig kontrollieren“, so der Mediziner weiter. Dass es zur Kontrolle die entsprechenden digitalen Programme gibt, sei für chronisch Kranke ein unschätzbarer Gewinn.

Andere weit voraus

Doch das Thema müsse noch viel bekannter werden und auch politisch, wie wirtschaftlich vorangetrieben werden, glaubt Deeg. Andere Länder seien Deutschland da weit voraus. „Im Vergleich der europäischen Staaten belegt Deutschland den drittletzten Platz, was die Digitalisierung im medizinischen Bereich angeht.“

Zu der Veranstaltung am 22. Januar hat die Beauftragte für Digitalisierung der Bundesregierung, Staatsministerin Dorothee Bär, ihr Kommen angesagt. Zudem wird Landrat Thomas Bold dabei sein, der die Gründung des Bad Kissinger Zentrums für Telemedizin (ZTM) maßgeblich vorantrieb.

Ein erprobter Fachmann ist offenbar auch Helmut Greger von der Leitung des Servicezentrums Informatik der Uni-Klinik Würzburg. Der studierte Mathematiker leitete bereits ein paar Jahre das IT-Zentrum der Berliner Charité, bevor er sich in die EDV-Abteilung der Würzburger Uni bewarb, erzählt Deeg den Werdegang des gebürtigen Kürnachers.

Zudem spricht auch Prof. Christoph Reiners, früherer ärztlicher Direktor des Uniklinikums Würzburg, bei der Veranstaltung. Er ist seit seiner Pensionierung Ende 2015 wissenschaftlicher Sprecher der Plattform „Gesundheit/Medizin“ der vom Freistaat getragenen Kooperations-, Forschungs- und Gründungsplattform „Zentrum Digitalisierung.Bayern (ZD.B).“. Sein Thema: „Klinische und wissenschaftliche Aspekte der Digitalisierung innerhalb der Universitätsmedizin.“

Alexander Siebel, Herzchirurg am Bad Neustädter Rhön-Klinikum Campus, spricht über die „Telemedizinische Nutzung von Herzschrittmachern und anderen implantierbaren Systemen in der Herzmedizin“. Später will Peter Wegmann, Vertriebsleiter für Deutschland der Compu Group Medical AG, ins Thema einsteigen. „Digitalisierung, wir können das“, lautet der ermutigende Titel seines Referats.

Später stehen die Experten Rede und Antwort, wenn es um Fragen aus dem Auditorium geht. Beginn der Tagung ist um 18.30 Uhr (Einlass 18 Uhr). Das Ende der Tagung ist für 21 Uhr angesetzt. (ikr)

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