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Dramatische Wende: Muss Kind zurück nach Rumänien?

Muss dieses in Rumänien geborene Kind seine deutsche Pflegefamilie verlassen?
Muss dieses in Rumänien geborene Kind seine deutsche Pflegefamilie verlassen? Foto: FOTO Wahler-Göbel

(swg) Im Fall eines rumänischen Kindes, das seit 2006 bei einer Familie nahe Bad Brückenau lebt, deutet sich eine dramatische Wende an. Wie die Pflegemutter im Gespräch mit der Main-Post berichtete, soll das dreijährige Mädchen möglicherweise schon kommende Woche zurück nach Rumänien. „Wir hoffen auf einen rettenden Engel“, so die Pflegemutter, die sich kämpferisch gibt.

Wie Spiegel-TV-Reporter Detlev Konnerth bei Behörden in Temesvar recherchierte, haben die leiblichen Eltern einen Rückführungsantrag gestellt. „Sollte er unterschrieben werden, ist die rechtliche Lage damit glasklar“, so der aus Rumänien stammende 52-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. „Humanitär ist es aber eine Katastrophe.“

Dies ist auch die Meinung von Landrat Thomas Bold. „Humanitär ist das wirklich sehr problematisch“, so Bold auf Anfrage. „Ein menschliches Dilemma.“ Dennoch seien deutsche Behörden nicht zuständig und auch nicht handlungsfähig. „Entscheidend sind der Wille der leiblichen Eltern und die rechtliche Lage im EU-Land Rumänien.“

Er werde sich allerdings im Interesse des Kindeswohls mit dem rumänischen Generalkonsulat in Verbindung setzen, so Bold. „Das Mädchen ist in seine deutsche Pflegefamilie sehr gut integriert.“ Dass in Rumänien andere Lebensbedingungen herrschten als in Deutschland, das sei allgemein bekannt.

Konnerth, der unter anderem über Internetrecherchen auf das Schicksal des Kindes gestoßen ist, drückt die Lage viel drastischer aus: „Das Mädchen käme von Bullerbü in die Hölle.“ Er habe mit seinem Team die leiblichen Eltern in Rumänien unangekündigt aufgesucht. „Die vegetieren vor sich hin.“ Es gehe hier um einen Härtefall. „Das Kind würde schwere psychische und körperliche Schäden erleiden, wenn es in solche unhaltbaren Zustände muss“, ist der 52-Jährige überzeugt.

Das heute knapp dreijährige Mädchen kam 2006 durch die illegale Vermittlung einer Deutsch-Rumänin aus Hammelburg in den Landkreis Bad Kissingen. Diese ist inzwischen wegen versuchten Kinderhandels vom hiesigen Amtsgericht verurteilt worden. Das Verfahren geht jedoch in die nächste Instanz.

Der Reporter ist entschlossen, „die Kamera drauf zu halten, wenn das schreiende Kind abgeholt wird“. Er stehe in ständigem Kontakt mit der Familie aus dem Raum Brückenau. „Es mag als Reporter nicht gerade sehr professionell sein, aber ich fühle mich mit ihnen sehr verbunden und nehme am Schicksal des Kindes großen Anteil.“

Online-Tipp

Die Vorberichte zum Thema finden Sie unter http://badkissingen.mainpost.de.

Einen Fernsehbeitrag sendet Spiegel-TV in seinem Magazin am Sonntag, 26. April, ab 22.55 Uhr auf RTL.

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