Bad Kissingen

Ehemalige Gärtnerei: Stadt betreibt Zwangsversteigerung

Das Anwesen Heiligenfeld 3 kennt fast jeder Kissinger. Durch seine Lage am Ring sehen viele das leerstehende Haus täglich im Vorbeifahren. Demnächst wird es versteigert.
Das Anwesen Heiligenfeld 3, eine ehemalige Gärtnerei und Baumschule, steht zur Zwangsversteigerung an.
Das Anwesen Heiligenfeld 3, eine ehemalige Gärtnerei und Baumschule, steht zur Zwangsversteigerung an. Foto: Siegfried Farkas

Dass bei Zwangsversteigerungen auch von Rückständen bei Steuern und Gebühren für Kommunen die Rede ist, gehört für die zuständigen Gerichte zum Alltag. Oftmals fällt es Eigentümern mit Zahlungsproblemen nicht nur schwer, die Raten an die Bank zu begleichen. Ist die finanzielle Situation erst einmal aussichtslos, mangelt es nicht selten auch an Zahlungsfähigkeit für Forderungen von Kommunen.

Offene Forderungen

Nicht so häufig ist dagegen, dass eine Zwangsversteigerung von einer Kommune betrieben wird. In diesem Fall ist das aber so. Wie Pressesprecher Thomas Hack auf Anfrage bestätigt, betreibt die Stadt die Zwangsversteigerung, "weil wir offene Forderungen haben". Wie hoch die sind, will Hack nicht verraten. Das unterliege dem Steuergeheimnis.

Die ehemalige Gärtnerei und die zugehörigen Flächen liegen nicht weit unterhalb der KissSalis Therme. Der Gedanke, den für künftige Erweiterungen zur Verfügung stehenden Grund in Nachbarschaft der Therme durch Ersteigerung der ehemaligen Baumschule zu arrondieren, läge also nahe. Eine "strategische Absicht" verfolge die Stadt bei der Zwangsversteigerung aber nicht, erklärt Hack dazu auf Nachfrage.

Stadt: Keine strategische Absicht

An der Therme gebe es zwar aktuell diverse Vorhaben, der Bereich der ehemaligen Gärtnerei sei davon aber nicht betroffen. Das zur Zwangsversteigerung anstehende Areal liegt im Bereich des Sondergebiets Kur, Erholung und Gesundheit. Eigentümer der Therme ist die Stadtwerke Bad Kissingen GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Stadt.

Zur Versteigerung stehen am 20. Mai in Schweinfurt laut Abteilung für Immobiliarvollstreckung des Amtsgerichts Schweinfurt nicht nur das Gebäude des ehemaligen Gärtnereibetriebs samt Gerätehalle, Schuppen und Treibhaus, sondern darüber hinaus auch einige landwirtschaftliche Flächen. Die zum Haus gehörende Fläche wird mit 2370 Quadratmetern angegeben. Dazu kommen 330 Quadratmeter Ackerland und zwei weitere Flächen von 2210 Quadratmetern und 5383 Quadratmetern Größe. Die kleinere dieser beiden Flächen wird zum Teil als Ackerland und zum Teil als Bauerwartungsland, die größere insgesamt als Bauerwartungsland eingestuft.

Verkehrswerte summieren sich auf  460 000 Euro

Der Verkehrswert des Gebäudes samt Anbauten und Grundstück ist mit 201 725 Euro angesetzt. Dazu kommen drei weitere gutachterliche ermittelte Verkehrswerte: für das kleine Stück Ackerland 990 Euro, für die gemischte Fläche aus Ackerland und Bauerwartungsland 53 400 Euro und für die größte Fläche 209 900 Euro.

Viel Staat ist mit dem Baubestand des Objekts nach Einschätzung des Gutachters nicht mehr zu machen. Dem Hauptgebäude spricht er zwar die Möglichkeit weiterer Nutzung zu. Bei Gerätehalle, Geräteschuppen, Holzlege und Waschraum sowie dem Treibhaus hat er jeweils keine Restnutzungsdauer mehr angesetzt, sondern empfiehlt den Abriss. Das Wohngebäude ist nach Angaben des Gutachters 1919 errichtet worden. Für das angebaute Gewächshaus unterstellt er dasselbe Entstehungsjahr. Gerätehalle, Geräteschuppen, Holzlege und Waschraum kamen nach Einschätzung des Gutachters in den Dreißiger oder Vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hinzu.

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