BAD BRÜCKENAU

Ein Zeichen gegen die Trasse

Ihr Name gegen die Trasse: Alexandra Ögretmen aus Kothen hat bereits unterschrieben. Ulrike Müller
Ihr Name gegen die Trasse: Alexandra Ögretmen aus Kothen hat bereits unterschrieben. Ulrike Müller Foto: Foto:

Natürlich hat sie unterschrieben. Keine Frage. Alexandra Ögretmen aus Kothen ist gegen die geplante Stromtrasse „SuedLink“, die die Rhön entlang der Autobahn A 7 durchschneiden soll. Überall im Landkreis liegen Listen aus, in die sich Bürger als Zeichen des Protestes einschreiben könne. In Bad Brückenau allerdings sind die Reaktionen eher verhalten.

„Am Anfang war die Nachfrage schon sehr stark“, erzählt Elke Reim von der Metzgerei Schuricht. Mittlerweile habe das Interesse jedoch nachgelassen. Auch in anderen Geschäften ist das Bild ähnlich. „Nur wenn ich die Leute anspreche, tragen sie sich auch ein“, berichtet Anita Koberstein vom Modegeschäft Klubertanz.

„Ich habe den Eindruck, dass die Leute viel zu wenig über das Projekt wissen“, fügt Karin Kook vom Teeladen hinzu. Bis Ende Mai liegen die Listen in Geschäften, dem Rathaus und der Tourist-Info aus.

Die Stromtrasse war auch Thema in der jüngsten Sitzung des Stadtrates am Dienstag. „Da muss man an die Schmerzgrenze gehen, sonst passiert gar nichts!“, machte Manfred Kaiser (CSU) seinem Unmut Luft. „Wir kleinen Kommunalpolitiker müssen stark auftreten“, fügte Jürgen Pfister (PWG) an. „Wir brauchen aber auch die große Politik.“

Der Protest gegen die Trasse soll in einem Verein gebündelt werden. Die Idee entstand auf der Ebene des Landkreises. „Alle Kommunen und Bürgerinitiativen sind aufgefordert, dem Verein beizutreten“, erklärte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Ende Juni solle der Verein unter der Federführung von Jochen Vogel, Kreisrat (CSU) und Bürgermeister von Motten, aus der Taufe gehoben werden. Der Stadtrat sprach sich mit zwei Gegenstimmen dafür aus, dem Verein beizutreten. Heribert Jakobsche (PWG) und Udo Somaruga (SPD) stimmten mit Nein. Jakobsche begründete seine Entscheidung damit, dass er grundsätzlich dagegen sei, dass die Stadt Mitglied eines Vereins werde, solange sie das nicht auch bei Vereinen der Stadt tue. Somaruga pflichtete ihm bei und wies darauf hin, dass noch nicht einmal die Rechtsform eines Vereins geklärt sei.

Auch in einem anderen Punkt wurden die Weichen gestellt. Der Stadtrat entschied, beim Eisenbahnbundesamt einen Antrag auf Freistellung für das Teilstück der Bahnstrecke zwischen Jossa und Wildflecken zu stellen, das auf dem Stadtgebiet liegt. „Warum entscheiden wir darüber erst jetzt?“, fragte sich Erwin Miller (Freie Bürger) laut.

„Wir wollen die Voraussetzungen schaffen für den Fall, dass der Verein sein Projekt nicht umsetzen kann“, antwortete Meyerdierks zwar nicht auf die Frage, bezog aber eindeutig gegen die Reaktivierung Stellung. Einzig die SPD-Fraktion mit Benjamin Wildenauer und Udo Somaruga stimmten dem Antrag auf Freistellung nicht zu.

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