KREUZBERG

Ein großer Prediger und Buchautor

Das neue Jahr bringt auch Veränderungen am Kloster Kreuzberg. Am 3. Januar wird der langjährige Wallfahrtsseelsorger auf dem heiligen Berg der Franken, Pater Dominik Lutz, mit einem Gottesdienst verabschiedet.
Zahlreiche Bücher über Nothelfer, die Nothelfer-Verehrung und über Vierzehnheiligen hat Pater Dominik verfasst.
Zahlreiche Bücher über Nothelfer, die Nothelfer-Verehrung und über Vierzehnheiligen hat Pater Dominik verfasst. Foto: FOTO Otto Kleinhenz

Der heute 83-Jährige Franziskaner kam 2001 auf den Kreuzberg, nachdem er zuvor 20 Jahre als Wallfahrtsseelsorger in Vierzehnheiligen tätig war. Auch auf dem heiligen Berg der Franken war er als Wallfahrtsseelsorger tätig. Und auch hier in der Rhön beeindruckte er viele Gläubige mit seinen ebenso eingängigen wie wortgewaltigen Predigten. Sehr impulsiv und mit großem Nachdruck vermittelte Pater Dominik die Glaubensbotschaft.

Geprägt haben den 1926 in Morlesau bei Hammelburg geboren Dominik, der mit sechs Geschwistern aufwuchs, die Kriegsjahre. Nach der Volksschulzeit trat er schon in jungen Jahren ins Dettelbacher Kloster ein. In Bamberg besuchte er das Gymnasium.

Zu Kriegsbeginn, er war gerade 13 Jahre alt, wurde der Vater eingezogen. Später rückten drei Brüder nach. Von der Schulbank weg wurde Dominik 1943 mit seiner ganzen Abiturklasse zum Dienst als Luftwaffenhelfer in Schweinfurt geholt. Nach der militärischen Ausbildung kam im Frühjahr 1945 der Einsatz in der Oberlausitz und in Schlesien. Als „Milchgesicht“, hänselten die Landser die Jungen, die an die vorderste Front mussten. Der russischen Gefangenschaft entzog er sich mit zwei Kameraden durch eine abenteuerliche Flucht.

Gerade noch 98 Pfund schwer kehrte er im Juni 1945 heim. Schon im Oktober 1945 kam sein Eintritt in den Franziskanerorden in Dietfurt. Auf die Priesterweihe durch Kardinal Michael Faulhaber am 8. Juli 1951 in München folgten Tätigkeiten als Präfekt in Bamberg und Freystadt.

1967 wurde Pater Dominik als Guardian von St. Anna nach München berufen. Ihm verdankt die Stadt den Wiederaufbau dieses Juwels: 1979 strahlte die erste Rokokokirche Altbayerns wieder im alten Glanz. Nicht zuletzt dafür erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

1981 ereilte ihn die Berufung als Wallfahrtsseelsorger nach Vierzehnheiligen, eine Aufgabe, die er 20 Jahre lang wahrnahm. Die Restaurierung der Frankenbasilika erforderte großen Einsatz und viel Kunstverständnis. Die Feier zur Vollendung der Arbeiten 1990 war für ihn ein unvergessliches Erlebnis.

Pater Dominik wird ein bleibendes Vermächtnis hinterlassen: er hat gleich mehrere wichtige Sammelbände zur Nothelfer-Verehrung, Bücher über Vierzehnheiligen und die Nothelfer, kleine und große Bildbände und Chroniken über seine Heimat im Saaletal verfasst.

Getreu seinem Motto: „Gib dich aus der Hand - Gib dich in Gottes Hand - Lass Gott freie Hand!“ wird Pater Dominik nun seinen letzten Lebensabschnitt auf der Seniorenstation des Schwesternkonvents in Vierzehnheiligen ganz bewusst verbringen.

Den Gottesdienst am Sonntag, 3. Januar, um 11 Uhr in der Klosterkirche, in dessen Rahmen er verabschiedet wird, gestaltet Pater Dominik selbst. Sein Nachfolger als Wallfahrtsseelsorger wird Pater Eberhard Sievers, der aus dem Kloster Halle kommt und der zur Zeit im Kloster Altstadt in Hammelburg in der Seelsorge aushilft.

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