Bad Kissingen

Eissport GmbH: Gericht hebt Beschränkungen auf

Die vorläufige Insolvenzverwaltung für die Eissport Bad Kissingen GmbH steht vor dem Ende: Für die Wölfe aber geht die Hängepartie wohl erst mal weiter. Foto: Archiv Dieter Hopf

Die Eissporthalle Bad Kissingen hat eine bewegte Geschichte. Das bestätigt sich auch mit der jüngsten Entwicklung: Für den Eigentümer, die Eissport Bad Kissingen GmbH, ist ein Ende der vorläufigen Insolvenzverwaltung abzusehen, unter die das zuständige Amtsgericht Schweinfurt das Unternehmen im September gestellt hatte.

Das Gericht hat die im Zusammenhang mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung damals angeordneten Sicherungsmaßnahmen nun wieder aufgehoben. Wie der Würzburger Rechtsanwalt Matthias Reinel, den das Gericht mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung beauftragt hatte, auf Anfrage bestätigte, "ist der GmbH Geld zugeführt worden". Und damit erledigt sich aller Voraussicht nach dann auch die vorläufige Insolvenzverwaltung. "Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis", sagte Reinel, liege damit wieder bei der Geschäftsführung der GmbH.

Antrag der Stadtwerke als Auslöser

Förmlich beendet ist das Verfahren noch nicht. Wie der Würzburger Rechtsanwalt am Dienstag erklärte, wird noch über den Antrag der Stadtwerke Bad Kissingen GmbH entschieden. Diese hatte das Verfahren ins Rollen gebracht. Bei dem Antrag ging es den Stadtwerken um die Sicherung seiner Forderungen, die sich im mittleren fünfstelligen Bereich bewegt haben sollen. Außerdem soll sich das städtische Tochterunternehmen Sorgen um die Fotovoltaikanlage gemacht haben, die es auf dem Dach der Eissporthalle betreibt.

Ob die Forderungen der Stadtwerke bereits beglichen sind, war am Dienstag nicht klar. Stadtwerkechef Manfred Zimmer war für entsprechende Fragen nicht zu erreichen. Beobachter gehen aber davon aus, dass die Eissport GmbH auch dieses Hindernis beiseite räumt.

Weiterhin bereit, sich zusammenzuraufen

Vom Eishockeyclub Kissinger Wölfe, der durch die jüngsten Probleme mit der Halle und einen vorangegangenen Streit mit den Eigentümern weder zum Training noch zum Spielbetrieb in die Halle kann, war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten. Vorsitzender Michael Rosin erklärte lediglich, die Vereinbarung der Beteiligten, sich in der Sache vorläufig nicht öffentlich zu äußern, gelte nach wie vor. Für Mittwoch sei allerdings ein erneutes Treffen der Beteiligten und ihrer Anwälte vereinbart. Da müssten die Anwälte dann "klären, wie es weitergeht".

Die grundsätzliche Bereitschaft des Vereins, sich mit den Eigentümern der Halle doch noch zusammenzuraufen, bestehe jedenfalls nach wie vor. "Die war von Anfang an da", erklärte Rosin dazu. Die Hoffnung, den Verein doch noch rechtzeitig in ruhiges Fahrwasser zu bringen, hege er nach wie vor.

Dass sich die Wölfe und die Eissport GmbH zusammenraufen, hält auch Rechtsanwalt Matthias Reinel in einer persönlichen Einschätzung abseits aller insolvenzrechtlichen Fragen, für die besten Weg. Der Verein braucht die Eigentümer und ihre Halle für Training und Spiele  als Grundlage seiner sportlichen Existenz. Und die Eigentümer brauchen den Verein als einen wichtigen Nutzer und damit zumindest als Teil der Grundlage ihrer ökonomischen Existenz.

Bis 2017 Eigentum der Stadt

Wie mehrfach berichtet, hat die Stadt Bad Kissingen die 43 Jahre alte Eissporthalle im Juli 2017 verkauft. Wie das Rathaus damals verkündete, sollte die Ausübung des Eissports in Bad Kissingen weiter gewährleistet sein. Der private Erwerber sichere den Weiterbetrieb mit öffentlichen Laufzeiten und Vereinsnutzung für die nächsten 20 Jahre zu. Den Verkauf hatte Oberbürgermeister Kay Blankenburg vorangetrieben. Zuvor hatte es im Stadtrat wiederholt Debatten über die Belastung der städtischen Finanzen durch das Dauerdefizit der Halle gegeben.

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