Bad Kissingen

Eissporthalle: Wölfe setzen auf das Prinzip Hoffnung

Die Hängepartie für den Eissport in Bad Kissingen geht weiter. Die erhoffte schnelle Lösung lässt noch immer auf sich warten.
Guter Eishockeysport in der Kissinger Eissporthalle: Die Kissinger Wölfe hoffen weiter, dass es damit nicht vorbei ist. Foto: Dieter Hopf

Die Situation für den Eislaufsport in Bad Kissingen ist in den vergangenen Tagen nicht besser geworden. Aus der Entscheidung bis zum Ende dieser Woche, auf die der Eishockeyklub Kissinger Wölfe setzte, ist (noch) nichts geworden. Jetzt hoffen die Wölfe weiter. Auf nächste Woche. Da soll der ukrainischstämmige Eigentümer der Eissport Bad Kissingen GmbH nach Deutschland kommen. Irgendeine tragfähige Lösung werde man da schon finden, erklärte Michael Rosin, der Vorsitzende der Wölfe am Freitag auf Anfrage.

Was den nächste Woche bevorstehenden Saisonbeginn für das Seniorenteam des Bad Kissinger Eishockeyklubs angeht, sagte Rosin: "Wir werden anfangen." In Absprache mit dem Verband müssten die ersten Spiele verlegt und verschoben oder anstehende Heimspiele angesichts jetzt noch fehlender Heimspielstätte auswärts ausgetragen werden. Wenn die Lage "komplett hoffnungslos wäre", ergänzt Rosin, "hätten wir die Arbeit schon eingestellt".

Wölfe favorisieren immer noch einen Verkauf

Aus Sicht der Wölfe wäre ein Verkauf der Halle die beste Lösung. Daraus macht Rosin nach wie vor keinen Hehl. Wenn es zu dem erhofften Verkauf an einen ernsthaften und seriösen Interessenten, den die Wölfe ganz offensichtlich kennen, tatsächlich komme, werde das die Basis für ruhige und kontinuierliche Arbeit in den nächsten Jahren, meint der Vorsitzende.

Matthias Reinel sieht die Angelegenheit wesentlich nüchterner. Voraussetzung dafür, dass es zu einem Verkauf komme, sei "Verkaufsbereitschaft des Eigentümers", sagt der vom Amtsgericht Schweinfurt als vorläufiger Insolvenzverwalter für die Eissport Bad Kissingen GmbH eingesetzte Rechtsanwalt aus Würzburg. Ob diese Bereitschaft bestehe, "ist aber unklar".

Warnung vor Hoffnung auf schnelle Lösung

Reinel warnt auch vor übertriebenen Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Probleme. Das Insolvenzrecht allein gebe jedenfalls grundsätzlich eine kurzfristige Lösung nur eingeschränkt her. Letztlich hänge viel von der Bereitschaft der Halleneigentümer auf der einen Seite und des Eishockeyclubs auf der anderen Seite ab, zu einem Arrangement zu kommen. Irgendwie sei da doch jeder auf den anderen angewiesen. Angesichts eines einige Monate zurückreichenden Streits zwischen Eigentümer und Verein sei aber ein hohes Maß an Emotion im Spiel.

Wie die Sache weitergeht, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Insolvenzverfahrens selbst ab. Die Eissport Bad Kissingen GmbH sei bemüht, "Gläubiger zu bedienen", berichtete Reinel. Möglicherweise sei dadurch irgendwann gar kein Insolvenzgrund mehr gegeben. Vorsichtshalber verweist der Rechtsanwalt zudem auf einen Vorlauf von geschätzt zwei Wochen, den ein Start in die Eislaufsaison nach der erhofften Einigung nach wie vor bräuchte. Von einem Vorlauf in dieser Größenordnung hatte kürzlich auch Rosin gesprochen: "Eine Woche arbeiten für die Bande und eine Woche Eis machen“, hatte er da gesagt.

Schuldner will Gläubiger bedienen

Zur Erinnerung: Das Amtsgericht Schweinfurt hat vor gut zwei Wochen auf einen entsprechenden Antrag der Stadtwerke GmbH hin die Eissport Bad Kissingen GmbH unter vorläufige Insolvenzverwaltung gestellt. Bei dem Antrag ging es dem Unternehmen um die Sicherung seiner Forderungen, erklärte Stadtwerkechef Manfred Zimmer damals auf Anfrage. Detailangaben zu den Forderungen machte Zimmer nicht. Dem Vernehmen nach bewegt sich die Forderung der Stadtwerke aber im mittleren fünfstelligen Bereich. Zudem sollen sich die Stadtwerke auch Sorgen um die Fotovoltaikanlage gemacht haben, die sie auf dem Dach der Eissporthalle betreiben.

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