Münnerstadt

Erste Anlaufstelle für Touristen

DasKommunalunternehmen wird seinen Tätigkeitsbereich um einen Ticketservice erweitern. Laut Bürgermeister ist beim Abschlussgespräch mit dem Prüfungsverband von guten Ergebnissen gesprochen worden.
Chefin Inge Bulheller ist überzeugt: "Wir werden das machen." Demnächst wird das Kultourismus-Büro im Schloss auch Vorverkaufsstelle für Eintrittskarten überregionaler Veranstaltungen sein. Damit wird der ohnehin breite Aufgabenbereich noch ein wenig größer. Die Mitarbeiter müssen immer schauen, dass sie nicht nur bei den Ausgaben haushalten, sondern auch neue Einnahmequellen erschließen. Denn Kultourismus ist vom Stadtrat mit rund 200 000 Euro pro Jahr budgetiert worden, allein 40 000 bis 45 000 Euro pro Jahr gehen davon laut Inge Bulheller für den Unterhalt der Räume drauf. "Die Budgetierung des Kommunalunternehmens ist das eine, das andere ist, was Kultourismus leistet", betont Bürgermeister Helmut Blank (CSU). "Es gibt extrem viele Veranstaltungen und die kosten halt Geld.Wenn wir diese nicht hätten, könnten wir das Budget auch kürzen."

Erste Ergebnisse

Und weil er gerade dabei ist, das von einigen Münnerstädter stark kritisierte Kommunalunternehmen zu verteidigen, rückt er mit einer Neuigkeit heraus: Noch liege der Bericht des Kommunalen Prüfungsverbandes zwar nicht vor, beim Abschlussgespräch sei aber von sehr guten Ergebnissen gesprochen worden. "Wir sind äußerst zufrieden", betont der Bürgermeister. Diese Aktivitäten des Verbandes waren Bestandteil einer ganz normalen, routinemäßigen Prüfung der Stadt.
Doch es gibt noch mehr Erfreuliches. Die Übernachtungszahlen haben sich in den letzten Jahren auf einem hohen Niveau eingepegelt, lagen zwischen rund 42 000 und knapp 48 000. "Wir bekommen die Zahlen vom Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung", erläutert Inge Bulheller. Zu den Gästen zählen vor allem die Besucher des Jugendhauses Am Dicken Turm, Geschäftsleute, Bestatter und Urlauber, die jedes Jahr wieder kommen. Ziel ist es natürlich, immer wieder neue Besucher in die Stadt zu locken. "Werbung wird von uns gezielt geschaltet", erklärt Inge Bulheller. Eine Statistik habe gezeigt, "unser Potenzial liegt hauptsächlich Richtung Thüringen und Hessen aufwärts. Der Süden ist weniger vertreten."

Prospekte werden verschickt

Wenn eine Anfrage im Kultourismus-Büro ankommt, stellen die Mitarbeiter Prospekte zusammen und schicken sie dem Interessenten zu. Das Gastgeberverzeichnis kommt in den Brief, ein Stadtplan, der Einkaufsführer, der Erlebnisrundgang und einiges mehr. Ob die jeweiligen Interessenten dann wirklich kommen und in einem Hotel oder einer Pension übernachten, können die Mitarbeiter aber kaum nachvollziehen, es sei denn die nehmen eines der Angebote wie Führungen wahr. Das macht es für die Mitarbeiter auch so schwierig, ihre Arbeit zu belegen.
Ganz anders sieht es bei den Bus-Gruppen aus. Denen wird das volle Programm geboten, wie Führungen in den Kirchen, der Stadt, Museum, Nachtwächterrundgang, Besichtigung der Tore, Heimatspielhaus, Verlobungstempel, Skulpturenweg, Talkirche und Maria Bildhausen. "Der Kunde entscheidet je nach verfügbarer Zeit, was er besichtigen möchte und wo er eine Führung wünscht. Alles wird möglich gemacht", betont Inge Bulheller. Außerdem sprechen die Mitarbeiter Empfehlungen für das leibliche Wohl der Gäste aus. "Manchmal sind wir auch etwas hartnäckig, damit keine Gruppe Münnerstadt verlässt, ohne hier gespeist zu haben." Positiv, so fügt Helmut Blank hinzu, wirke sich beispielsweise der Bayerische Hof am Marktplatz aus, der sehr gut angenommen werde. "Das trägt enorm zur Belebung der Innenstadt bei." Den Tourismus weiter ausbauen wolle man auch mit den großen Sonderveranstaltungen, wie BraveheartBattle, Oldtimer-Treffen, die Sachs-Rallye oder ganz neu die GTI-Treffen.
Der Tourismus ist aber nur eine der Aufgaben von Kultourismus. Dazu gehören auch noch Kulturveranstaltungen, das Museum und die Volkshochschule. Das Büro muss ebenfalls von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr besetzt sein. Das alles wird mit wenigen Teilzeitkräften gestemmt. Inge Bulheller arbeitet 60 Prozent, Sabine Schodorf, Nadine Bötsch und Björn Hein 50 Prozent. Hinzu kommen noch Monika Nöth als geringfügig Beschäftigte und die Helfer im Café Komturei.

Führungen durchs Museum

Björn Hein ist der wissenschaftliche Mitarbeiter im Team. Unter anderem führt er die Gäste durchs Museum. 60 bis 80 Minuten dauert so ein Rundgang, je nach Anfrage kann er das aber individuell gestalten. Für das Münnerstädter Berufsbildungszentrum hat er kürzlich eine Sonderführung über die Pädagogik vom Mittelalter bis zur Neuzeit durchgeführt. Im ersten Raum des Museum ist ein Fernseher aufgebaut worden, auf dem spezielle Szenen zum Mittelalter zu sehen sind - natürlich Aufnahmen vom Münnerstädter Heimatspiel. Hobby-Fotograf Björn Heim steckt auch viel Freizeit in seinen Beruf, kümmert sich beispielsweise um Plakate.
Für die Volkshochschule ist Nadine Bötsch zuständig. Sie generiert Kurse, sucht Kursleiter, erstellt das Programm, nimmt Anmeldungen entgegen, stimmt die Termine mit den Schulen ab und vieles mehr. Und nebenbei kümmert sie sich wie alle anderen auch um das normale Tagesgeschäft.
Die Liste ist lang. Kultourismus erstellt seit Jahren das Ferienprogramm, kümmert sich um Sonderausstellungen, den Veranstaltungskalender der Vereine, aber auch um Hochzeiten. "In diesem Jahr hatten wir 50 Trauungen - eine stattliche Zahl", meint Helmut Blank. Das soll noch ausgebaut werden.
"Man kann den Nutzen nicht definieren", fasst Björn Hein zusammen, weil ja immer nur über die Kosten von Kultourismus gesprochen werde. Bezüglich der Touristen ist er zu noch einem Schluss gekommen: "Die Leute sind schon begeistert, sprechen meist von einer wunderschönen Altstadt", sagt er. Und: "Wir können uns sehen lassen."

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