Euerdorf

Euerdorf: Patricia Schießer will wieder antreten 

Bürgermeister Patricia Schießer will wieder für das Amt kandieren. Foto: Gerd Schaar

Bislang ist es nur eine kurze Nachricht auf der Homepage der CSU Euerdorf. Amtsinhaberin  Patricia Schießer hat demnach bei einer Ortshauptversammlung der Partei am Samstag, 12. Oktober, verkündet, dass sie wieder als Bürgermeisterkandidatin kandidieren möchte.  "Ich habe noch etwas vor", verkündet sie selbstbewusst als "Eure Bürgermeisterkandidatin für Euerdorf und Wirmsthal". Mehr will sie dazu auf Nachfrage dieser Redaktion aus terminlichen Gründen erst am Montag sagen. 

Ob Patricia Schießer von der CSU erneut ins Rennen geschickt wird, hängt aber noch von der Nominierungsversammlung ab. Sie wird laut Ortsvorsitzendem Heribert Schießer Mitte November angesetzt. "Ich rechne nicht mit einem Gegenkandidaten", lässt er wissen.     

Diskussion um Hauptamtlichkeit

Die erneute Kandidatur hatte die Bürgermeisterin lange offen gehalten. Ihr hauptamtlicher Status ist in Euerdorf umstritten. Erst vor ihrer Wahl 2014 war dieser Status im Gemeinderat mit CSU-Mehrheit beschlossen worden. Die Befürworter argumentierten, dass die Aufgaben inzwischen zu komplex seien, um eine Gemeinde im Nebenamt zu führen.

Eine Ansicht, die von der Mehrzahl der Einwohner nicht geteilt wird. Die Initiative für das Bürgerbegehren, dass im Mai diesen Jahres mit überwältigender Mehrheit die Ehrenamtlichkeit ab der nächsten Periode ermöglicht, stammte nicht, wie berichtet, vom Bürgerblock sondern von den drei Gemeinderäten der Freien Wählergemeinschaft Wirmsthal, Bernhard Herterich, Guntram Gock und Christian Rost. Die drei Gemeinderäte der Freien Wählergemeinschaft Wirmsthal, Bernhard Herterich, Guntram Gock und Christian Rost brachten einen Bürgerentscheid ins Rollen. Er entschied im Mai dieses Jahres klar für die Nebenamtlichkeit. Weil die Gemeinde dadurch Geld spart, stimmten 73,9 Prozent für diesen Beschäftigungsstatus. Lediglich 26,1 Prozent votierten für die Hauptamtlichkeit.

Gleich nach dieser Entscheidung erklärte Patricia Schießer, dass sie eine erneute Kandidatur nicht vom Status der Aufgabe abhängig macht. Jetzt lässt sie dieser Aussage Taten folgen.

Peter Bergel hat auch Ambitionen auf das Bürgermeisteramt. Foto: Arkadius Guzy

Beobachter rechnen jedoch kaum damit, dass sie im März 2020 beim Stimmergebnis in gleicher Höhe wie 2014 punkten kann. Ohne Gegenkandidaten brachte sie es damals trotz der vorausgegangenen Diskussionen um ihre Hauptamtlichkeit auf 86 Prozent der Stimmen. Protest gab es dennoch: 91 Wähler schrieben andere Namen auf den Stimmzettel und die Quote der ungültigen Stimmen war mit 149 ungewöhnlich hoch.

Außerdem macht 2020 bisher wohl mindestens ein Gegenkandidat Patricia Schießer das Amt streitig. Vorbehaltlich des Ausganges einer Nominierungsversammlung am 22. November möchte Peter Bergel für den Bürgerblock Bürgermeister werden. Die Weichen dafür stellte die Gruppierung mit dem Bürgerbegehren. Zu teuer sei ein hauptamtlicher Bürgermeister für das kleine Euerdorf, argumentierten die  Gegner der höheren Entlohnung.

Dass der Bürgermeister künftig wieder ehrenamtlich eingestellt wird, macht überhaupt erst den Weg für den 68-jährigen Bergel frei. Denn damit fällt auch die Altersgrenze weg, der hauptamtliche Kandidaten unterworfen sind. Peter Bergel ist ein Urgestein der Euerdorfer Kommunalpolitik. Der Facharzt für Allgemeinmedizin war vor drei Jahren in den Ruhestand gegangen und gehörte zuvor bereits 24 Jahre dem Gemeinderat an.

Kritik an Schießer

"Die Bürgermeisterin kann es einfach nicht", sagt Bergel mit Verweis auf die Verlegung des Rathauses in die Ortsmitte. Weil die Gemeinde keinen Gutachter für den Altbestand auf dem Grundstück beauftragt habe, sei hier ein Fass ohne Boden aufgemacht worden. Unglaubwürdig findet es Bergel, die Hauptamtlichkeit des Bürgermeisteramtes erst als essenziell für den Erfolg der Arbeit zu proklamieren, dann aber auch für das Nebenamt zu kandidieren.

In einer ersten Version des Artikels hatten wir versehentlich berichtet, dass der Bürgerblock die Initiative für den Bürgerentscheid über die Haupt- oder Ehrenamtlichkeit der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters ins Rollen gebracht hätte.Tatsächlich war es aber die Freie Wählergemeinschaft Wirmsthal. Wir bitten um Verzeihung für den Fehler.        

Rückblick

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