Bad Brückenau

Familie Thüngen verbindet Bad Brückenau und Bad Ems

Bad Ems und Bad Brückenau haben zwar keine Kontakte, aber es gab ein Schloss der Adelsfamilie in Rheinland-Pfalz.
Das heute rheinland-pfälzische Bad Ems und das bayerische Bad Brückenau haben keine Kontakte, jedoch Gemeinsamkeiten. Die beiden Bäder weisen naturgemäß Mineralbrunnen auf, Ems hat jedoch gegenüber Brückenau den Vorzug, heiße Quellen zu besitzen, die teilweise unter Druck meterhoch sprudeln. Bad Ems liegt an der Lahn, die dort Bundeswasserstraße ist. Die Sinn kann da nicht mithalten.

Ein Thüngen-Schloss in Bad Ems

Eine historische Verflechtung besteht über die Familie Thüngen, die nicht nur bei Bad Brückenau bis 1806 ein reichsfreies Territorium, die Thüngen'sche Cent, besaß, sondern auch in Bad Ems ein Schloss.

Ein Mitglied des Hauses Thüngen machte im Reich eine große Karriere als Soldat, die letztlich mit dem Rang eines kaiserlichen Generalfeldmarschalls endete. Über den Generalfeldmarschall Johann (Hans) Karl Graf von Thüngen (1648-1709) hat der Verfasser dieses Beitrags in der Saale-Zeitung zwei umfangreiche Beiträge ("Als Soldat ein echter Superstar", 28. Oktober 2008, und "Ein Grabmal als Geschichtsdokument", 1. November 2008) veröffentlicht.

Thüngens Militärkarriere wurde nicht nur durch die Beförderung zum Generalfeldmarschall, sondern auch durch Ernennung des Freiherrn zum Reichsgrafen 1708 gekrönt. Er war damit der erste und auch der letzte Graf von Thüngen, da er mit seiner katholischen Frau Maria, eine geborene Faust von Stromberg, die er 1678 geheiratet hatte, keine Kinder hatte. Diese hat für die Hauskapelle von Kloster Volkersberg wertvolle Stiftungen gemacht.

Bei Gefecht Auge verloren

1689 verlor er bei einem Gefecht bei Bonn durch einen Stein, den eine Granate aus einer Festungsmauer gesplittert hatte, das rechte Auge. Seit dieser Zeit trug Thüngen eine schwarze Augenklappe. König Ludwig I. nahm 1853 durch Aufstellung einer Büste in der Ruhmeshalle den ersten und letzten Grafen von Thüngen in den Kreis der "Unsterblichen" auf. Sein Einkommen erlaubte ihm, sich 1696 in Bad Ems ein privates Kurhaus zu erbauen. Architekt war der kurtrierische Hofbaumeister Johann Christoph Sebastiani. Seine "Karlsburg" wird in Bad Ems auch "Vier-Türme-Haus" genannt. Nach dem Tod von Hans Carl von Thüngen war seine Witwe gezwungen, das Haus in Bad Ems zu verkaufen und zog nach Würzburg. Die letzte "Faustin von Stromberg" ist in der Marienkapelle Würzburg begraben.

Das Haus war längere Zeit in privater Hand und ging letztlich in den Besitz der herzoglich-nassauischen Domänenverwaltung über, die es an einen Hotelier verpachtete. Es war nach dem Kurhaus die beste Absteige für den europäischen Adel. Auch Zar Alexander II. von Russland, der bei seinen Kuraufenthalten im Bad Kissingen im Kurhaus-Hotel wohnte, war Gast in diesem Haus. Einen interessanten Bezug zu den heutigen Kämpfen in und um die Ukraine stellt eine Tafel am Haus her, auf der dokumentiert ist, dass Zar Alexander in der "Karlsburg" am 30. Mai 1876 die "Emser Verfügung" unterzeichnet hat, nach der die ukrainischer Sprache in Druckschriften und auf der Bühne wieder benutzt werden durfte.

"Zar-Befreier"

Man hatte offenbar in Russland Ukrainisch so verboten, wie es General Franco in Katalonien praktiziert hatte. Auch damit hat der Zar seinen Ruf als "Zar-Befreier" unterstrichen.

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