Bad Kissingen

Francis Poulenc stand im Mittelpunkt

Zwei Musiker und zwei Instrumente, die miteinander perfekt harmonieren: Eva-Maria May am Klavier und Kolja Lessing mit der Violine.
Die langjährige Konzerttätigkeit von Eva Maria May und Kolja Lessing spürte man bei ihrer Serenade. Foto: Peter Klopf
Die langjährige Konzerttätigkeit von Eva Maria May und Kolja Lessing spürte man bei ihrer Serenade. Foto: Peter Klopf
Zwei Musiker und zwei Instrumente, die miteinander perfekt harmonieren - so das Fazit der Serenade für Violine und Klavier im Rossini-Saal des Regentenbaues. Eva-Maria May (Klavier) und Kolja Lessing (Violine) zauberten mit einer nicht alltäglichen Konzertliteratur Klangwelten, die beeindruckten und berührten.
Beide Musiker haben langjährige Podiumserfahrung mit internationalen Auftritten. Dies spürte man nicht nur bei ihren Soli. Als Solistin brillierte Eva-Maria May mit ihrer Interpretation von Franz Schuberts "Rosamunde-Variationen", während Kolja Lessing mit der Sonate d-moll "Ballade" op. 27/3 für Violine solo des Belgiers Eugéne Ysaye sein ganzes Können bestechend zur Schau stellte.
Besonderer Höhepunkt der beiden Virtuosen war die Sonate d-moll für Violine und Klavier von Francis Poulenc. Nach einer dissonanten Kurzeinleitung bilden ein vitaler Themenblock und eine melodische Taktgruppe eine Art Exposition. Ein Crescendo mit abrupter Generalpause erregt Aufmerksamkeit für den darauffolgenden, langsamen Mittelteil voller schwärmerischer Geigenklänge. Im zweiten Satz bestimmten kontrastierende, zum Teil ineinander verschlungene Melodielinien mit neuen Motiven den Ablauf des Satzes. Dem ständigen Rollenwechsel von Klavier und Geige als melodieführende Stimme oder figurierender Begleitpartner entspracht das scheinbar unentschlossene Schwanken zwischen expressiver und tänzerischer Rhythmik. Die Violine wechselte ständig zwischen Bogen und Pizzicato und offerierte zwischendurch süffig-melodische Themen, typisch für Poulencs Kompositionsstil. Geschickt wechselt das Duo die Tempi kraftvoll und dann wieder einschmeichelnd. Die großen technischen Möglichkeiten der Pianistin Eva-Maria May gestatten ihr, selbst in haarsträubenden Tempi eine Raffinesse im Spiel zu behalten und Impulse von höchster Intensität zu gestalten.
Nach einem melodiösen Intermezzo trat noch einmal schemenhaft das erste Thema des Kopfsatzes in Erscheinung, um sich mit einem längeren Geigenrezitativ sodann mit peitschendem Schlussakkord von den Träumen einer verführerischen Melodie ruckartig zu befreien. Mit langem Applaus dankten die Zuhörer Eva-Maria May und Kolja Lessing für eine spannende, emotionsgeladene Serenade.

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