BAD KISSINGEN

Für Blinde war er das Licht: Albert Plohnke ist tot

Albert Plohnke ist tot.
Albert Plohnke ist tot. Foto: FOTO Sigismund von Dobschütz

(lip) Selbstlos und mit Hingabe hat sich Albert Plohnke viele Jahre um blinde und sehbehinderte Menschen und Rollstuhlfahrer gekümmert. Am vergangenen Sonntag starb er im Alter von 83 Jahren.

Albert Plohnke wusste aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, blind zu sein. Durch eine Bruchlandung verlor der 18-jährige Flugzeug-Bordingenieur das Augenlicht. Über ein Jahr lag er völlig erblindet in der Würzburger Augenklinik. Allmählich kehrte auf dem rechten Auge die Sehkraft zurück. 1946 wurde er wieder in die Welt der Sehenden entlassen.

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Albert Plohnke

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Dieses Erlebnis trieb Plohnke an, sich in den folgenden Jahrzehnten um Menschen zu kümmern, die in gleicher Weise vom Schicksal geschlagen waren. Er machte Stadtführungen für Blinde und Sehbehinderte, organisierte Konzerte mit blinden Musikern aus München, warb bei den Kissinger Gesundheitstagen um Unterstützung für diese Menschen und gab einen Stadtführer für Blinde heraus.

Selbst das Unmögliche machte Albert Plohnke möglich: Blinde steuerten eigenhändig ein Auto oder lenkten als Pilot ein Motorflugzeug – ein Projekt, das einzigartig in Deutschland war.

Die Menschen dankten es ihm und Politiker ehrten ihn für sein Engagement. Die Stadt Bad Kissingen verlieh Albert Plohnke im Januar 2001 die Bürgermedaille. Ein halbes Jahr später erhielt er die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

In Bezug auf seine Familie sprach Albert Plohnke von seinen „fünf Kindern: ein Sohn, eine Schwiegertochter und drei Enkeltöchter“. Die Trauerfeier fand im engsten Familienkreis statt.

Online-Tipp

Das ausführliche Porträt über Albert Plohnke, das im November 2005 in der Main-Post erschien, können Sie nachlesen. Klicken Sie den Link unten!

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