BAD KISSINGEN

Fürs jüngste Kind der Stiftung

Scheckübergabe als Öffentlichkeitsarbeit: Judith Lütt, Vorsitzende des Vereins Lebensraum SchülerInnencafé, freut sich m... Foto: Sigismund von Dobschütz

Man habe in der Vergangenheit die notwendige Öffentlichkeitsarbeit vernachlässigt und wolle dies jetzt verstärkt nachholen, stellte Dekan Thomas Keßler am Donnerstag als Verwaltungsratsvorsitzender der Bad Kissinger Theresienspitalstiftung bei einem Empfang für Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kirche fest.

Dies sei besonders deshalb erforderlich geworden, da sich nach Aufgabe des ursprünglichen Stiftungszweckes, dem Betrieb des Theresienkrankenhauses, seit 2005 neue Aufgaben ergeben hätten. Seitdem unterstütze die Stiftung „in breitem Fächer soziale Aufgaben in der Stadt Bad Kissingen“ und fördere örtliche Hilfsinstitutionen und Wohlfahrtsverbände.

Vor fast 180 Jahren hatte Königin Therese, Gemahlin des bayerischen Königs Ludwig I., die Notwendigkeit zum Bau eines Spitals zur kostenlosen Versorgung des mittellosen Dienstpersonals und der Lehrlinge in Bad Kissingen erkannt. Zu dessen finanzieller Absicherung hatte sie eine Stiftung von 400 Gulden eingesetzt, die Ludwig I. 1839 in Kraft setzte. Zum Vorstand wurden damals der Stadtpfarrer, der Gemeindevorstand und der Landgerichtsarzt bestimmt.

Noch heute wird die sozial tätige öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts als älteste noch aktive Stiftung in Bad Kissingen vom jeweiligen Dekan, dem Oberbürgermeister und dem Leiter des Kreisgesundheitsamtes geführt. Nachdem nun der einstige Stiftungszweck nach Verpachtung des Krankenhauses in der Steinstraße an die Diakonie Schweinfurt und Umnutzung in ein Senioren- und Pflegeheim hinfällig geworden sei, unterstütze man seitdem, so der Vorsitzende, „pflegebedürftige, hilfsbedürftige oder minderbemittelte Menschen oder Institutionen, die diese Ziele verfolgen“.

Am Donnerstag wurde der Verein „Lebensraum SchülerInnencafé“, der zur Zeit als letztes Projekt nur noch die Betreuung und Hilfe bei Hausaufgaben als schulische Förderung und besonders als Sprach- und Integrationsförderung von Kindern mit Migrationshintergrund zur Aufgabe hat, als „jüngstes Kind der Stiftungsfamilie“ vorgestellt. Bis zu 25 Grund- und Hauptschulkinder mit sozioökonomischer Benachteiligung werden nachmittags in zwei Gruppen betreut und gefördert.

Die hierfür notwendigen Personalkosten wurden bislang über Beiträge der Vereinsmitglieder und Spenden aufgebracht. Nachdem alle Rücklagen verbraucht waren, stand der Verein vor dem Aus. Dies konnte die Theresienspitalstiftung nun verhindern. Keßler und Vereinsvorsitzende Judith Lütt unterschrieben im Rahmen des Empfanges einen Zuwendungsvertrag und der Stiftungsvorstand überreichte einen Scheck über 5000 Euro.

Als weitere Zuwendungsempfänger der vergangenen Jahren wurden den Gästen der Caritas-Nachtdienst, der Verein Kissinger Drogenhilfe (Kidro) mit Wärmestube und Kissinger Integrationsprojekt (KIP) sowie der Kliegl-Hort vorgestellt, in dem Kindern nach Schulschluss ein Zuhause geboten wird. „Zu allen Projekten hätte Königin Therese unbedingt Ja gesagt“, betonte Keßler.

Heute verfügt die Theresienspitalstiftung über ein Kapital von etwa vier Millionen Euro aus Grund- und Kapitalvermögen. Aus den Überschüssen wurden 2009 etwa 70 000 Euro gestiftet, im Jahr 2010 waren es 62 000 Euro. „Damit dies so bleiben kann“, animierte der Stiftungsvorsitzende die Öffentlichkeit zu Spenden. Zur Information über Stiftungszweck und Arbeit der Stiftung verwies er auf das neue Faltblatt und den entsprechenden Internet-Auftritt.

Information: Theresienspitalstiftung, Tel. (09 71) 806-0, sowie im Internet: www.theresienspitalstiftung.de

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