Fulda

Fuldaer Landrat Bernd Woide sieht Bedarf für SuedLink

Am Freitag wil Jochen Vogel den Protest gegen die Stromtrasse "SuedLink" in einem landkreisübergreifenden Verein bündeln. Doch auf hessischer Seite herrscht Zurückhaltung.
Am Freitag will Mottens Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) den Protest-Verein gegen die geplante Stromtrasse "SuedLink" gründen. Der Namensvorschlag, über den freilich erst abgestimmt werden muss, lautet "RhönLink - Landkreise Bad Kissingen und Fulda". Doch noch ist gar nicht klar, ob sich überhaupt Kommunen aus dem Nachbar-Kreis mit ins Boot setzen. Der Fuldaer Landrat Bernd Woide (CDU) schließt jedoch - zumindest was den Landkreis betrifft - eine Mitgliedschaft im Verein aus.

"Ich glaube nicht, dass wir unsere Durchschlagkraft dadurch erhöhen, dass wir Mitglied in einem Verein werden", erklärt Woide. Schnell wird klar: Der Landkreis Fulda sieht sich in einer ganz anderen Situation als der Landkreis Bad Kissingen. "Ich habe großes Verständnis für den Bad Kissinger Landrat Bold", sagt Woide. Während sein Landkreis vom Biosphärenreservat Rhön nur marginal betroffen sei, führe der geplante Trassenverlauf in Bayern direkt durchs Unesco-Biosphärenreservat hindurch.

Woide geht von Bedarf aus

Allerdings bewertet Woide die Notwendigkeit für "SuedLink" grundsätzlich anders als sein Kissinger Kollege Thomas Bold (CSU): "Ich gehe von einem Bedarf für die Stromtrasse aus." Auch Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) hält das Projekt für erforderlich, sprach sich aber dafür aus, Alternativen zum Bau der Trasse zu prüfen.

"Bei uns in der Region hat es zu erheblicher Verunsicherung geführt, dass in Bayern gesagt wird: 'Wir brauchen die Trasse nicht'", schildert Woide. "Meine Befürchtung ist, dass wir die Menschen an der Energiewende irre machen." Wenn ein Bundesland Ja zur Trasse sage und ein anderes Nein, wüssten die Leute überhaupt nicht mehr, was sie glauben sollten. "So was darf nicht sein. Da erwarte ich mir von den staatlichen Stellen eine gewisse Kontinuität", sagt Woide in Richtung Berlin.

Vor diesem Hintergrund erklärt sich, warum die betroffenen Kommunen im Landkreis Fulda dem Verein "RhönLink" zunächst zurückhaltend gegenüber stehen. Laut einem Bericht der Kinzigtal Nachrichten äußerten sich die Bürgermeister von Petersberg, Eichenzell, Kalbach und Künzell grundsätzlich positiv zu einem Beitritt. Jochen Vogel hat jedoch bisher noch keine verbindliche Zusage von einem seiner hessischen Kollegen bekommen.

Kreisbauernverband lehnt Erdkabel ab

Landrat Bernd Woide geht es nicht um eine Verhinderung der Trasse, so viel ist klar. Er möchte vielmehr mitgestalten, wie die Umsetzung des Netzausbaus angepackt wird. "Viele Bürger wollen eine Erdverkabelung", nennt er einen Forderung, die auch im Landkreis Bad Kissingen öfter zu hören ist.

Das allerdings sehen die Landwirte im Nachbarlandkreis anders. Der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld und der Gebietsagrarausschuss Fulda lehnten eine Erdverkabelung in einer Stellungnahme bereits ab.

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