BAD KISSINGEN

Gesundheitstourismus bietet Perspektiven

Brunnenhalle
Gesundes Kissingen: Ortsgebundene Heilmittel und ihren nachweisbaren Nutzen wieder stärker zu betonen, das ist ein Ansatz der Initiative Gesundes Bayern. Foto: Siegfried Farkas

Es ist ja nicht so, dass die wachsende Neigung der Deutschen zum Gesundheitstourismus in den vergangenen Jahren an den Heilbädern und Kurorten vorbei gegangen wäre. Einbußen bei klassischer Kur und Reha zwangen alle Badeorte dazu, mehr zu tun, um Gäste zu bekommen. Einige waren dabei durchaus erfolgreich. Im Gesundheitstourismus steckt aber noch mehr Potenzial, als das bisher genutzte, sagt der Bayerische Heilbäderverband. Mit der Initiative Gesundes Bayern will er die Schätze, die da noch schlummern, zusammen mit seinen Heilbädern erschließen.

Marktstudien zeigten, dass ein großer Teil der Deutschen in den nächsten Jahren Reisen planen, bei denen sie etwas für ihre Gesundheit tun wollen, sagt der Verband. Bayern sei schon jetzt das dafür am häufigsten angesteuerte Bundesland. Und in Bayern wiederum seien die Heilbäder und Kurorte die Hautpreiseziele für Gesundheitsreisende.

Die Voraussetzungen, daraus noch mehr zu machen, sind also gut. Die Heilbäder und Kurorte müssten ihre Kernkompetenzen in Sachen Gesundheit allerdings noch schärfen. Denn der Heilbäderverband wolle die Initiative Gesundes Bayern zu „einer wirklichen Marke machen“, erklärte Vorstandsmitglied Thomas Jahn am Dienstag in Bad Kissingen.

Mit Regionalkonferenzen hat der Verband das Anliegen in den vergangenen Monaten unter die Leute gebracht. Gastgeber der sechsten und letzten Regionalkonferenz war am Dienstag Bad Kissingen. Eingeladen waren nicht nur Politiker und Leistungserbringer aus den fünf unterfränkischen Badeorten, sondern auch aus Bad Staffelstein und Bad Windsheim.

In der Initiative akzentuieren die Heilbäder und Kurorte ihre Stärken als Gesundheitsstandorte wieder stärker. Die Gäste, die in den Jahren nach der Gesundheitsreform mit verstärkten Wellnessangeboten mühevoll gewonnen wurden, sollen zwar bestimmt nicht verprellt werden. Es gehe aber schon darum, das eigene Image in Sachen Gesundheit zu schärfen, sagte Oberbürgermeister Kay Blankenburg. Wie Kurdirektor Frank Oette findet er auch die Betonung der ortsgebundenen Heilmittel – in Bad Kissingen vor allem Heilwasser und dazu auch Salz – sowie ihres nachweisbaren medizinischen Nutzens wichtig.

Konkrete Ansätze nannten die beiden für Kissingen noch nicht. Man müsse erst „herausfiltern, was wir da haben“. Entscheidend ist nach den Worten von Thomas Jahn, „messbare Qualität zu liefern“. Es gelte, besondere örtliche Stärken herauszuarbeiten und diese dann aktiv zu vermarkten.

Unterstützung vom Bäderverband

In einem nächsten Schritt müsse die Initiative Gesundes Bayern nun definieren, welche Angebote in die angesteuerte Marke aufgenommen werden können. Für die Suche nach besonderen örtlichen Stärken und für ihre marketingtechnische Nutzung kündigte Jahn Unterstützung an. Der Bayerische Heilbäderverband plant, Mitgliedsorten für die konzeptionelle Arbeit Coaches an die Seite zu stellen. 2016 werde die Umsetzung der Pläne beginnen. Zwei bis drei Jahre werde die Arbeit solcher Coaches danach wohl nötig sein.

Sinnvoll ist die Beteiligung an der Initiative aus Sicht des Verbandes für die Heilbäder und Kurorte auf jeden Fall. Gesundheitstourismus sei ein „Wachstumsmarkt“. Und er bringe „mehr Wertschöpfung als der klassische Tourismus“. Zudem leiste er einen „Beitrag zur Absicherung der Klinik- und Versorgungsstrukturen“ vor Ort. Er brauche aber eben auch medizinisch-therapeutische Qualität, die der Gast nachvollziehen kann.

Grundsätzlich zielt die Initiative auf den Bereich der Selbstzahler. Im Grund, sagt Jahn, will der Heilbäderverband mit dem Gesunden Bayern wieder dahin, wo die Branche vor dem Aufkommen der Sozialversicherungskur schon einmal war.

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