Riedenberg

Gift im Schotter der Sinntalbahn

Eine Analyse im Jahr 2010 hat deutlich erhöhte Werte an Giftstoffen ergeben. Bevor ein Radweg gebaut wird, müsste der Schotter erst fachgerecht entsorgt werden.
Der Radweg auf der Bahntrasse scheint in weite Ferne gerückt Der Schotter im Gleisbett ist hochgradig schadstoffbelastet und muss deponiert werden. Und das wird teuer. Foto: Evelyn Schneider       -  Der Radweg auf der Bahntrasse scheint in weite Ferne gerückt Der Schotter im Gleisbett ist hochgradig schadstoffbelastet und muss deponiert werden. Und das wird teuer. Foto: Evelyn Schneider
Der Radweg auf der Bahntrasse scheint in weite Ferne gerückt Der Schotter im Gleisbett ist hochgradig schadstoffbelastet und muss deponiert werden. Und das wird teuer. Foto: Evelyn Schneider
Es vergeht keine Sitzung im Riedenberger Gemeinderat, auf der nicht das prekäre Thema Bahnschiene angesprochen wird. Erneut war es wieder auf der Agenda. Zwar nicht auf dem aktuellen Tagesplan, sondern nur als Mitteilung am Ende der Versammlung, dennoch ließ das, was Bürgermeister Roland Römmelt (CSU) mit zu teilen hatte, die Räte auf horchen.


Benzoapyren und andere

Wie er erst kürzlich im Landratsamt herausgefunden habe, war bereits im Jahr 2010 eine Schotteranalyse durchgeführt worden, die denkbar schlechte Werte zu Tage gebracht hatte. Hier waren giftige Stoffe, wie Benzoapyren, festgestellt worden, deren Werte signifikant über dem zulässigen Grenzwert lagen. "Die Zahlen, mit dem Schadstoffwert über Z2, sind so schlecht, dass auf dem Schotter niemals mehr etwas gebaut werden darf. Er muss raus und aufbereitet werden, oder deponiert werden", so Römmelt. Damit sei der Bau eines Radweges erst einmal in weite Ferne gerückt. "Da müsste viel zu viel Geld in die Hand genommen werden. Die Schätzungen belaufen sich auf 13 bis 15 Millionen Euro", teilte er mit.

Das dürfte dann auch den neuen Interessenten der Staufenbahn, die eine Reaktivierung im Auge haben, sauer aufstoßen. Denn sobald hier etwas baulich begonnen wird, muss sehr viel Geld investiert werden.

Was die Räte aber auch zu sorgenvollen Äußerungen bewog, war die Gefahr für die Grundstücke, die unterhalb der Bahntrasse liegen, oder auch für die Trinkwasserversorgung. Bei Regen würden diese Giftstoffe doch freigesetzt und fließen dann ab, so die Sorge. Bürgermeister Römmelt will deshalb umgehend mit dem Wasserwirtschaftamt in Kontakt treten und sich beraten lassen, wie die Gemeinde mit dieser Tatsache umgehen soll.
Doch auch für die anderen anliegenden Gemeinden ergeben sich sicher ganz ähnliche Fragen, hieß es im Gemeinderat. In Römershag beispielsweise ist der Hang bereits abgerutscht - direkt oberhalb des Wasserschutzgebietes.

Für Unmut sorgte auch weiterhin das Thema Fichtenabholzung im Kernzonengebiet. Bürgermeister Römmelt betonte ausdrücklich, dass ihm an einer Sensibilisierung und extremster Vorsicht mit dem Umgang von Treibstoff der schweren Maschinen in diesen Sektoren gelegen ist. "Wir müssen auf unsere Wasserversorgung achten, schließlich ist auch der verwendete Biokraftstoff umweltgefährdend, gerade wenn er oberhalb der Quellfassung eingesetzt wird. Ich hätte mir gewünscht, dass wir im Vorfeld mit dem Leiter des Forstbetriebes, Herrn Zeller, sowie Verantwortlichen des Biosphärenreservates Rhön genau darüber gesprochen hätten", monierte Bürgermeister Römmelt. Früher seien solche Gespräche eine Selbstverständlichkeit gewesen.

Auch die wegen der Abholzungsmaßnahmen ausgewiesenen Umleitungen der Wanderwege wurden als äußerst ungenau und schlecht bezeichnet. 2. Bürgermeister Matthias Dorn hat es am eigenen Leib erlebt. "Man weiß weder, welcher Wanderweg wohin umgeleitet wird , noch, wie lang die Umleitung ist. Ich habe erst kürzlich beim Wandern eine Familie getroffen, die eigentlich nur einen kleinen Spaziergang vom Berghaus zum Würzburger Haus unternehmen wollte. Mit dabei kleine Kinder und die älteren Großeltern. Völlig entkräftet habe ich diese nach kilometerweitem Umweg angetroffen. Das kann es ja wohl nicht sein", machte er seinem Ärger Luft.

 

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