REICHENBACH

Gleißner: Jagd muss bei den Jägern bleiben

Die Waidmannszunft, in diesem Fall der Jägerverein Bad Kissingen, traf sich zur Jahresversammlung. Vorsitzender Peter Gleißner (Bad Kissingen) freute sich über die stattliche Teilnehmerzahl und über Wolfgang Popp (Reichenbach), der als Referent für Hundewesen die Jägerversammlung vor Ort organisiert hatte.
Für langjährige Mitgliedschaft und besondere Verdienste wurden geehrt: (von links) Norbert Pawlik, Helmut Fischer jun., ... Foto: FOTO Arnold Nöth

Eröffnet wurde die Versammlung von der achtköpfigen Jagdhornbläsergruppe. Gleißner bemängelte, dass die Jungjäger in der Vereinsorganisation, der 240 Mitglieder angehören, fehlen. Das könne auch zu deren Schaden sein, denn gerade das neue Waffenrecht, das eine „Bringschuld der Waffenbesitzer“ darstellt und in Bayern noch die humansten Umsetzung erfährt, und andere rechtlichen Vorschriften bedürfen der Arbeit und des Zusammenhaltes in der Gemeinschaft.

Wildverbiss nimmt ab

Das Vegetationsgutachten hat aufgezeigt, dass der Wildverbiss abgenommen hat; dieses Ergebnis können sich die Jäger auf ihre Fahne schreiben. Weiter erläuterte der Vorsitzende nochmals die Gründe zum Austritt des bayerischen Landesjagdverbandes aus dem Deutschen Jagdschutzverband. Kritisch betrachtete er dagegen Änderungen im Jagdrecht in den anderen Bundesländern und forderte: „Die Jagd muss bei den Jägern bleiben“. Massiv vertrat Gleißner den Grundsatz, „dass wir Jäger nicht in erster Linie Naturschützer, sondern für die Bejagung zuständig sind!“.

Ankündigen konnte er noch einen neuen Abschussplanung, der im nächsten Dreijahresplan zum Ausdruck kommen wird. Nach dem Kassenbericht, der eine gesunde finanzielle Basis des Jägervereins aufzeigt, nahm die vorgesehene Neuordnung der Hegeschau in der Diskussion einen breiten Rahmen ein. Diese soll als eine Art Ernteschau der Jäger dargestellt werden und vor allem eine interessante Außenwirkung haben. Dazu gelte es die Öffentlichkeit – auch Kindergärten und Schulen – zu sensibilisieren und mit einzubinden. Dazu sollen Ideen und Regeln mit den Hegeringleitern ausgearbeitet werden. In einer Abstimmung stellten sich die Mitglieder voll hinter diese Absicht.

In der allgemeinen Aussprache wurde dargelegt, dass man sich wieder auf das Kerngeschäft – die Hege und Jagd – konzentrieren und das Eigenkapital vermehrt wieder in Projekten in den Jagdrevieren und im Kreisverband investieren werde. So sei auch bei den durchgeführten Pflanzaktion für Wildbäume „Ein Weniger ein Mehr gewesen!“.

Raubwild nimmt zu

Informiert wurde ferner darüber, dass das Raubwild wie Wölfe und Luchse überall im Vormarsch sei. Die Jägerschaft müsse sich auf diese unter Jagdschutz stehenden Raubtiere einstellen; die Behörden hätten dafür keinerlei Planungen und Vorgaben ausgearbeitet. Nochmals verwies Vorsitzender Gleißner darauf, dass „es unser Auftrag ist, einen artenreichen und vielfältigen Wildbestand zu hegen. Unsere primäre Aufgabe ist die Jagd!“

Ehrungen

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden auch einige Mitglieder für jahrzehntelange Zugehörigkeit zum Verein gewürdigt und ausgezeichnet. So hatte Hans-Joachim Flasshoff (Bad Kissingen) schon 1947 als erster im Landkreis die Jägerprüfung abgelegt und ist seit 60 Jahren Mitglied im Jägerverein. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Wilfried Hesselbach (Sulzthal) sowie Peter Karch und Robert Schmitt (beide Bad Kissingen) ausgezeichnet. Für 25 Jahre erhielten Urkunden und Nadeln: Renate Nägle (Bad Kissingen) und Josef Franz (Bad Neustadt). Mit dem Ehrenzeichen des Jagdschutzverbandes in Bronze wurden für besondere und langjährige Verdienste geehrt Helmut Fischer jun. (Bad Kissingen) als Hegemeisterleiter seit 20 Jahren sowie als langjähriger stellvertretender Vorsitzender des Vereins und der Referent für Öffentlichkeitsarbeit, Norbert Pawlik (Schweinfurt).

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