ROßBACH

Goldener Meisterbrief für Hans Schüßler

Hohe Auszeichnung: Den Goldenen Meisterbrief erhielt Hans Schüßler. Vor 50 Jahren gründete er sein Unternehmen, das nun... Foto: Foto:

Eine besondere Überraschung für Firmengründer Hans Schüßler gab es bei der Eröffnung der Jubiläumsfeier: In der voll besetzten Festscheune in Roßbach wurde ihm von Heinz Schuchbauer, Obermeister der SHK Schweinfurt Main Rhön, der Goldene Meisterbrief verliehen.

Vor einem halben Jahrhundert, genauer gesagt am 1. Mai 1964, gründete Hans Schüßler zusammen mit seinem Schwager (gelernter Schmied) und einem Auszubildenden, einen kleinen Handwerksbetrieb für „Heizung und Ölfeuerung“ in Roßbach. Es war ein gewagtes Unterfangen für den damals 38 Jahre alten Hans Schüßler und sein Team. Denn Zentralheizungen galten damals zumindest auf dem Land noch als Luxus und wurden in den wenigsten Neubauten gleich mit eingebaut.

Doch einige Aufträge bekamen sie nach der Eröffnung trotzdem rasch, und durch positive Mundpropaganda und zufriedene Kunden wuchs der Bekanntheitsgrad der Firma schnell und die Folgeaufträge ließen nicht lange auf sich warten. Durch einen nächtlichen Notfalleinsatz im Elisabethenhof im Staatsbad Brückenau wurde Schüßler der Kurverwaltung und dem Landbauamt Bad Kissingen bekannt und bekam von da an ständig Reparatur-Aufträge und Ausschreibungen. „Bauamtsleiter Dipl. Ing. Jürgen Beyrichen bezeichnete uns einmal als Mercedes unter den Heizungsbauern was die Qualität und das Fachwissen des Betriebs betraf“, erinnert sich Hans Schüßler gerne zurück. Bald nach der Firmengründung wurde auch die Innung auf Fachkenntnis und Können von Hans Schüßler aufmerksam und berief ihn 1966 als Gesellenprüfungsvorsitzenden. Auf diese Weise konnte er sein Fachwissen an die Prüflinge weitergeben und damit zu einem hohen Ausbildungsstand der jungen Gesellen beitragen.

Nutzung alternativer Energien

In den den folgenden Jahren, lag der Tätigkeitsschwerpunkt noch auf dem Sektor Umbau von Heizungsherden auf Ölfeuerung, Bau von Dampfheizungen und Warmwasserversorgungen. Der Einbau der heute üblichen Zentralheizung auf Öl-, Gas- und Holzbasis entwickelte sich nach und nach und wurde im Laufe der Jahre Standard. In den 70er Jahren wurden in öffentlichen Gebäuden mehr und mehr Lüftungsanlagen mit Teilklimatisierung eingebaut. Sie waren aber zunächst Privileg von großen städtischen Betrieben. Doch die Entwicklung steckte noch in den Kinderschuhen und durch falsche Regelung froren sie ständig ein. Schüßler entdeckte den Fehler und behob ihn in zahlreichen Gebäuden. Die Ölkrise Mitte der 70er Jahre zwang viele in der Branche zum Umdenken. Auch Hans Schüßler begann, als einer der ersten, sich bereits damals mit der Nutzung alternativer Energien zu beschäftigen. Solaranlagen zur thermischen Warmwasserbereitung und Wärmepumpenheizungen bot die Firma Schüßler daher bereits 1975, Niedertemperaturheizungen seit 1977, Flüssig- und Erdgasheizungen – auch für Industrieanlagen – seit Anfang der 80er Jahre an. Am 1. Januar 1989 übergab Hans Schüßler nach 25 Jahren den inzwischen auf sieben Mitarbeiter angewachsenen Betrieb an seinen Sohn Norbert, der seine beiden Meisterprüfungen im Heizungsbau (1981) und Gas-Wasser-Installation (1985) bereits abgeschlossen hatte. Gelernt hatte er im Betrieb seines Vaters. Die Firma erhielt nun den Namen „Haustechnik Schüssler“. Norbert Schüßler forcierte den Bereich Solarthermie, und natürlich kamen Bäderumbauten mit dazu. Seine größte thermische Solaranlage befindet sich auf dem Kurstift und leistet bei Sonnenschein bis zu 800kW am Tag. Seitdem hat sich das Aufgabengebiet auf Regenwassernutzungsanlagen, Solaranlagen, moderne Holzheizungen (Stückholzkessel, Pellets- und Hackschnitzelanlagen), Grauwasseraufbereitungsanlagen, moderne Whirlpools und Dampfduschen für den privaten Wohnbereich, Wand- und Fußbodenheizungen, energiesparende Komplettlösungen und vielem mehr erweitert.

Seit 1992 betreibt die Firma Schüssler einen Kunden- und Notdienst, der auch in den Wintermonaten täglich von 8 bis 18 Uhr im Einsatz ist, und den Kundenstamm von mittlerweile über 1300 Adressen im Raum Bad Brückenau, Bad Kissingen, Hammelburg, Schlüchtern, Fulda, Hanau und Frankfurt betreut.

Am 26. Juni 1998 wurde Norbert Schüßler als Kälteanlagenbauer in die Handwerksrolle eingetragen. Die Berechtigung besteht für „FCKW-Kälteanlagen“, also Klima- und Kältegeräte bis zu einem Kühlmittelinhalt von 5 kg. Nach einer siebenmonatigen Weiterbildung, die im Februar 2007 abgeschlossen wurde, darf sich Norbert Schüßler nun „geprüfter Energieberater im SHK-Handwerk“ nennen. Sein Engagement gilt auch dem fachlichen Nachwuchs. Er ist seit über 15 Jahren im Gesellenprüfungsausschuss in der Innung in Schweinfurt tätig und wirkt jedes Jahr bei den Gesellenprüfungen mit.

Die Mitarbeiter der Firma Schüssler bilden sich regelmäßig weiter, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Bis heute haben 22 Auszubildende ihren Berufsweg hier begonnen.

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