HAMMELBURG

Großer Auftritt für den alten Straßenkreuzer

Ungewohnter Anblick: RTL 2-Moderator Det Müller mit dem Ford Monaco aus Feuerthal. Foto: Wolfgang Dünnebier

Ein Hingucker erster Güte bevölkert dieser Tage die Straßen rund um Hammelburg. RTL 2 dreht einen Film, dessen Hauptdarsteller sonst in einer Feuerthaler Garage parkt.

Blues-Brothers-Fan Jürgen Friedl hat sich mit dem Kauf des Dodge Monaco, Baujahr 1973, im Internet einen Traum erfüllt. Er ist trotz zivilem Vorleben äußerlich genauso getrimmt, wie jener alte Polizeiwagen, mit dem die Musiker im Kultfilm Blues-Brothers unterwegs waren.

Mit schwarz-weißer Lackierung, großem Suchscheinwerfer und Megaphon auf dem Dach. Zur Erinnerung: Der Film dreht sich um eine Band, die mit einem ausgedienten Polizeiwagen quer durch Amerika tourt und Spenden für ein Waisenhaus sammelt.

Diese Geschichte erfährt jetzt gewissermaßen eine Neuauflage, auch wenn die Anbauteile auf der Kult-Limousinen-Kopie nur Attrappe sind.

Jürgen Friedl ist mit dem Wagen samt Fernsehteam am Wochenende nach Erlangen gefahren. Dort hat sich die Blues-Brother-Revival-Band mit dem Schlitten vor über 1000 Besuchern auf die Bühne fahren lassen. Das ist für die Macher der RTL 2-Autosendung Grip eine interessante Parallele.

„Wir präsentieren Autos mit Leidenschaft“, sagt Moderator Det Müller. Nicht PS und Versicherungspreise stehen im Mittelpunkt, sondern Geschichten rund ums Blech.

Den Zuschauern wird rund um die Limousine in einem zehnminütigen Roadmovie mit Bildern aus dem Saaletal erläutert, wie viele Straßenkreuzer man sich mit welchem Budget leisten kann. Der TV-Fachmann ist von dem Dodge begeistert. „Der Wagen ist in einem ausgezeichneten Zustand“, schwärmt er. Das Drehbuch bereichern Fahrszenen aus Hammelburger Gassen, dem Marktplatz, dem Panorama aus den Weinbergen und der Erdfunkstelle. „Das hat schon was Skurriles“, freut sich der TV-Macher über den Kontrast zwischen fränkischem Fachwerk und US-Autobarock.

„Den Monaco gibt es in Deutschland höchstens fünfmal“, mutmaßt Eigentümer Jürgen Friedl. Und nicht jedes in dieser Blues-Brother-Aufmachung. Sie stammt übrigens schon vom Vorbesitzer, einer Düsseldorfer Band. Für noch mehr Nähe zum Film haben die Fernsehmacher für Anbauteile gesorgt.

Wenn der V 8-Motor unter der Haube brabbelt, dann sei das schon ein ganz besonderes Gefühl, schildert Fiedl seine Fahreindrücke. „Es macht Spaß, wie die Leute schauen“, beschreibt er einen weiteren Kitzel unterwegs. Diesen Reiz möchte er anderen Autofreaks weitergeben. Er verleiht den Wagen zu besonderen Anlässen.

Der ersten Schwärmerei zahlloser Passanten folgt aber rasch eine nüchterne Frage: Was braucht das Auto auf 100 Kilometer? 200 PS aus 5,9 Liter Hubraum wollen gefüttert werden. „Zwischen 12 und 35 Litern“, beschreibt Friedl das Konsumverhalten des blechernen Fernsehstars. Klar, dass diese Eckdaten den Gasfuß des Piloten im Zaum halten.

Schonender Fahrstil ist angesagt. Zumal Ersatzteile immer rarer werden. Ein Segen ist die Oldtimer-Zulassung. Weil ein Auto dieses Baujahres als Zeugnis der Industriekultur zählt, ist man mit 191 Euro bei der Kfz-Steuer dabei. Nach gewöhnlicher Berechnungsformel Klänge der Steuerbescheid wohl eher so, als wolle man ganze Autobahnkilometer erwerben.

Sammelstück Nummer eins hat Jürgen Friedl jetzt ganz groß herausgebracht, aber es wird unter Umständen nicht das letzte sein. Denn er besitzt auch einen Ford von 1990, mit denen die Blues Brothers II bei der Fortsetzung der Hollywood-Erfolgsgeschichte zum Beginn des neuen Jahrtausends unterwegs waren. Aber das gibt irgendwann vielleicht ein ganz neues Roadmovie aus dem Saaletal. Ausgestrahlt wird die aktuelle Ausgabe voraussichtlich am 22. August auf RTL 2.

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