BAD KISSINGEN

Grünen-Kandidatin Rottmann spricht von einem „großen Erfolg“

(ikr/rsp) Die Stimmung bei den Kandidaten war am Wahlabend unterschiedlich. SPD-Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar freute sich über ihr Erststimmen-Ergebnis im Wahlkreis, da es mit 19,1 Prozent „deutlich über dem Zweitstimmen-Ergebnis“ (15,8 Prozent) liege. Ihrer Ansicht nach drücke es die „Wertschätzung“ der heimischen Wähler für ihre Arbeit aus.

Mit dem Zweitstimmen-Ergebnis im Wahlkreis liege die SPD leider „im Bayern-Trend“ (15,5 Prozent). Auch das SPD-Bundesergebnis von 20,8 Prozent stellte Dittmar nicht zufrieden. „Es spiegelt nicht wider, was wir im Bundestag erarbeitet haben. Offenbar ist es uns nicht gelungen, den Wählern unsere Erfolge zu vermitteln.“ Jetzt müsse die SPD in der Opposition zeigen, dass es auch anders geht. Was die gebürtige Maßbacherin besonders freute: Dass sie in ihrem Heimatort Maßbach ihre CSU-Konkurrentin Dorothee Bär (36 Prozent) diesmal mit 38 Prozent übertrumpfte. Und auch mit ihrem Stimmenergebnis in Bärs Heimatort Ebelsbach zeigt sich Dittmar zufrieden: Dort fuhr sie immerhin 24 Prozent ein, Bär hatte 44 Prozent.

Das Erststimmen-Ergebnis von 7,1 Prozent im Wahlkreis freute Manuela Rottmann (B‘90/Die Grünen) sehr. Auch das Zweitstimmen-Ergebnis fand sie „ganz ordentlich“ und wertete 9,9 Prozent auf Bayern-Ebene als „großen Erfolg“. „Wir haben zugelegt, und das nach den kritischen Umfragen der letzten Zeit.“

Vor allem in den Städten wie Würzburg oder Aschaffenburg hätten die Grünen kräftig Stimmen abgezogen. Für Rottmann war am Abend klar, dass sie mit diesem Ergebnis in den Bundestag kommt. Zum Bundesergebnis von 8,9 Prozent sagt Rottmann: „Da bin ich sehr stolz auf meinen Laden.“ Viele hätten die Grünen nämlich zuvor schon auf sieben oder gar sechs Prozent heruntersacken sehen. „So gut wie wir abgeschnitten haben, waren wir zuvor in keiner Umfrage.“ Wenn sie die Ergebnisse der Wahl so betrachte, sehe sie vor allem das Erstarken der AfD kritisch. Die größte Herausforderung für alle im Bundestag sei es nun, weiter Sachpolitik zu machen und sich nicht von der Krisenstimmung der AfD anstecken zu lassen.

„Wir sind froh, dass wir wieder in den Bundestag eingezogen sind“, freute sich Nicolas Thoma (FDP) über das Zweitstimmenergebnis. Ganz ungetrübt ist seine Freude nicht. Das liege daran, dass er als Direktkandidat im Wahlkreis weniger Erststimmen bekam als seine Partei an Zweitstimmen. Der andere Grund sei die Tatsache, dass es seine Partei verpasste, drittstärkste Kraft zu werden – zumal es ausgerechnet die rechtspopulistische AfD sei, die der FDP diesen Platz weggeschnappte. Deren starkes Abschneiden bezeichnete er als „Herausforderung“.

Mit dem starken Abschneiden der AfD ist Direktkandidatin Andrea Klingen sehr zufrieden, ebenso wie mit ihrem persönlichen Ergebnis. „Das ist in etwa das, was ich erwartet hatte“, sagte die 47-Jährige, die nur als Direktkandidatin, nicht aber auf der Liste angetreten war. Es sei bei weitem nicht nur die Flüchtlingskrise gewesen, die der AfD Wähler zugetrieben habe. Auch zum Beispiel die Politik ihrer Partei gegen die Eurorettung und vermeintliche Demokratiedefizite habe verfangen.

Durchaus positiv stimmte Frank Hertel (Die Linke) das Bundes-Ergebnis seiner Partei. „Angesichts dessen, dass die AfD zugelegt hat und die großen Parteien Verluste einstecken mussten, können wir zufrieden sein.“ Erschreckend sei jedoch das gute Abschneiden der AfD. Die Zahlen der Linken im Wahlkreis seien erfreulich, so Hertel. Sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen habe man sich steigern können.

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