FUCHSSTADT

Hier steht die Zeit still

Museumsleiter Michael Schultz hofft auf viele Besucher.
Museumsleiter Michael Schultz hofft auf viele Besucher.

Einblicke in das bodenständige Fuchsstädter Landleben des vergangenen Jahrhunderts gibt es wieder ab diesem Sonntag. Die Saison des Heimatmuseums Fuchsstadt beginnt. Bis Herbst ist die Ausstellung der Gerätschaften erstmals regelmäßig sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet.

„Wir schauen mal, wie das ankommt“, sagt Museumsleiter Michael Schultz. Mehrere hundert Besucher hatte die ehrenamtlich betreute Ausstellung im vergangenen Jahr. Bis zu 300 seien es alleine am Weihnachtsmarkt nebenan an den Kirchgaden gewesen.

Für das laufende Jahr stehen acht Mitglieder des Museumsvereins bereit, um Interessenten einzulassen. Beliebt ist das Museum bei Einzelbesuchern genauso wie bei Gruppen. So schauen gerne auch mal Gäste von Familienfeiern in der Ausstellung vorbei. Die Museumsbetreuer wissen allerhand zu erzählen. Für eine Führung sollte man sich deshalb schon eineinhalb Stunden Zeit nehmen.

Neu im Museum ist eine Uhrenausstellung mit einer bunten Vielfalt von 110 Weckern, 40 Reiseweckern sowie einzelnen Wand und Küchenuhren. Sie stammen aus dem Nachlass von Erich Keller, die auf Wunsch von Witwe Delphina zur Verfügung gestellt wird. Kellers Hobby war bis zu seinem Tod 2007 das Sammeln von Uhren. Und nicht nur das: Keller hat die Uhren auch repariert.

Der Fundus aus Flohmarktstücken wäre sogar noch viel größer gewesen. „Wir haben nicht alle ausprobiert“, sagt Schultz mit Blick auf das Regal mit den tickenden und rasselnden Ausstellungstücken. Tatsächlich laufen werden die Uhren wohl kaum. Zu aufwendig wäre das Aufziehen der Laufwerke mit der Hand. Funktionsfähig sind sie aber wohl alle noch, wie ein stichprobenartiger Test zeigt.

Über 60 Jahre alt sind die ältesten Uhren. Zum Teil mit schrillem Klang geben sie laut. Bei manchem Weckruf mag man fast aus dem Bett gefallen sein. Zugleich präsentieren die Uhren eine ungeahnte Vielfalt teils vergessener Marken. Junghans, Diehl, Ruhla, Zenith, Kienzle, Blessing oder Anker, um nur einige zu nennen, nach denen die einstigen Besitzer ihr Leben ausrichteten.

Weitere Attraktionen hat der Museumsverein in Vorbereitung. Hergerichtet wird gerade der Stall im Erdgeschoss des Gebäudes. Steinerne Wasser- und Güllerinne, Futterraufe und Wandösen werden künftig von der spartanischen Tierhaltung eines Kleinbauern auf der Grundfläche von 35 Quadratmetern zeugen. Etwa 100 ehrenamtliche Stunden investieren die Museumsfreunde für die Herrichtung.

Sorgenkind des Museums ist das Dach des älteren Scheunenteils. Die lückenhaften Dachziegel haben zwar einen besonderen Charme, aber bei Ostwind dringt Flugschnee ein. Zweimal musste in diesem Winter in dem Gebäude Schnee geschippt werden. Deswegen erwägt der Verein, in den kommenden Jahren beim Abriss anderer Gebäude im Altort Ziegel zu sichern und auf einer neuen Lattung über dem Museum zu verlegen.

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