RAMSTHAL

In Franken ganz vorne dabei

Erfolgreiche Visionäre in Sachen Vinothek sind Ralf und Gerald Baldauf (rechts). Foto: Wolfgang Dünnebier

Ohne moderne Vinothek kann man sich ein regional verwurzeltes Weingut kaum mehr vorstellen. Ein fränkischer Vorreiter war da 2008 das Ramsthaler Weingut Baldauf. Am Wochenende feiert es 50-jähriges Bestehen.

Die heutigen Dimensionen des Betriebes hätten sich Karl-Heinz und Thekla Baldauf kaum träumen lassen, als sie 1966 im Nebenerwerb den ersten Bocksbeutel abfüllten. Der Weinbau in Ramsthal drohte seinerzeit ganz auszusterben. Die Rettung kam mit der Flurbereinigung. Sie bescherte Baldaus ein Plus an Anbaufläche auf vier Hektar.

Heute managen die Söhne Gerald und Ralf Baldauf einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern und 60 Hektar Anbaufläche. Den ganz großen Durchbruch brachte die neue Vinothek, in der die beiden Ehefrauen den Verkauf organisieren. Das Familien-Quartet bildete dort zunächst die ganze Belegschaft. Doch mit dem neuen Auftritt standen die Zeichen auf weiterer Expansion, von der das Ansehen des ganzen Saaletales profitiert.

„Als ich gelernt habe, wurden wir Saaletaler oft belächelt“, erinnert sich Gerald Baldauf an die 1980er Jahre zurück. Kunden mussten bei den Weinbauern klingeln, wenn sich sich eindecken wollten. „Im Oktober hieß es dann, der Wein ist aus“, schmunzelt Baldauf. „Das geht heute nicht mehr“, weiß er.

Schicksalsjahr 2011

Bei allem Aufwärtstrend gab es auch Rückschläge. Eine Frostnacht im Mai 2011 vernichtete 80 Prozent der Ernte. Für Baldaufs ein Wechselbad der Gefühle: Zwei Tage später überreichte Ministerpräsident Horst Seehofer der Familie in München die Best of Gold-Auszeichnung für einen Ramsthaler Silvaner. Firmengeschichte schreibt 2011 auch die Krönung eines Baldauf-Burgunders als Sieger bei der internationalen Weinverkostung in Wien unter 9362 Weinen. Seit Erlangen eines Bundesehrenpreises 2008 listet die deutsche Weinwirtschaft das Weingut unter den besten 100.

Diese Erfolgsgeschichte stand mit den Frostschäden auf der Kippe. „Jetzt erst recht“, sagte sich die Winzerfamilie. Sie kaufte 27 Hektar Fläche im weniger frostgefährdeten Erlabrunn dazu. Die Lagerkapazität wuchs auch dank eine Kelterzeltes am Sportplatz von 215 000 auf 550 000 Liter.

Frühere Meilensteine waren 1983 die Eröffnung der ersten Ramsthaler Heckenwirtschaft, der erste Saaletaler Sekt 1989, der erste Ramsthaler Eiswein 2000 und der erste Weinausbau in einem Betonei 2009. Zeit zum Zurücklehnen wird auch in Zukunft wenig bleiben. „Wir müssen weiter am Image des Frankenweins feilen“, sagt Gerald Baldauf auch im Namen aller Winzer. In etwa zehn Jahren will er den ganzen Betrieb auf biologischen Anbau umgestellt haben. Inzwischen sei eine Rückbesinnung auf klassische fränkischen Weinsorten und die Nennung früherer Weinbergslagen gefragt. Dieser Trend schlägt sich im Jubiläumsbocksbeutel nieder. Dessen Inhalt stammt ausdrücklich vom Altenberg.

Gefeiert wird das 50-jährige Bestehen mit einem Hoffest. Am Samstag, 6. August spielen um 20 Uhr die Rossinis. Der Festbetrieb beginnt um 16 Uhr. Mittagstisch am Sonntag ab 11.30 Uhr, ab 18 Uhr Unterhaltung mit Honky Tonk. „Wie damals“ heißt das Motto am Montag ab 17.30 Uhr, ab 19 Uhr gastiert an dem Abend Con brio.

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