MÜNNERSTADT

Integration beginnt bei der Sprache

Testen den neuen Fotokopierer: Bärbel Fürst und ihr äthiopischer Sprachschüler Bruck Matebe. Foto: Heike Beudert
Testen den neuen Fotokopierer: Bärbel Fürst und ihr äthiopischer Sprachschüler Bruck Matebe. Foto: Heike Beudert

Bruck Matebe ist der erste Sprachschüler, der das neue Fotokopiergerät im kleinen Klassenzimmer in der Bergstraße testet. Die ehrenamtliche Initiative engagierter Männer und Frauen aus der Region hat nun bessere Möglichkeiten, den Sprachunterricht für die Asylbewerber in Münnerstadt durchzuführen.

„Wir haben es geschafft“, zeigt sich Bärbel Fürst zufrieden, die an diesem Tag zusammen mit Thomas Seuberling Hausaufgabenhilfe und Sprachkurs anbietet – zwei wesentliche Pfeiler der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe in Münnerstadt. Für das Fotokopiergerät ist sie dankbar. Bislang musste sie zuhause alle Arbeitsblätter auf einem kleinen Drucker ausdrucken. Jetzt ist es einfacher für sie und die anderen freiwilligen Lehrkräfte der Bergstraße. Die Gruppe, die sich unter dem Dach der Caritas-Flüchtlingshilfe zusammengefunden hat, erhielt einen Zuschuss von 500 Euro von einem bundesweit für Integration tätigen Verein.

Zwischen zehn und 18 Männer und Frauen aus verschiedensten Ländern kommen regelmäßig zum Deutschkurs in der Bergstraße. „Es macht total Spaß“, sagt Bärbel Fürst. Tilman Kluge bietet zusätzlich einen Kurs für Analphabeten an.

Sprachkurs für Mütter geplant

In einem Gebäude des St.-Bruno-Werkes am Schindberg hat die Regierung von Unterfranken eine kleine Wohnung zur Verfügung gestellt. Neben dem Unterricht läuft dort regelmäßig auch eine Hausaufgabenbetreuung für die Kinder. Bärbel Fürst hält diese Arbeit für enorm wichtig. Denn Sprache sei der erste Schritt zu einer Integration im Land, sollten die Asylbewerber dann auch als Asylanten anerkannt werden.

Derzeit gibt es auch die Überlegungen, einen Vormittagskurs für junge Mütter anzubieten, damit diese, wenn die Kinder in der Schule oder im Kindergarten sind, Deutsch lernen. Das sei auch für die Kinder wichtig, die sehr schnell die Sprache erlernen und dadurch in den Familien große Verantwortung als Dolmetscher übernehmen müssen.

Deshalb sei es wichtig, dass die Eltern schnell Deutsch lernen. Für Sprachkurse und Mittagsbetreuung gibt es ein festes Helferteam. Für die Hausaufgabenbetreuung am Donnerstag wird noch Unterstützung gesucht.

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