BAD KISSINGEN

Integration per App

Integreat: Mit einem digitalen Führer für die Erfordernisse des Alltags will der Landkreis Bad Kissingen Asylsuchenden und Zugewanderten das Zurechtkommen im manchmal komplizierten neuen Leben erleichtern. Im Bild von links Stefan Seufert, Andrea Herzer und Landrat Thomas Bold.
Integreat: Mit einem digitalen Führer für die Erfordernisse des Alltags will der Landkreis Bad Kissingen Asylsuchenden und Zugewanderten das Zurechtkommen im manchmal komplizierten neuen Leben erleichtern. Im Bild von links Stefan Seufert, Andrea Herzer und Landrat Thomas Bold. Foto: Siegfried Farkas

Digitale Medien haben nicht nur Vorteile. Aber für die Integration von Zugewanderten aller Art können sie echt hilfreich sein. Der Landkreis nutzt das jetzt mit einer App.

Zu wissen, was man wann, wo, wie und warum tun muss, um in der deutschen Gesellschaft gut zurecht zu kommen, ist schon für Eingeborene unabdingbar. Die aber haben immerhin noch den Vorteil, dass sie sich solches Wissen nach und nach aneignen können. Zuwanderer jedoch brauchen sehr viele neue Informationen auf einmal. Und dabei ist für sie gerade am Anfang die Sprachbarriere besonders hoch. Integreat kann da eine wertvolle Hilfe sein. Der Landkreis Bad Kissingen will mit dieser App Asylsuchenden und Zugewanderten die Bewältigung des manchmal komplizierten Alltags erleichtern.

Nützliche Smartphones

Die Integreat-App macht sich zunutze, dass viele Flüchtlinge und Zuwanderer für den Austausch untereinander und den Kontakt mit im Herkunftsland zurückgelassenen Familienmitgliedern auf Smartphones angewiesen sind. Auf diese Weise, so Landrat Thomas Bold bei der Vorstellung, trage die digitale Technik dazu bei, „die Integration bei uns im Landkreis aktiv und nachhaltig zu fördern“.

Die App tut das, indem sie den Nutzern allgemeine und lokale Informationen zur Bewältigung des Alltags zugänglich macht. Eine entscheidende Hilfe ist die Mehrsprachigkeit des Angebots. Nicht nur die Zugewanderten selbst, sondern auch mögliche Gegenüber in Helferkreisen, Ämtern, Schulen und Betrieben haben so die Möglichkeit, sich über Sprachgrenzen hinweg in Bezug auf manchmal komplexe Fragen verständlich zu machen.

Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi

Bei der Vorstellung der App berichteten Landrat Bold sowie Bildungsmanager Stefan Seufert und Andrea Herzer, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte des Bildungsbüros des Landkreises Bad Kissingen, dass die App aktuell ihre Informationen in Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi liefert. Farsi ist unter anderem Amtssprache in Afghanistan. Bei Bedarf seien auch weitere Sprachen möglich. Über Russisch und Somali hat man im Landkreis ebenfalls bereits nachgedacht. Zusätzlich erleichtert wird die Nutzung durch eine Programmführung über Bilder.

Vereint sind im Angebot der App nicht nur Informationen, sondern zum Beispiel auch Zugänge zu Formularen. Es gibt regionalisierte Hinweise darauf, wo Integrationskurse oder Sprachkurse angeboten werden oder wo man Lehrstellen und Praktikumsplätze finden kann. Dazu kommen aber auch Grundangaben über Regeln, die Zugewanderte aus ihrer Kultur nicht kennen, in Deutschland aber beachten müssen. Die Informationen werden beständig aktualisiert. Zuständig ist vor Ort Andrea Herzer.

Für einige tausend Menschen hilfreich

Wie groß der Kreis der Menschen ist, für die so eine Smartphone-Anwendung, die auch auf dem Computer läuft, nützlich ist, lässt sich nur näherungsweise bestimmen. Stefan Seufert sprach bei der Vorstellung am Freitag von 3000 bis 5000 Menschen, wenn man Zugewanderte und Helferkreise zusammen nehme. Landrat Bold setzt die Kreis derjenigen, die profitieren können, deutlich weiter an. Er meint, für 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung des Landkreises, könne so eine App immer wieder mal von Nutzen sein.

Im App-Store zu finden

Entwickelt haben die App Informatiker der Technischen Universität München und der Augsburger Verein Tür an Tür, berichtet der Landkreis. Zu finden ist die Integreat-App im App-Store oder unter www.integreat-app.de

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