BAD KISSINGEN/ALBERTSHAUSEN

„Jäger gehören zu den echten Grünen“

Ehrungen: Landrat Thomas Bold (links) und Jagdvereinsvorsitzender Peter Gleißner (rechts) überreichten die Silberne Hege... Foto: Peter Rauch

Zur öffentlichen Hegeschau luden Jägerverein Bad Kissingen und Landratsamt die Jagdberechtigten der Hegegemeinschaften Zahlbach, Bad Bocklet, Wermerichshausen, Maßbach, Arnshausen und Bad Kissingen. Wie der Vorsitzende des Jägervereins Bad Kissingen, Peter Gleißner, ausführte, seien die Abschusszahlen beim Rotwild zu 90 Prozent erfüllt. Lediglich eine Hegegemeinschaft liege mit ihren Abschüssen noch weit hinter den staatlichen Vorgaben, die alle drei Jahre neu herausgegeben werden.

„Im Moment überwiegt bei den Jägern die positive Stimmung – aber im kommenden Jahr kommt ein neuer Abschussplan“ so Gleißner. Mit 1700 geschossenen Schwarzkitteln liege man zwar in der Stückzahl um tausend niedriger als im Vorjahr aber immer noch im Soll. Während die Wildschweinpopulation wächst, verschwindet der Hase, aber auch Fuchs und Marder seien rückläufig - nur der Waschbär hält sich. Und, es wurde sogar ein ausgewachsener Hirsch im Forstbereich Garitz geschossen.

Eine Situation, die laut Gleißner keinen der einheimischen Jäger erfreut, aber „unsere Reviere hier sind als rotwildfreies Gebiet deklariert und da muss der Hirsch laut Jagdgesetz erlegt werden“. Der ehemalige König der Wälder sei in Bayern in kleine Gebiete eingesperrt. Verlasse er diese Grenzen, müsse er geschossen werden. Darüber seien die Jäger nicht besonders glücklich, schließlich sei auch dieser Hirsch, ein ungerader Zwölfender mit fast 150 Kilogramm ein stattliches Tier, im Alter von sieben bis acht Jahren gewesen, als er im „Faulen Grund“ (zwischen Parkwohnstift und Albertshausen) auf seinen Jäger traf.

Viele Tiere kommen von einer von Nord nach Süd verlaufenden Wanderung und bleiben hier hängen, bestätigte auch Reinhard Landgraf vom Schwarzwildjagdring, der die größten Bestände dieser Spezies im Bereich Münnerstadt, Nüdlingen und Bad Kissingen ausmachte. Sehr unterschiedlich seien die Jahresabschusszahlen. Auf ein „gutes“ folge meist ein schlechtes Abschussjahr, wobei oft auch die Witterung und auch das Nahrungsangebot mitspielten. Analog dazu seien auch die Wildschäden, die die Wildschweine verursachen würden. Auf rund einen Euro pro landwirtschaftlicher Fläche bezifferte er den Schaden und ließ in seinem Vortrag dahingestellt, wie sich das mit einem weiteren Maisanbau entwickeln werde.

Dass der Maisanbau mehr werde, bestätigte auch Landwirt und Landtagsabgeordneter Robert Kiesel, der dem Jägerverein bestätigte, „ich komme gern hierher, denn die Jäger gehören zu den echten Grünen“. Dass die Hegeschauen einen gesetzlichen Hintergrund haben, machte Landrat Thomas Bold deutlich. Nur so erfahre man über den Abschuss vom tatsächlichen Bestand, auch wenn man sagen müsse, „ dass auch auf der Straße hier sehr viel Wild auf der Strecke bleibt“. So appellierte Gleißner nochmals an alle, „wir brauchen verlässliche Zahlen, meldet jeden Abschuss, denn Jagd ist Abschussplanerfüllung und im nächsten Jahr wird ein neuer Abschussplan geschrieben.

Mit Michael Albert (Burkardroth), Wolfgang Greubel (Ebenhausen) Eduard Rink und Benedikt Denner (Kleinwenkheim) erhielten Nichtjäger vom Bayerischen Jagdverband die Silberne Hegenadel für ihr Engagement um Wild und Wald.

Prächtiges Geweih: Im Forstbereich Garitz wurde in der vergangen Jagdsaison auch ein ungerader Zwölfender erlegt. Weil d... Foto: Peter Rauch

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