Bad Kissingen

Kissinger CSU: Auch Gerhard Schneider kann OB-Kandidat werden

Die Bad Kissinger CSU wählt ihren OB-Kandidaten aus mehreren Bewerbern aus. Aktuell wird auch Gerhard Schneider, der Geschäftsleitende Beamte der Stadt, dafür gehandelt.
Gerhard Schneider ist seit März Geschäftsleitender Beamter der Stadt Bad Kissingen. Nächsten März könnte er sogar für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren. Der 58-Jährige zählt jedenfalls jetzt bei der CSU zu den potenziellen Bewerbern um die Kandidatur. Foto: Siegfried Farkas

In vier Wochen will die CSU bei einer Stadtversammlung aller Bad Kissinger Ortsverbände festlegen, wer bei der Oberbürgermeisterwahl im März für sie gegen Amtsinhaber Kay Blankenburg (SPD) antreten soll. Vor vierzehn Tagen war in diesem Zusammenhang schon einmal von sieben Bewerbern die Rede. Jetzt kommt ein weiterer ernst zu nehmender Name hinzu: Gerhard Schneider, der Geschäftsleitende Beamte der Stadt.

Auf die Bewerbung angesprochen, gab Schneider am Dienstagnachmittag eine klassische Antwort. Er könne die Bewerbung um die Kandidatur weder bestätigen noch dementieren, sagte er auf Anfrage der Main-Post. Unter bestimmten Konstellationen bestehe zwar durchaus Interesse. Für eine konkrete Aussage sei es aber noch viel zu früh.

Enger Bezug zur Stadtpolitik

Schneider wäre unter den bisher bekannten Bewerbern um die Kandidatur für die CSU der mit der tiefsten Kenntnis der Kissinger Stadtpolitik. Er tritt zwar bei der Arbeit im Rathaus strikt sachbezogen auf und hält sich mit politischen Äußerungen stets zurück. In der Funktion des Kämmerers, die er lange ausübte, und erst recht als Geschäftsleitender Beamter hat er aber automatisch Einfluss auf Schwerpunkte der Stadtpolitik.

In Diensten der Stadt Bad Kissingen steht der 58-jährige Münnerstädter seit mehr als 30 Jahren. Lange Zeit war er Kämmerer. Die fast sieben Jahre verwaiste Position des Geschäftsleiters übernahm er Anfang März. Der CSU gehört er nach eigenen Angaben ebenfalls bereits etwa drei Jahrzehnte an.

Drei weitere Namen von Bewerbern bekannt

In Bezug auf die Nähe zum Rathaus, ist mit Gerhard Schneider nur noch einer der drei bisher bekannten Bewerber um die OB-Kandidatur bei der Kissinger CSU vergleichbar. Hans-Jörg Rustler bringt als Geschäftsleiter der Gemeinde Geldersheim im Landkreis Schweinfurt ebenfalls viel Verwaltungserfahrung mit. Bei der Stadt Bad Kissingen war er früher unter anderem Schneiders Stellvertreter in der Kämmerei.

Die beiden anderen bereits bekannten Bewerber um die OB-Kandidatur bei den Kissinger Christsozialen sind Lars Streiberger und Ulrich Wittfeld. Streiberger ist, wie berichtet, Leiter der Justizvollzugsanstalt Hünfeld. Er engagiert sich beim Roten Kreuz und beim Rakoczy-Fest und war vor einigen Monaten bereits als aussichtsreicher Bewerber um die Kandidatur gehandelt worden. Wittfeld, ein Unternehmensberater, war 2007 CSU-intern Mitbewerber von Alexander Zöller um die Kandidatur, unterlag diesem aber am Abend der Nominierung. Zöller verlor dann die Stichwahl gegen Blankenburg knapp.

Stadtversammlung hat mehrere Bewerber zur Auswahl

Hinweise, dass die CSU das Verfahren ihrer Kandidatenkür ändern könnte, gibt es nicht. Wie berichtet, sollen die Mitglieder der vier Kissinger Ortsverbände bei der Stadtversammlung am 15. Oktober entscheiden, wer antritt. Dabei werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit die Auswahl unter mehreren Bewerbern haben. Wie viele das an dem Abend noch sein werden, weiß aber momentan keiner in der CSU.

Dabei hätte eine Vorstandsempfehlung für einen Bewerber, der dann die ungeteilte Unterstützung der Mitglieder bekommt, durchaus Vorteile. Ein Verfahren, bei dem die Mitglieder sich unter mehreren Bewerbern entscheiden müssen, kann schon unter den eigenen Leuten Enttäuschung produzieren.

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