THEINFELD

Kleines Theinfeld ganz groß

Ein Bild der Trachtenkapelle Theinfeld aus den Gründerjahren. Es entstand bei einem Sonntagskonzert im Juli 1972. Foto: Trachtenkapelle

Am Wochenende kommt das kleine Theinfeld wieder ganz groß raus, wenn an die 1500 Gäste aus nah und fern sich auf den Straßen, Wiesen und im Festzelt tummeln. Zum achten Mal richtet die 200-Einwohner-Gemeinde nämlich das Musikfest des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) aus. Gleichzeitig wird die Trachtenkapelle 50 Jahre alt – ein Grund mehr für die Ortsbewohner, sich mächtig ins Zeug zu legen.

Dass bei solchen Großereignissen im Dorf alle Hand in Hand arbeiten, versteht sich für die Theinfelder von selbst. Andernorts wäre man jedoch froh, wenn noch nahezu 50 Prozent der Einwohner bei solchen Festen mit anpacken würden. Denn 80 bis 90 Leute helfen an diesem Wochenende mit, sagt Vereinsvorsitzender Thomas Schmitt. „Und da sind all diejenigen, die Kuchen backen, noch nicht mit drin.“

Vergangenen Samstag gingen die Vorbereitungen so richtig los, als das Riesenzelt, das 900 Leute fasst, am Musikheim aufgebaut wurde. 25 bis 30 Leute waren zur Stelle. „Es hat geflutscht“, so Schmitt. Nach zwei bis drei Stunden stand der Zeltpavillon in voller Größe da. Auch mit dem Innen-Ausbau sei man nun weit fortgeschritten, sagt der Vorsitzende.

Auf der Bühne hängen alte Musikinstrumente und Notenschlüssel von der Decke herunter. Frischer Blumenschmuck wird noch angebracht. Die Mitglieder von Festausschuss und Trachtenkapelle seien immer wieder zur Stelle. „Wer abends Zeit hat, kommt vorbei. Man sieht, dass die Theinfelder hinter ihrem Verein stehen“, sagt Schmitt stolz.

Bestimmungen einhalten

Natürlich muss auch Etliches an Bürokratie bewältigt werden. So hat zum Beispiel der Zeltmeister ein Zeltbuch zu führen, in dem aufgelistet ist, ob die Planenbehausung auch TÜV-tauglich ist. Das Zeltbuch muss beim Landratsamt vorgelegt werden. Mit den Kontrolleuren der Lebensmittelüberwachung hat der Verein im Vorfeld die wichtigsten Bestimmungen besprochen, so dass jetzt kurz vor dem Ereignis alles reibungslos ablaufen kann, sagt Schmitt.

Manches ist für die Musikanten auch ärgerlich. Seit mehr als 20 Jahren haben sie eine Begrüßungstafel für Gäste am Orteingang stehen („Grüß Gott in Theinfeld!“). Anlässlich des bevorstehenden Ereignisses haben sie die Tafel ausgewechselt und weisen dort jetzt auf ihr Kreismusikfest hin. Laut Straßenmeisterei gelte das Schild jetzt aber als „Werbetafel“ und müsse weg, sagt Schmitt. Das Argument: Es lenke Autofahrer vom Verkehr ab.

Tatsächlich kann man so manche Vorschrift nicht verstehen. Denn wenn der Festzug am Sonntag draußen vor dem Ort Aufstellung nehmen und im Anschluss die Kreisstraße überqueren würde, muss der veranstaltende Verein eine Gebühr an den Landkreis entrichten, sagt der Vorsitzende. Vergangenes Jahr habe die Trachtenkapelle sich dort aufgestellt und das Geld bezahlt. Dieses Jahr startet der Festumzug jedoch am Weichselgarten.

Ein derart groß angelegtes Kreismusikfest ist für die Veranstalter natürlich auch in logistischer Hinsicht eine Herausforderung. Die Theinfelder haben zum Beispiel einen Metzger und zwei Bäcker beauftragt, die natürlich aus der Region sind. Die Geschäftsleute garantieren laut Schmitt, dass die Waren, die am Sonntag geliefert werden, ganz frisch sind. So werden die Aktiven am Sonntag unter anderem zum Beispiel 1000 eingeschweißte Steaks und etwa 900 Bratwürste entgegennehmen.

Was ist im Kuchen drin?

Brötchen werden ebenfalls etwa 1000 Stück geliefert, wobei zahlreiche Gäste zu den Steaks viel lieber Schwarzbrot essen, weiß der Vorsitzende. Auch für das Kesselfleischessen am Montag, wo man 200 Gäste erwartet, werden rund 30 Stollen Brot benötigt. Bestellt werden müssen auch Salate, die jedoch von den Helfern noch aufbereitet werden.

Die Kuchenbäcker sind schon vor dem Fest gefordert, denn die Kaffeebar bestücken die Theinfelder natürlich selbst. Auch hier gibt's bürokratische Hürden. Wer Kuchen backt, muss einen Zettel mit Inhaltsstoffen beibringen, der dann an der Kuchentheke ausliegt, wenn zum Beispiel Allergiker kommen und wissen wollen, was im Gebäck enthalten ist.

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