BAD KISSINGEN

Kritik an Sparkurs bei Krankenkassen

Die gesetzlichen Krankenkassen fahren nach Ansicht des Bayerischen Heilbäder-Verbandes bei Reha und Vorsorge „einen undurchsichtigen Sparkurs“ auf Kosten der Patienten. „Nach der neuesten Studie des IGES-Instituts wird fast jeder fünfte Antrag auf Vorsorge oder Reha abgelehnt, und meistens sogar zu Unrecht“, erklärte jetzt der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäder-Verbandes Klaus Holetschek. Gegen jeden vierten Ablehnungsbescheid werde Widerspruch eingelegt, die Hälfte davon sei erfolgreich. Das zeige, so Holetschek in einer Mitteilung des Verbands: „Hier stimmt etwas nicht. Da muss man schon den Verdacht haben, dass die Krankenkassen erst mal ablehnen, weil sie hier sparen wollen.“

Sehr unterschiedliche Quoten

Bei den Landwirtschaftlichen Krankenkassen sei die Ablehnung am niedrigsten und bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen und Ersatzkassen besonders hoch, berichtet die Interessenvertretung der bayerischen Heilbäder. Zudem lehnten die Kassen jeden dritten Antrag auf eine stationäre Vorsorgeleistung ab. Die Studie habe der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl Josef Laumann, in Auftrag gegeben.

Keine Daten über Widersprüche

Erstaunlich nennt Holetschek, dass die Ablehnungsquoten erheblich schwanken. Bei Reha und Vorsorge variiere die Quote je nach Krankenkasse zwischen 8,4 und 19,4 Prozent. Noch größer seien die Unterschiede bei Anträgen auf Hilfsmittel. Empörend nennt der Bayerische Heilbäder-Verband, dass laut Studie die Mehrheit der Krankenkassen keine Daten über die Anzahl der Widersprüche und deren Ergebnis habe übermitteln können. Es könne nicht sein, „dass Patienten ihre Leistungen abhängig davon erhalten, bei welcher Krankenkasse sie versichert sind.“ Und es könne auch nicht sein, schimpft Holetschek weiter, „dass Krankenkassen keine Daten über Leistungsbewilligungen und Ablehnungsbescheide liefern können.“

Pflicht zur Veröffentlichung

Der Bayerische Heilbäder-Verband will deshalb die Kassen an die Kandare nehmen. „Wir brauchen eine gesetzliche Pflicht der Krankenkassen, ihre Daten zu veröffentlichen“, schreibt Holetschek. „Nur so erhalten wir mehr Transparenz über die Genehmigungspraxis der Krankenkassen.“

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