ARNSHAUSEN

Lehrerwechsel: Von Stibor zu Stibor

Die schlechte Nachricht zuerst: Christoph Stibor verlässt die Tastenschmiede. Die gute: Ute Stibor führt die private Klavierschule im Bad Kissinger Stadtteil Arnshausen alleine weiter. Die Ehefrau des 45-Jährigen, die ebenfalls Diplom-Musikerin ist und bislang schon in der Tastenschmiede unterrichtet, übernimmt die Schüler ihres Mannes. „Die Qualität des Unterrichts ändert sich somit nicht“, ist Stibor sichtlich zufrieden, seine Schüler in gute Hände abgeben zu können.

Keine Frage: Als Christoph Stibor seinen 25 Klavierschülern vor kurzem eröffnete, dass er ab 1. März Leiter der städtischen Musikschule in Fulda wird und dann nicht mehr in der Tastenschmiede unterrichten kann, war dies erst einmal ein Schock. Keine Frage auch, dass der engagierte Musikpädagoge seine Schüler nicht würde im Regen stehen lassen. In Ehefrau Ute hat er in jeder Hinsicht einen adäquaten Ersatz gefunden. Sie hat die gleiche fachliche Qualifikation als Pianistin und Musikpädagogin, besitzt eine kammermusikalische Zusatzausbildung und ist durch die gemeinsame Tätigkeit mit ihrem Mann in der Tastenschmiede allen Schülern bestens bekannt.

Dass der Lehrerwechsel gut funktionieren wird, davon sind beide überzeugt. Schon in früheren Jahren habe man gegenseitig Schüler übernommen. So arbeiteten beide Pianisten in ihren ersten Berufsjahren nach dem Studium an der städtischen Musikschule Bad Brückenau. Christoph Stibor wechselte 2000 an die Städtische Musikschule Bad Kissingen und übergab seine Brückenauer Schüler an Ehefrau Ute. 2003 machte sich das Musiker-Ehepaar dann mit der Tastenschmiede in Arnshausen selbstständig. Nächstes Jahr wird das Zehnjährige gefeiert.

Dass Christoph Stibor nun aus dem gemeinsamen Projekt aussteigt, ist in den neuen beruflichen Perspektiven begründet, die ihm die Stelle als Musikschulleiter in Fulda eröffnet. „Ich war musikalisch gesehen schon immer breit aufgestellt“, verweist Stibor auf sein zweites Standbein als Künstlerbegleiter und Tourneemusiker. So organisierte und begleitete er als Leiter eines kammermusikalischen Ensembles in den vergangenen neun Jahren Kirchenkonzerte mit Oswald Sattler und Angela Wiedl, beide eigentlich bekannt aus der volkstümlichen Musikszene. „Über 70 Konzerte waren das im Jahr“, sagt der dreifache Familienvater.

Nebenbei machte Stibor für verschiedene Plattenfirmen Vorproduktionen, arrangierte, arbeitete in Projekten mit dem Bayerischen Kammerorchester Bad Brückenau und konzertierte gemeinsam mit Ehefrau Ute an zwei Klavieren. Sein Tätigkeitsfeld reichte von der Klassik über Jazz, Populäres und Kommerzielles bis hin zu Studioaufnahmen, Livemusik und Unterricht.

„Alles, was ich bisher gemacht habe, kann ich bei meiner künftigen Arbeit einbringen“, ist Stibor überzeugt. Denn die Städtische Musikschule in Fulda ist vielfältig. 40 Lehrkräfte unterrichten dort 1200 Schüler, die Angebotspalette reicht von der musikalischen Früherziehung bis zur studienvorbereitenden Ausbildung.

Stibor tritt als Musikschulleiter die Nachfolge von Stephen Berg an, der in Ruhestand geht. Drei Monate dauerte das Auswahlverfahren, bei dem sich der Musiker und Pädagoge aus Oberthulba schließlich gegen alle Mitbewerber durchsetzte. Den personellen Wechsel in der Tastenschmiede werden die Stibors nahtlos gestalten. Statt zwei Tage in der Woche wird Ute Stibor künftig vier Tage unterrichten. „Darauf freue ich mich schon“, sagt die 47-Jährige, auch wenn die Zeit für die Familie nun knapper wird.

Gute Organisation war aber schon immer in der Musikerfamilie gefragt, in der alle drei Kinder den Eltern künstlerisch nacheifern. Tochter Leonie ist bereits außer Haus und macht zur Zeit ein freiwilliges kulturelles Jahr am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Der 15-jährige Marek und sein elfjähriger Bruder Raphael gehen noch zur Schule ins Bad Kissinger Gymnasium. Der Ältere spielt Trompete im Jugendmusikkorps, Fußball und Theater, und der Jüngste ist ein Schlagzeugtalent. Mit seinen elf Jahren hat er es schon zu drei Landeswettbewerben bei Jugend musiziert geschafft.

Hoffnungsvolle Talente gibt es auch in der Tastenschmiede. Etliche Schüler können Wettbewerbserfolge vorweisen. Auch künftig soll das so sein, verspricht Ute Stibor.

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