OERLENBACH

Leserbrief Steffen Beuterts: Kritik wird gekontert

Einigen Unmut hervorgerufen hat der Leserbrief, in dem der Ebenhäuser Steffen Beutert die Begrünung der Ortsdurchfahrt von Oerlenbach kritisch unter die Lupe nahm. Im Wesentlichen stellte Beutert den Zeitpunkt der Bepflanzung im späten Herbst infrage und fordert einen verantwortungsvolleren Umgang mit Steuergeldern.

Zudem kritisierte er, dass mit einem Gingko ein Baum auf dem alten Rathausplatz gepflanzt wurde, dessen Ursprung in Asien liegt – während die Gemeinde Einwohnern verbiete, diese zu pflanzen und diesen vorschreibe, nur einheimische Hölzer zu setzen.

Der Fächerblattbaum (Ginkgo biloba) stamme zwar aus China, werde heute aber weltweit angepflanzt, entgegnet Dieter Büttner, Kreisfachberater Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt, auf Anfrage der Main-Post. Diese Baumart eigne sich ideal „gerade für den öffentlichen Raum, der geprägt ist von starker Versiegelung und extremen Klimaverhältnissen“. Die Gebote von Grünordnungsplänen seien im übrigen als Pflanzempfehlungen zu verstehen und formulierten in der Regel keine Verbote. Auch Gemeinderat Robert Erhard weist darauf hin, dass der Gingko seit fast 300 Jahren auch in Europa gepflanzt werde und mittlerweile als heimischer Baum gelte.

Für Gehölze sei der Herbst bis in den Dezember hinein geradezu „der optimale Pflanzzeitpunkt“, erwidert Büttner Beuterts zweiten Kritikpunkt. Das oberirdische Wachstum ruhe zwar, nicht aber das Wurzelwachstum. „Dadurch erhält die Pflanze ideale Standortvoraussetzungen für den Frühjahrsaustrieb“, machte er deutlich. Zudem würde sie Trockenperioden im folgenden Jahr besser überstehen. Die Herbstpflanzung empfehle sich geradezu für Gebiete mit mildem Winter und trockenem Sommern, da die Pflanze die winterlichen Niederschläge besser nutzen könne.

Ungeheure Behauptung

Auch Gemeinderat Robert Erhard reagierte mit einem Schreiben an die Redaktion. Beuterts Leserbrief beinhalte „Ungeheuerlichkeiten, Unwahrheiten und Diffamierungen“, kritisiert er. Ungeheuer empfindet er als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses insbesondere die Behauptung, die Gemeinde würde mit Steuergeldern nicht verantwortungsvoll umgehen. „Unsere Mitarbeiter und Berater sind auch Profis auf ihrem Gebiet“, macht er deutlich, und an Fremdfirmen vergebene Pflanzaufträge seien „immer mit Anwuchsgarantie durch die beauftragte Firma“ verbunden.

Leserbriefschreiber Beutert hatte bei der Kommunalwahl 2008 auf Listenplatz vier der Freien Wählergemeinschaft Ebenhausen kandidiert. Obwohl diese Liste vier Mandate erreichte, schaffte Beutert den Sprung in den Gemeinderat nicht. Auch zählt er nicht zu den beiden Nachrückern. Seit 2011 allerdings meldet er sich regelmäßig mit Leserbriefen zu Wort, in denen er zumeist die Ausgabenpolitik Oerlenbachs kritisiert.

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