BAD BOCKLET

Liebeserklärung an Bad Bocklet

Richtfest in Bad Bocklet: Doris Eisenmann betreibt die Apotheke, und ihr Mann Martin will eine Buchhandlung eröffnen. Foto: FOTO Isolde Krapf

(ikr) Das Thema Ortskernrevitalisierung wird jetzt überall groß geschrieben. Auch im Bockleter Ratsgremium beschloss man nun, wieder Leben in die Gemeindeteile zu bringen. Ganz in dieses Konzept passt das Projekt von Doris und Martin Eisenmann. Sie bauen in Bad Bocklet eine Buchhandlung und wollen das Areal um das Gebäude und die bestehende Apotheke zu einem Ortsmittelpunkt umgestalten.

Vor zwei Jahren zog das Ehepaar aus der Würzburger Gegend nach Bad Bocklet. Schon länger hatte Doris Eisenmann Ausschau nach einer eigenen Apotheke gehalten. Zufällig erfuhr sie über einen Makler, dass in Bad Bocklet ein Nachfolger gesucht wurde. Die Eisenmanns übernahmen nicht nur die Apotheke, sondern auch das Nebengebäude an der Kissinger Straße.

Zentrale Lage

Im April 2008 reifte der Plan, aus dem Areal etwas zu machen, erzählt Martin Eisenmann im Gespräch mit der Main-Post. „Wir dachten, es sei schade, wenn das Nebengebäude leer steht, und entschlossen uns schließlich, es abzureißen und neu zu bauen.“ Ein Architekt wurde zu Rate gezogen. Im Mai begann man mit der konkreten Planung, und Ende Juni wurde der Bauantrag im Gemeinderat eingereicht.

Das Nebengebäude wurde im Oktober abgerissen. Dann entstand peu ? peu der Rohbau der Buchhandlung. Am gestrigen Montag war Richtfest. Wenn alles läuft wie geplant und das Wetter mitspielt, soll der ganze Komplex am 2. Mai 2009 eröffnet werden, hofft der gebürtige Retzbacher. „Das Ganze soll Platz-Charakter haben.“ Die zentrale Lage in der Nähe der Kirche und des Pfarrhauses eröffne gewisse Chancen, dass das Areal zum „Anlaufpunkt für die Bad Bockleter“ werden könnte.

Für Bocklets Bürgermeister Wolfgang Back sind die Eisenmanns mit ihrem Plan, im Ort zu investieren, „ein Glücksfall“. Durch ihr bauliches Engagement habe sich das Ortsbild an der Kissinger Straße „erheblich verbessert“. In ihre Geschäftsidee sei er schon länger eingeweiht gewesen und habe sich gefreut, weil es mal „etwas ganz Neues“ ist.

Doris Eisenmann machte vor ihrem Pharmaziestudium eine Ausbildung zur Buchhändlerin. Sie wird aber die Apotheke weiterbetreiben, während ihr Mann die Buchhandlung führen will. Das dürfte ihm als gelerntem Einzelhandelskaufmann und studiertem Informatiker nicht schwer fallen. Wenn man, wie die Eisenmanns, 300 000 Euro investiert, muss man an seinen Traum glauben. „Wir setzen auf zwei jahrhundertealte Gewerbe, den Buchhandel und das Apothekergeschäft“, ist der 30-Jährige zuversichtlich.

Kindgerechtes Ambiente

„Wir werden gemeinsame Werbeauftritte machen und Synergieeffekte nutzen.“ Zum Beispiel wollen beide ihre Produkte „kindgerecht“ aufbereiten und in den beiden Häusern in entsprechendem Ambiente anbieten, denn schließlich werden sie selbst bald Eltern. In der Buchhandlung soll es beispielsweise ein Café mit Angeboten für die Kleinen und ein Spielhäuschen geben. Auf dem Platz zwischen Apotheke und Buchhandlung sind zwei Brunnen geplant. Es gibt also Wasser, wo Kinder gern planschen, sagt Eisenmann. In einem auf dem Platz geplanten Arzneipflanzen-Garten wollen die Jungunternehmer alles ansäen, anpflanzen und altersgerecht beschriften, was Kinder interessiert.

Bad Bocklet sei „sehr gepflegt“ und ein Ort, wo man spüre, „dass sich immer etwas tut“. „Da möchte man teilhaben und auch etwas mitgestalten“, erklärt der 30-Jährige seine Liebe zum Biedermeierbad. Der schönste Augenblick für ihn sei der gewesen, als er mit seiner Frau im Mai 2006 zum ersten Mal durch den Kurpark lief und dort alles blühte. „Ich glaube einfach an den Ort.“

Richtfest in Bad Bocklet: Doris Eisenmann betreibt die Apotheke und ihr Mann Martin will eine Buchhandlung eröffnen. Foto: FOTO Isolde Krapf

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