Münnerstadt

"Malen" mit der Schere

Ingrid Dietz zaubert filigrane Kunstwerke aus Papier mit der Schere. Die Schnitte sind in der Kleinen Galerie zu sehen.
Zur Eröffnung der Sommerausstellung in der Kleinen Galerie im Seniorenzentrum St. Elisabeth "Am Wegesrand - Scherenschnitte von Ingrid Dietz" waren 40 Kunstliebhaber erschienen. Beim Betrachten der 18 Kunstwerke kamen sie aus dem Staunen ob der Präzision der filigranen Details nicht mehr heraus. Als sie auch noch eine Demonstration der Scherenschnitt-Künstlerin aus Pfedelbach (Hohenlohekreis / Baden-Württemberg) miterlebten, die mit wenigen Handbewegungen, aber präziser Schnittführung schnell einmal ein balzendes Vogelpärchen aus einem Blatt schwarzen Papieres hervorzauberte, war die Hochachtung vor der Künstlerin groß. "Man könnte die Vögel beinah singen hören, betrachtet man sie genauer, sagte eine Besucherin, als sie das kleine Kunstwerk kurz in Händen hielt.
Um die Kunstform des Papierschnitts den Gästen näher zu bringen, bemühte Horst Kreutz, der künstlerische Leiter der Kleinen Galerie, in seiner Laudatio auch die Historie des Papierschnitts. Diese faszinierenden Bilder an der Wand könne man mit dem Prädikat "künstlerisch wertvoll" bezeichnen, sagte Kreutz. Ihre filigranen Werke sind höchste Kunst, betonte der Galerie-Leiter.

Insekten und Pflanzen

Kaum bemerkte Wildpflanzen, Schmetterlinge, Käfer, Libellen und Spinnen sind in ihrem Gesamtwerk "Am Wegesrand" die Hauptfiguren, die Ingrid Dietz schwarz auf weiß in den Blick des Betrachters rückt. Aus der Fülle ihrer Motive hat sie für die Ausstellung Pflanzen und Kleintiere ausgewählt, die in unserer Region heimisch sind. Viele ihrer Motive hat sie auf Wanderungen und beim Pflegen ihrer Streuobstwiese zunächst mit der Kamera oder einem Skizzenblock festgehalten. Sie hofft, dass sich die Betrachter ihrer Motive draußen wieder erinnern, was sie auf den schwarz-weißen Bildern gesehen und den Blick dafür geschärft haben.
Die Scherenschnitte von Ingrid Dietz sind begehrte Sammler-Objekte, die sie in allen Ausformungen mit der Schere aus einem einzigen Blatt Papier geschnitten hat, sagt sie.Ausstellungen unter anderem in Düsseldorf, Hannover, Stuttgart und Mannheim haben ihre faszinierende Kunstfertigkeit bis weit über Süddeutschland hinausgetragen.
Schon als Kind habe sie gern gezeichnet und gemalt. Ihr Vater habe ihr Talent gefördert und als sie eines Tages das "Wiesenbuch" von Heinrich Waggerl in die Hand bekam, das er mit Scherenschnitten illustriert hatte, "war ich begeistert von den Silhouetten der Pflanzen", sagt sie. Getrieben von Neugierde und Ungeduld machte sie sich daran, einige Motive aus dem Buch nachzuschneiden. Den Kopien folgten bald eigene Entwürfe und schließlich entwickelte sich eine Detailfreudigkeit mit oft höchsten Ansprüchen an Feinheit und Korrektheit. Infos im Seniorenzentrum, Tel. 09733/ 81240 zu erfahren.

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