Fulda

Minister Al-Wazir teilt Bedenken

Auch über die Landesgrenze hinweg sorgt die geplante Stromtrasse für Protest. Das Land Hessen hält "SuedLink" durch Osthessen entlang der A7 für notwendig, fordert aber, Alternativen zum Bau der Trasse zu prüfen.
Die Bürgermeisterversammlung des Landkreises Fulda hat sich in einer Protestresolution an den hessischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grünen) gewandt und gefordert, Wege zu suchen, um den Trassenbau zu verhindern. In Osthessen soll die Trasse entlang der A7 verlaufen. Al-Wazir antwortet den Bürgermeistern, dass die Landesregierung das Projekt für erforderlich hält. Trotzdem müssten die Stromflüsse, für die die Trasse gebaut werden soll, transparent dargelegt und in ihren Berechnungen nachvollziehbar begründet werden.
Dazu gehöre auch die Frage, ob es technische Alternativen zur Übertragung des Windstroms gebe, etwa durch die Umwandlung des Stroms in gasförmige Stoffe, die in bereits vorhandene Erdgasleitungen eingespeist werden könnten.

Kritische Prüfung zugesagt

"Mein Haus hat und wird die Planung und Genehmigung dieses Projekts weiterhin kritisch prüfen", verspricht der Minister. Das Land erwarte von der Bundesnetzagentur, dass sie Bedenken der Bürger, aber auch der Städte, Gemeinden und Landkreise, bereits in der Vorbereitung der Planungen anhört und erörtert. Der Minister rät den Bürgermeistern, ihre Bedenken in den Planungsprozess einzubringen.
"Es ist ein gutes Zeichen, wenn der Minister Verständnis zeigt. Die Möglichkeit, die elektrische Energie über Gasleitungen zu transportieren, scheint in der Tat so überzeugend zu sein, dass es sich lohnt, sie weiter zu verfolgen. Dann wäre die Trasse überflüssig", sagt Petersbergs Bürgermeister Karl-Josef Schwiddessen (CDU). Er ist Vorsitzender der Fuldaer Bürgermeister-Kreisvereinigung.
Wenn Fachleute erklärten, dass die Trasse unnötig sei, müsse das intensiv geprüft werden. Der Hessische Landtag wird am 16. Juni eine öffentliche Anhörung zu dem Trassenbau durchführen. Die Bürgermeister des Landkreises Fulda wollen den Schlitzer Rathauschef Hans-Jürgen Schäfer (CDU) als ihren Vertreter nach Wiesbaden entsenden.
Indes haben Kritiker der geplanten Stromautobahn bei einer Infoveranstaltung des Netzbetreibers Tennet in Unterfranken demonstriert. "Wir sehen die Notwendigkeit der Stromtrasse gar nicht", sagte der Sprecher der Bürgerinitiative A7 Stromtrasse Nein, Sebastian Röder. Kritiker fürchten, dass die Trasse mit bis zu 70 Meter hohen Masten Lebensqualität und Tourismus schaden werde. Der Ausbau der Stromnetze stößt in vielen Regionen auf Protest. In Bayern sorgte schon die Gleichstromtrasse Süd-Ost des Netzbetreibers Amprion für Wirbel. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) pocht deshalb auf einen Aufschub der Planungen.

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