Burkardroth

Müll auf Burkardroths Mühlberg

Pizzakartons, Getränkedosen, Zigarettenschachteln - all das haben Unbekannte wohl nach einer Party am Feldrand hinterlassen.
Benno Keßler hat am Wochenende diesen Müllhaufen am Rande seines Feldes auf dem Mühlberg entdeckt. Wer diesen abgeladen hat, weiß er nicht. Allerdings haben die Verursacher versucht, den Haufen mit Gras abzudecken.  Foto: Kathrin Kupka-Hahn       -  Benno Keßler hat am Wochenende diesen Müllhaufen am Rande seines Feldes auf dem Mühlberg entdeckt. Wer diesen abgeladen hat, weiß er nicht. Allerdings haben die Verursacher versucht, den Haufen mit Gras abzudecken.  Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Benno Keßler hat am Wochenende diesen Müllhaufen am Rande seines Feldes auf dem Mühlberg entdeckt. Wer diesen abgeladen hat, weiß er nicht. Allerdings haben die Verursacher versucht, den Haufen mit Gras abzudecken. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Benno Keßler kann es kaum glauben. Direkt an seinem Acker auf dem Mühlberg liegt Müll. Nicht einfach nur etwas Unrat, achtlos hingeworfen. Nein, an dem Feldrand hat jemand vermutlich ganz bewusst seinen Partymüll abgeladen. "Man hat sich sogar die Mühe gemacht, ihn extra hierherzubringen, etliche Meter abseits vom Weg", sagt er.

Der Müllhaufen besteht aus mehreren Pizzakartons sowie leeren Chipstüten, Getränkedosen, Flaschen, Zigarettenschachteln, Eisverpackungen, Papiertüten und vielem anderen Unrat mehr. "Das sind etwa vier Quadratmeter", schätzt der 57-Jährige ein. Am vergangenen Wochenende hat der Wollbacher den Müllhaufen auf seinem Feld entdeckt. "Ich gehe davon aus, dass er noch nicht einmal zwei Wochen hier liegt", fügt er hinzu.


Unrat separat entsorgen

Denn vor etwa 14 Tagen sei er zuletzt oben an seinem Acker gewesen, den er ebenso wie die Hecken ringsum regelmäßig kontrolliert. Zudem ist der Müll noch in einem relativ guten Zustand. Heißt: Nur wenige Teile sind zerfetzt. "Man sieht daran, dass schon Viecher da waren", so Benno Keßler. "So etwas hatte ich noch nie", fügt er sichtlich betrübt hinzu. Regelmäßig beteiligt sich der Nebenerwerbslandwirt an den öffentlichen Reinigungsaktionen in der Wollbacher und Burkardrother Flur, die beispielsweise die Jagdgenossen alljährlich durchführen. Nun muss er auch auf seinem eigenen Grundstück aktiv werden. "Da werde ich wohl mit mehreren Müllsäcken anrücken müssen", ist Benno Keßler überzeugt. Schließlich handelt es sich bei dem Unrat um mehrere Wertstoffe, wie Plastik, Papier oder Blech, die nicht verrotten, sondern separat entsorgt werden müssen. Das wollten sich die Verursacher offenbar sparen.


Müllablagerungen nur sporadisch

Auf Nachfrage dieser Zeitung im Rathaus erklärt Bürgermeister Waldemar Bug (ödp), dass unzulässige Müllablagerungen im Markt Burkardroth nur sporadisch vorkommen. "Hin und wieder werden Hausmüllsäcke illegal entsorgt", berichtet er. Aus seiner Sicht gebe es auch keine Tendenz hin zu mehr oder weniger Vorfällen. Lediglich am ehemaligen Partyplatz in Waldfenster habe es in der jüngeren Vergangenheit öfters Probleme gegeben. "Erst im Frühjahr hatte dort jemand seine Autoreifen entsorgt", erinnert sich Bug. Die Gemeinde habe daraufhin ein Unternehmen beauftragt, den Unrat auf dem Partyplatz zu beseitigen und auch die Kosten dafür übernommen. Bug schätzt, dass diese mehr als 1000 Euro betrugen. "Seitdem haben wir am Waldfensterer Partyplatz Ruhe", fügt er hinzu. Lediglich an den Straßenrändern der Hauptverkehrsachsen läge allerhand Müll. "Weshalb jemand Becher, Tüten und anderen Unrat aus dem Autofenster wirft, kann ich nicht verstehen."

Auch mit illegal abgelagertem Bauschutt gibt es im Markt Burkardroth kaum Probleme, schätzt der Bürgermeister ein. Als Grund dafür nennt er den Container, den die Gemeinde an der ehemaligen Bauschuttdeponie, die erst 2015 geschlossen wurde, aufstellen ließ. "In diesem können geringe Mengen Bauschutt entsorgt werden", so Bug. Beispielsweise, wenn jemand ein Fenster ausbaue oder eine Wand einreiße. Jeden Samstagvormittag würden diese geringen Mengen ohne Voranmeldung angenommen.


Bauschutt im Rathaus melden

Wer unter der Woche Bauschutt bringen möchte, sollte sich laut Bug zunächst im Rathaus melden. Die Kosten für die Entsorgung des Schutts aus dem Container trägt die Gemeinde. "Das ist immerhin billiger, als illegal entsorgten Bauschutt aus dem Wald zu entfernen", ist der Rathauschef überzeugt. Wie nun Benno Keßler weiter verfahren soll, weiß der Bürgermeister auch nicht. "Er kann bei der Polizei Anzeige erstatten, jedoch werden die Verursacher nur selten gefunden", so seine Erfahrung.


88 Umweltdelikte

Christian Pörtner von der Polizeiinspektion Bad Kissingen kann das so nicht bestätigen. "In etwa 40 Prozent der Fälle wird der Verursacher ausfindig gemacht", sagt er. Außerdem sieht der Polizist illegale Müllablagerungen als besonders großes Problem im gesamten Landkreis und kann das auch mit Zahlen belegen. In den vergangenen zwölf Monaten wurden in der Bad Kissinger Inspektion 88 Umweltdelikte registriert, zu denen auch etwa 50 illegale Müllablagerungen gehören. Dabei handele es sich beispielsweise um Bauschutt, der einfach so im Wald entsorgt wird, um Verschmutzungen auf Parkplätzen und um abgelegten Hausmüll entlang von Wanderwegen. "Wir haben etwa einen Fall pro Woche", fügt er hinzu. Der jüngste ist erst wenige Tage alt. "Da hat jemand alte Farbeimer an der Zufahrt zur Kläranlage Großenbrach abgestellt", so Pörtner. Allerdings werden nur selten Anzeigen erstattet. Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 20. "Wenn wir den Verursacher ermitteln, dann kann das ganz schön teuer werden, schließlich handelt es sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit", erklärt der Polizist.

Laut aktuellem Bußgeldkatalog wird die illegale Entsorgung von Müll in Bayern mit einem Bußgeld zwischen 20 und 2500 Euro belegt. Für Autoreifen werden bei bis zu fünf Stück zwischen 110 und 330 Euro fällig, ab sechs Reifen können es bis zu 1600 Euro Strafe werden.

Unzulässig abgelagerter Bauschutt wird je nach Menge belangt. So wird ein Kubikmeter mit einem Bußgeld zwischen 80 und 400 Euro bestraft. Wer mehr als fünf Kubikmeter illegal entsorgt, der muss mit einer Summe zwischen 1000 und 2500 Euro rechnen.

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