RIEDENBERG

Nach Protest der Riedenberger: Kapellchen ist nun raus aus der Kernzone

Wieder aus der Kernzone herausgenommen: das Kapellchen auf dem Basaltküppel oberhalb von Riedenberg.
Wieder aus der Kernzone herausgenommen: das Kapellchen auf dem Basaltküppel oberhalb von Riedenberg. Foto: Matthias Gerhard

Der Protest der Riedenberger hat sich gelohnt. Das Kapellchen oberhalb der Gemeinde im Sinntal wird kein Teil der künftigen Kernzone des Biosphärenreservats Rhön werden. Das bestätigt Bürgermeister Robert Römmelt (SPD) auf Anfrage der Main-Post. Zeit, die Hände in den Schoß zu legen, ist aber nicht.

Im Juni war der Unmut bei den Riedenbergern hochgekocht. Im von der Regierung von Unterfranken veröffentlichten Entwurf der Verordnung fürs Naturschutzgebiet war die Umgebung des Kapellchens als Kernzone ausgewiesen. Viele fürchteten, dass der Kreuzweg hinauf auf den Basaltküppel und das auf ihm stehende Kapellchen schon bald nicht mehr betretbar wäre. Schon jetzt sei alles zugewachsen. Das Wahrzeichen, auf das die Riedenberger so stolz sind, sei kaum noch von der Staatsstraße 2289 aus zu sehen.

Politische Sympathisanten

Der Kissinger CSU-Landtagsabgeordneten Robert Kiesel war vor Ort, um sich die Lage anzusehen. Und auch sein Parteikollege Landrat Thomas Bold bekundete Sympathie mit den Riedenbergern.

Jetzt konnte Bürgermeister Römmelt im Gemeinderat verkünden: „Das Kapellchen und der Kreuzweg sind aus der Verordnung draußen.“ Ein Forstweg, der zur Andachtsstätte hinführt, allerdings nicht.

Und das birgt Probleme. Denn älteren Menschen könne man den steilen Kreuzweg nicht zumuten. Sie wären auf das Auto angewiesen, um über den Forstweg zum Kapellchen zu gelangen.

Doch motorisierte Fahrzeuge sind in der Kernzone nicht erlaubt. Sie darf nur auf ausgewiesenen Wegen zu Fuß durchmessen werden.

Die Gemeinde will jetzt bei der Regierung von Unterfranken erreichen, dass der Forstweg ebenfalls aus der Kernzone genommen wird.

Aber warum hat das die Regierungsbehörde nicht schon zusammen mit dem Kapellchen getan? „Da hat wohl jemand ohne Ortskenntnis nach Karte zoniert“, glaubt Römmelt. Denn in dieser sei der Forstweg gar nicht eingezeichnet.

Nachhaken will die Gemeinde auch bei einigen Forstwegen rund um das Würzburger Haus auf der anderen Seite des Tales. Diese alten Wirtschaftswege erschließen laut Bürgermeister Römmelt private und gemeindliche Grundstücke oberhalb der Ausflugsstätte und sollen nach dem Willen der Gemeinderäte offen bleiben.

Die asphaltierten Zufahrten zum Würzburger Haus wären eh nicht von der Kernzone betroffen.

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