Bad Kissingen

Netzwerken beim Bad Kissinger Neujahrsempfang

Wenn die wichtigen Personen einer Stadt zusammentreffen, gibt es viel zu besprechen. Finanzminister Söder äußerte sich zu den Investitionen des Freistaates.
OB Kay Blankenburg und Rosenkönigin Vera Hauck begrüßen Karen Pohle vom Generationennetzwerk sowie Curd Mohr und Bernd Kirchner vom THW. Foto: Ralf Ruppert
OB Kay Blankenburg und Rosenkönigin Vera Hauck begrüßen Karen Pohle vom Generationennetzwerk sowie Curd Mohr und Bernd Kirchner vom THW. Foto: Ralf Ruppert
Am Freitagabend kamen sie wieder alle zusammen, die Entscheider, die Macher, die Würdenträger und Honoratioren von Bad Kissingen. Rund 300 von ihnen trafen sich zum alljährlichen Neujahrsempfang der Stadt im Tattersall , lauschten den Ausführungen von Gastgeber Kay Blankenburg und dem bayerischen Finanz- und Heimatminister Markus Söder.
Doch im Vordergrund stand für die meisten Teilnehmer etwas anderes: Die Möglichkeit sich auszutauschen, über Gerüchte zu diskutieren, gemeinsame Projekte anzustoßen und neue Menschen kennenzulernen. "Networking" heißt das neudeutsch. Gemeint ist das "Knüpfen und Pflegen von Kontakten, die dem Austausch von Informationen und dem beruflichen Fortkommen dienen", wie der Duden es ausdrückt.


Erste Kontaktaufnahme

Eine "Kontaktbörse" nennt der Sprecher der Stadt Thomas Hack den Neujahrsempfang dementsprechend. "Es gibt immer wieder Fälle, bei denen Menschen im Nachgang gemeinsam Projekte umgesetzt haben." Das sei ja nur logisch: Schließlich träfen sich an so einem Abend die aktiven Menschen der Stadt.
Rund 500 Einladungen hat die Stadt im Namen des Oberbürgermeisters im Vorfeld verschickt. Zu viele für den Tattersall, doch die Erfahrung habe gezeigt, dass nur etwa 60 Prozent der Einladung auch folgen, erklärt Hack. Neben der Suche nach einem Redner seien die Einladungen das größte Problem. Über Jahre habe man sich in der Stadt einen Datenpool erarbeitet, mit den wichtigsten Personen aus Vereinen, der Wirtschaft, der Politik und anderen Institutionen. "Das Schlimmste ist natürlich, wenn man jemanden vergisst", erzählt Hack.
Wegen dem beschränkten Platz können nur geladene Gäste zum Neujahrsempfang - und auch die müssen meist auf ihre Partner verzichten. Das übliche "plus eins" sucht man auf den Einladungen deshalb vergeblich.
In der illustren Runde treffen sich Menschen aus unterschiedlichsten Branchen und Berufen. "Wenn ich überlege, wie viel Zeit ich brauche, um sonst Termine zu finden und wie schnell man an so einem Abend ins Gespräch kommt, das ist schon genial", sagt Roland Friedrich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse. Für den Banker sind solche Termine Gold wert: "Das Bankgeschäft lebt von persönlichen Kontakten und Vertrauen", sagt Friedrich. "Ab und zu kommen neue Kundenkontakte und Projekte zustande."
Diese Einschätzung teilt auch Steffen Hörtler, Stiftungsdirektor Heiligenhof und Ortsvorsitzender der CSU. "Unsere Stiftung hat letztes Jahr eine Million Euro Fördergelder bekommen, und das wurde fraktionsübergreifend befürwortet", erzählt der Direktor der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk. Ohne solch informelle Treffen wie dem Neujahrsempfang wäre das wohl kaum möglich gewesen.
Sieglinde und Alfred Jutt reisten für den Neujahrsempfang extra aus Baden-Württemberg an. Die beiden Führungskräfte des Immobilienunternehmens Schaible, die bereits viele Wohnungen in der Henneberg-Siedlung renoviert haben, hoffen auf weitere Geschäfte in Bad Kissingen. "Auch wenn wir bereits gut vernetzt sind, an so einem Abend trifft man auch immer neue Leute", sagt Alfred Jutt.
Offizielle Verlautbarungen und feste Zusagen kann man von so einem Neujahrsempfang nicht erwarten. "Es kommt auch auf die Zwischentöne an", erklärt Ralf Ludewig vom Handelsverband Bayern. "Es ist auch sehr aussagekräftig, was an so einem Abend nicht angesprochen wird." Letztlich kocht am Neujahrsempfang auch die Gerüchteküche. "Bad Kissingen ist eben eine Kleinstadt, da verbreiten sich Gerüchte schnell", sagt Banker Friedrich. "An so einem Abend kann man das Gehörte mit der Realität abgleichen."


Zeit für Gespräche

Klar, dass an einem Abend, an dem so viele Entscheidungsträger aufeinandertreffen und Gerüchte besprochen werden, auch die Presse die Ohren offen hält. "Ich hatte beispielsweise von einer interessanten Entwicklung in einem Kissinger Unternehmen gehört", erzählt der Redaktionsleiter der Saale-ZeitungPaul Ziegler, der seit Jahren regelmäßig beim Neujahrsempfang dabei ist. "Klar, dass ich an so einem Abend dann direkt auf die betreffende Person zugehe." Und wenn etwas dran ist, dann lesen Sie es zuerst hier. Dem Netzwerk sei Dank.
Interview mit Finanzminister Markus Söder auf .

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Bad Kissingen
  • Bankenmanager
  • CSU
  • Finanzminister
  • Immobilienfirmen
  • Investitionen
  • Kay Blankenburg
  • Kundenkontakte
  • Roland Friedrich
  • Stiftungen
  • Thomas Hack
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!