BAD KISSINGEN

Noch kein Urteil wegen Kinderhandel

Amtsgericht
(swg) Im Prozess um den Vorwurf des Kinderhandels, in dem sich zwei Frauen osteuropäischer Herkunft vor dem Schöffengericht Bad Kissingen verantworten müssen (wir berichteten), gab es auch am zweiten Verhandlungstag noch kein Urteil.

Nach viereinhalb Stunden Prozessdauer, in denen fünf weitere Zeugen gehört wurden und der Staatsanwalt sowie die beiden Verteidiger insgesamt eineinhalb Stunden ihre Plädoyers abhielten, wollte sich der Richter angesichts der fortgeschrittenen Zeit und der kontroversen Anträge nicht zu einem anschließenden Urteil durchringen. „Wir müssen uns das in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen“, so seine Begründung.

Staatsanwalt fordert Haft

In dem Prozess, in dem den Frauen vorgeworfen wird, ein seinerzeit drei Monate altes Baby rechtswidrig nach Deutschland zur Adoption vermittelt zu haben, forderte der Staatsanwalt für die ältere und bereits vorbestrafte Frau eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung.

Für ihre Tochter beantragte er eine neunmonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung und eine Geldauflage von 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Die beiden Verteidiger hingegen sahen keinen der Vorwürfe bestätigt und plädierten auf Freispruch.

Unabhängig vom Urteilsspruch ist das weitere Schicksal des heute zweieinhalbjährigen Mädchens ungeklärt. Eine notariell beglaubigte Urkunde sichert dem Kind eine Pflegschaft bis Juli 2010 zu. Die Pflegefamilie kämpft für ein dauerhaftes Bleiberecht des Kindes. „Die Kleine ist uns so sehr ans Herz gewachsen“, sagte eine Familienangehörige vor Gericht. Das Urteil wird nächste Woche gefällt.

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