BAD KISSINGEN

Ökumene im Kinderhaus

Ökumenisches Kinderhaus: Thomas Keßler und Michaela Atzler von der Theresienspital-Stiftung stellten erste Pläne vor. Foto: Isolde Krapf

Ökumene ist ein Schlüsselwort, das sich evangelische Diakonie und katholische Kirchenstiftung bei ihrem gemeinsamen Vorhaben auf die Fahnen hefteten. Aber sie haben auch Synergieeffekte im Blick bei dem Plan, an der Stögerstraße eine Art Tageszentrum für Kinder zu bauen. In drei Häusern sind dann zwei Konfessionen angesiedelt. Neben der evangelischen Tagesstätte und der Krippe am Sinnberg soll auch der katholische Kliegl-Hort dann dort einziehen.

Auf die Idee kam Dekan Thomas Keßler eines Tages in seiner Eigenschaft als Verwaltungsratsvorsitzender der Theresienspitalstiftung. Die 1833 von der bayerischen Königin Therese festgelegte Einrichtung sicherte anno dazumal den Bau eines Spitals ab. Heute stehen soziale Aufgaben im Mittelpunkt. Keßler wusste, dass sowohl in der Maxstraße als auch am Sinnberg durch Umbaumaßnahmen Krippenplätze integriert werden müssen. Andererseits ist das Gebäude an der Stögerstraße aber ganz schön in die Jahre gekommen, eine Sanierung tut not.

Zudem hörte man, dass es Eltern und Lehrern recht wäre, wenn die Kliegl-Grundschüler es nicht mehr so weit vom einstigen Kasernengelände zum Hort in der Maxstraße hätten. Was also lag näher, sich als Stiftung sozial zu betätigen und den Gedanken eines Nebeneinanders am Sinnberg einmal durchzuspielen, sagt Keßler. Er holte die Verantwortlichen an einen Tisch und seine Idee wurde allseits begrüßt.

Die weltliche Theresienspitalstiftung wird bei dem Projekt als Bauträger fungieren. Das Haus Marienthal der Diakonie Schweinfurt und die katholische Kirchenstiftung Herz Jesu werden später die Gebäude mieten. In einem der Häuser sollen 75 Kindergartenkinder heimisch werden. Gegenüber wird ein kleineres Domizil für 24 Krippenkinder errichtet. In einem langgezogenen zweigeschossigen Gebäudeteil soll im Obergeschoss der Hort Platz finden.

Ebenerdig könnte eine Art Familien-Begegnungsstätte entstehen, sagt Keßler und meint damit einerseits eine Anlaufstelle, in der sich Eltern niedrigschwellig beraten lassen können. Andererseits gibt es dort auch Räume, in denen sich Jung und Alt zusammenfinden können. Keßler ist selbst gespannt, wie sich das bislang noch theoretische Miteinander am Sinnberg entwickelt. Was die Kinder- und Schülereinrichtungen angeht, behält freilich jeder sein pädagogisches Konzept bei.

Die Baumaßnahme ist nach Angaben von Michaela Atzler, der Geschäftsführerin der Stiftung, alles in allem mit rund 2,3 Millionen Euro angesetzt. Die Pläne wurden bereits bei der Stadt Bad Kissingen zur Genehmigung eingereicht. Einen Zuschuss in Höhe von 60 bis 75 Prozent der förderfähigen Kosten hat die Regierung von Unterfranken vorab zugesagt, so Atzler weiter. Die Höhe der Fördersumme hängt von der Finanzstärke der Stadt Bad Kissingen ab.

Keßler und Atzler hoffen, dass man noch im Herbst 2012 mit dem Bau beginnen kann, denn Ende 2013 müssen neue Kinderkrippen bezogen sein, damit die staatliche Förderung noch greift. Ein Jahr wird der Bau wohl in Anspruch nehmen. Möglicherweise können die Kinder dann im Schul- und Kindergartenjahr 2012/13 schon am Sinnberg einziehen, hofft Keßler. Doch demnächst heißt's für die Kleinen am Sinnberg erst mal umziehen. Rund 100 Mädchen und Buben müssen während der Bauzeit woanders unterschlüpfen. Genau geklärt ist das noch nicht. Notfalls sollen sie eine Zeit lang in Containern spielen, singen und basteln.

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