OERLENBACH

Ortsstraßen brauchen dringend Entlastung

Durch Orte und auf Gemeindestraßen soll möglichst kein Bundesfernverkehr laufen. Für diesen Zusatz im Landesentwicklungsprogramm (LEP) sprach sich der Oerlenbacher Gemeinderat einstimmig aus. Außerdem sollten Einzelhandelsprojekte nicht allein durch Kaufkraft- und Einwohnerzahlen beurteilt werden.

Ausführlich informierte Bürgermeister Siegfried Erhard über die Fortschreibung des LEP. Ziel sei, ein Gesamtkonzept zu räumlicher Ordnung und Entwicklung Bayerns mit strafferen Regelungen als bisher zu schaffen sowie die aktuellen Herausforderungen zu demografischem Wandel, Klimaänderung und Wettbewerbsfähigkeit aufzugreifen. Das Leitmotiv mit gleichwertigen Lebens- und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern sei zu begrüßen.

„Bis zum 21. September haben wir Zeit, eine Stellungnahme zu Zielen und Grundsätzen abzugeben“, informierte Erhard. Geändert werde die Raumstruktur: Statt bisher vier gebe es nur noch drei Einstufungen mit Grund-, Mittel- und Oberzentren. Alle bisherigen Klein- und Unterzentren sowie Siedlungsschwerpunkte würden zu Grundzentren zusammengefasst. Darunter falle Oerlenbach als bisheriges Unterzentrum. Das LEP reduzierte die Gebietskategorien auf Verdichtungsräume, ländliche Zonen mit Verdichtungsansätzen und allgemeinen ländlichen Raum, dem der Landkreis Bad Kissingen zugeordnet sei. Diese Teilräume seien stärker zu fördern.

Ganz der Haltung Oerlenbachs entspreche das Kapitel Siedlungsstruktur mit Innen- vor Außenentwicklung und Vermeidung von Zersiedelung. „Diese Maxime haben wir uns in der Allianz Oberes Werntal seit ein paar Jahren auferlegt und in der sogenannten Oerlenbacher Erklärung manifestiert“, betonte Erhard. In der Gemeinde gebe es über 200 erschlossene, unbebaute Grundstücke in Privatbesitz sowie immer mehr Leerstände. Bei sinkender Einwohnerzahl seien neue Baugebiete nicht zu verantworten.

Eingehend befasste sich der Gemeinderat mit dem Aspekt Verkehr. „Wie sollen wir die Altortbereiche reaktivieren, wenn die Hauptstraßen im Verkehr ersticken“, monierte Gerhard Fischer. „Durch Eltingshausen fahren immer mehr Lkw. Lärm und Abgase seien kaum zu ertragen.“ Der LEP müsse klare Vorgaben enthalten. Straßen dürften nicht ausschließlich an den Bundesverkehrsplan gekoppelt sein. Gemeindestraßen könnten nicht den überörtlichen Verkehr schlucken. Als Beleg diente die Verbindung von der A 71 nach Bad Kissingen und weiter zur A 7. Weder die Ortsdurchfahrten Oerlenbach und Eltingshausen noch die Kreisstraßen KG 43 und KG 5 sowie die B 286 seien so ausgebaut, um sicher und leistungsfähig den Verkehr aufnehmen zu können. „Hier ist dringender Handlungsbedarf“, betonte Erhard, „das LEP muss Ziele und Grundsätze mit klaren Vorgaben enthalten.“ Diesen Passus hielt der Gemeinderat uneingeschränkt für erforderlich, um die unverzichtbare und drängende „B 286 neu“ zu realisieren.

Im Part Wirtschaft geht es um Einzelhandelsgroßprojekte, die Neufassung ermöglicht Nahversorgungsbetriebe bis zu 1200 Quadratmetern in allen Gemeinden. In der Energieversorgung werden die regionalen Planungsverbände zur Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie und Freiflächen-Voltaikanlagen verpflichtet. Einschließlich der Anregungen zu Verkehr und Einzelhandelsprojekte billigte der Gemeinderat einstimmig das LEP.

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