BAD KISSINGEN

Palais Erthal wird jetzt verkauft

Brandaktuell: Die Stadt Bad Kissingen will ihre Immobilie Palais Erthal jetzt doch verkaufen. Foto: Siegfried Farkas

Das Palais Erthal wird nun doch verkauft. Nachdem die Pächter des dort beheimateten Kaffeehauses, Klaus Peter und Maria Borst, zu Beginn des Jahres 2012 signalisiert hatten, dass sie sich aus ihrem Betrieb zurückziehen möchten, war guter Rat teuer. Die Stadt wollte ihre Immobilie halten und versuchte, einen neuen Pächter zu finden. Doch es meldete sich niemand, der „ernsthaft“ in Frage kam, heißt es aus dem Rathaus. Seit 25. August steht das Haus in der Von-der-Tann-Straße zum Verkauf.

Das schmucke Landhaus war einst im Besitz der Adelsfamilie von Erthal. Es stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und gehörte seinerzeit zu einem weiträumig angelegten Hof, den eine lange Baumallee zierte. Dieses Ambiente verschwand im 19. Jahrhundert, das Landhaus wurde zu einer Kurpension umgemodelt. In neuerer Zeit war das Gebäude auch vorübergehend Sitz des Staatlichen Hochbauamts, welches dann Mitte der 90-er Jahre nach Schweinfurt verlagert wurde.

Schließlich hatten Klaus Peter und Maria Borst die Idee, das schmucke Häuschen am Theaterplatz zu einem Kaffeehaus mit Wiener Flair herzurichten. Der Plan ging auf. Das Kaffeehaus avancierte in den vergangenen 16 Jahren zu einem erfolgreichen gastronomischen Betrieb. Man hielt sich gern dort auf, denn das Ambiente ist stimmig. Die stilvoll gestaltete Inneneinrichtung verleiht dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude nämlich einen ganz besonderen Charme.

Das soll auch künftig so bleiben. Für die Stadt Bad Kissingen ist die weitere Nutzung als „gehobenes Kaffeehaus“ zwingend und entsprechend grundbuchamtlich zu sichern, heißt es in der in Zeitung und Internet veröffentlichten Verkaufsanzeige für den Gastronomiebetrieb auf drei Ebenen und 400 Quadratmetern Fläche. „Wir haben schließlich hier in Bad Kissingen nicht so viele Kaffeehäuser, und noch dazu direkt an der Fußgängerzone“, sagt der bei der Stadt für die Liegenschaften zuständige Maik Schmeller auf Anfrage der Main-Post.

Aber die Zeit drängt, denn die Borsts wollen ihren Betrieb eigentlich nur noch bis Ende September weiterführen. Sie signalisierten jedoch auch die Bereitschaft, notfalls noch zu verlängern, falls sich nicht sofort ein Interessent findet. „Wir wollen einen nahtlosen Übergang gewährleisten“, sagt Schmeller und macht gleichzeitig klar, dass es nicht so leicht ist, einen „würdigen“ Nachfolger zu finden.

Denn das Kaffeehaus hat auch seine Nachteile: Es gibt dort keinen Backofen. Man kann also nur Kaffee machen und Kuchen verkaufen. Das erwies sich offenbar für Pachtinteressenten in der Vergangenheit als nachteilig, lässt Schmeller durchblicken.

Dann gab es auch einen Bewerber, der sich das Haus nicht mal angeschaut hatte. Ein Umstand, auf den man sich keinesfalls einlassen wollte, sagt der Liegenschaftsverwalter. Von Seiten der Stadtverwaltung hofft man jetzt, dass sich bei der für den heutigen Montag, 3. September, anberaumten Begehung des Objekts zahlreiche Interessenten einfinden werden. Gebote können dann bis zum 29. September abgegeben werden.

Derweil arbeitet die Familie Borst noch in ihrem geliebten Kaffeehaus weiter. Den Eltern fällt es schon schwer, alles aufzugeben, sagt Sohn Nicolas Borst im Gespräch mit der Main-Post. Schließlich waren sie 20 Jahre lang im Kissinger Gastronomiegeschäft verwurzelt. Den Namen Borst verbindet man ja nicht nur mit dem Palais Erthal, sondern auch mit dem Kurgartencafé, dem Spielbank-Restaurant „Le Jeton“ und dem Café Lindesmühl.

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