Bad Kissingen

Personalpolitik: Für mehr Babybäuche in Unternehmen

Der Landkreis Bad Kissingen ist der "Initiative Familienorientierte Personalpolitik" beigetreten. 100 regionale Unternehmen tauschen sich aus, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für ihre Mitarbeiter zu verbessern.
Nina Sickert ist die Pflegedienstleitung der Tagespflege am Steingraben und außerdem im neunten Monat schwanger. Anfang April geht die 32-Jährige in Mutterschutz, im Mai wird sie entbinden. Sorgen, dass sich die Geburt ihres Sohnes negativ auf ihre Karriere auswirkt, hat sie nicht. "Ich weiß, dass ich in Teilzeit auf meine Stelle zurückkehren kann", sagt sie. Die Geschäftsführung beim Roten Kreuz in Bad Kissingen sei da sehr offen. Sie lobt das: "Das ist nicht selbstverständlich."

"Die Mitarbeiter wünschen sich immer mehr, ihr Arbeitsleben mit dem Privatleben in Einklang zu bringen", meint ihr Chef Thomas Stadler, Kreisgeschäftsführer des BRK. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, gibt es seit ein paar Jahren eine entsprechende Dienstvereinbarung mit dem Personalrat, erklärt er. "Es geht beispielsweise darum, mit Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben, die in Elternzeit gehen", sagt Stadler. So soll der Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert werden. Man bemühe sich aber auch, Eltern kurzfristig von der Arbeit freizustellen, wenn das Kind krank und zuhause betreut werden müsse.

Das BRK ist einer von sechs Betrieben aus dem Landkreis Bad Kissingen, der Mitglied in der "Initiative Familienorientierte Personalpolitik" ist. Es handelt sich um eine Plattform für Arbeitgeber, auf der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Mitarbeiter verbessert werden soll. "Die Initiative soll Unternehmen unterstützen, Fachkräfte zu finden", sagt Christine Bender (CSU), stellvertretende Landrätin aus Schweinfurt. Der Landkreis und die Agentur für Arbeit Schweinfurt haben die Plattform angestoßen. "Eine familienorientierte Personalpolitik kann der Schlüssel sein, um auch künftig gute Fachkräfte zu gewinnen und zu halten", betont Thomas Stelzer, Leiter der Agentur für Arbeit.

Mehr als 100 Unternehmen aus verschiedenen Branchen vor allem aus Schweinfurt und den Haßbergen treffen sich regelmäßig in Arbeitskreisen. Es geht etwa um Fragen zu Arbeitszeit, zur Pflege von Angehörigen und zur Kinderbetreuung.

Die Herausforderungen sind oft ähnlich, so stellt etwa der Schichtbetrieb das Gesundheitswesen und die Industrie vor Probleme. "Eine Klinik hat andere Lösungsversuche als ein Industriebetrieb", sagt Stelzer. Der gegenseitige Austausch werde gut angenommen und soll jetzt stärker auf den Landkreis Bad Kissingen ausgedehnt werden.

Am Donnerstag hat sich der Landkreis der Initiative angeschlossen. "Der Arbeitsmarkt kennt keine Verwaltungsgrenzen", sagt Landrat Thomas Bold (CSU) mit Hinweis auf die Pendlerströme. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sieht er deshalb als ein regionales Thema. "Es soll nicht nebeneinander her gearbeitet werden, die Kräfte und Kompetenzen müssen gebündelt werden."


Initiative Familienorientierte Personalpolitik



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